Mit X Rebirth VR Edition wagt jetzt auch Egosoft den Sprung auf die VR-Bühne.  Wir haben uns auf der Gamescom mit Geschäftsführer Bernd Lehahn getroffen und konnten X Rebirth VR auf der Oculus Rift anspielen.

Das X-Universum

 

Mit dem Beginn der Entwicklung von X Beyond the Frontier in den späten 90ern begann der deutsche Spieleentwickler Egosoft seine Odyssee durch das X-Universum. Im Jahr 1999 war es dann soweit. X Beyond the Frontier wurde als erster Titel der X-Serie veröffentlicht. Gemäß dem Motto „Trade, Fight, Build, Think“ gab es eine Vielzahl von Optionen sein Leben als Weltraumpilot zu gestalten. Ob als Pirat, Händler oder Unternehmer die Entscheidung oblag letztendlich jedem Spieler selbst. Mit der veröffentlichung von X2 – Die Bedrohung im Jahr 2003 und X3 Reunion in 2005 wurde das Universum immer lebendiger. Das Wirtschaftssystem wurde dynamischer und immer Komplexer.

Händler lieferten Erze an Waffenfabriken und Kristalle an Sonnenkraftwerke damit diese wiederum Waffen und Energie produzieren, die weiterverkauft werden können. Der Spieler konnte natürlich großen Einfluss auf die Verfügbarkeit dieser Ressourcen nehmen indem er neue Fabriken in den einzelnen Sektoren platzierte und selbst eine eigene Handelsflotte aufstellte um möglichst großen Profit zu erwirtschaften. In X3 war es dann erstmals möglich Fabriken zu einem riesigen Komplex zu verbinden. Dieser Herausforderung nahmen sich einige Spieler, die dann versuchten den größtmöglichen Komplex zu errichten. Hunderte von Fabriken konnten so zu einem einzelnen, autonomen Komplex zusammengeschlossen werden der als Endprodukt die dringend nötige Bewaffnung für die Zerstörerflotte produziert. Überschüsse konnten natürlich gewinnbringend verkauft werden.

Mit jedem neuen Teil der Serie wurde das Universum größer, neue Features wurden hinzugefügt und die Menüführung wurde immer komplexer. Für eingefleischte Fans war das natürlich der Traum, denn wer sich auskannte und gerne in diesem Sandbox-Universum sein eigenes Imperium errichten wollte konnte ohne weiteres mehrere hundert Stunden Spielzeit in jedes neue X-Spiel investieren.

Besonders die undurchsichtigen und verschachtelten Menüs bereitetet vor allem neuen Spielern große Schwierigkeiten. Wer ein Imperium verwalten wollte, musste erst einmal lernen mit der Steuerung umzugehen. Angriffe von Piraten waren nicht selten, besonders bei einer großen Handelsflotte.

 

Mit X Rebirth sollten diese Kritikpunkte in Angriff genommen werden. Das Spielmenü und die Steuerung sollten vereinfacht werden, die Spielmechaniken entschlackt und das Ganze noch auf eine neue Engine portiert werden. Dies erzeugte natürlich Unmut bei vielen Veteranen der Serie. Der Release von X Rebirth 2013 verlief ebenfalls sehr holprig und war insgesamt eher enttäuschend. Besonders in den ersten Wochen nach Release wurde X Rebirth noch von vielen Bugs heimgesucht, die teilweise auch die Hauptstory beeinflusst haben.  Nach einer Vielzahl von Patches und zusätzlichen Missionen und Erweiterungen befindet sich X Rebirth in einem stabilen und spielbaren Zustand.

X Rebirth VR Edition

Videospiele bei denen sich der Spieler in einer festen Position wie zum Beispiel einem Cockpit befindet sind besonders gut für Virtual Reality geeignet. Das zeigt sich schon bei Titeln wie Eurotruck Simulator und Elite Dangerous. In unserem Gespräch mit Bernd Lehahn wurde noch es noch einmal deutlich, dass X Rebirth sich von Anfang an hervorranged für VR-Brillen geeignet hat und in diese Richtung geplant wurde. Dementsprechend hat Egosoft über ein Jahr ein der Optimierung von X Rebirth für die VR Brillen Oculus Rift und HTC Vive gearbeitet.

Wir konnten dabei ebenfalls die neuen Oculus Touch Controller mit Gestensteuerung ausprobieren. Dabei wird das Raumschiff wie gewohnt mit Analog Stick oder mit der Gestensteuerung, bei der das Raumschiff durch Drehen und Wenden des Controllers navigiert wird, gesteuert.  Es ist ebenfalls möglich in der VR Version zwischen verschiedenen Eingabegeräten zu wechseln, falls auf die VR-Brille verzichtet werden soll.  Tastatur und Maus können Problemlos in der VR Version benutzt werden. Die Gestensteuerung erlaubt eine feine Kontrolle unseres Schiffes, der Albion Pride, und erlaubt zusätzlich mehr Freiraum für andere Eingaben, da der Analogstick nicht bedient werden muss.

Die Auswahl der Menüs kann ebenfalls durch das Zeigen auf Konsolen des Cockpits erfolgen. Hier strecken wir unseren Zeigefinger aus und bedienen die entsprechenden Menüs einfach durch „Point&Click“. Die Steuerung ist zwar Anfangs etwas ungewohnt, fühlt sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr natürlich an. Unser Raumschiff lässt sich flüssig durch das All steuern und auch die Navigation durch Raumstationen ist kein Problem.

Wir sitzen also nun in unserer Kommandozentrale, dem Cockpit der Albion Pride. Rechts von uns befindet sich die Sternenkarte und zu unserer Linken werden unsere Waffensystem angezeigt. Vor uns befindet sich ein Highway, der uns zur nächstgelegenen Raumstation führt. Nach einem kurzem Tutorial begeben wir uns zu dem Highway und damit in den nächsten Sektor. Der Größenunterschied zwischen unserem Schiff und der Raumstation kommt durch die Virtual Reality noch einmal deutlich zur Geltung.  Vereinzelte Patroullien und Händler fliegen durch den Sektor. Mit einem Fingerzeig können wir uns diese Schiffe genauer anschauen, scannen und angreifen.

Die Kombination von X Rebirth und VR macht Spaß und passt hervorragend zusammen. Das Gefühl ein eigenes Raumschiff zu fliegen und dabei in das X-Universum einzutauchen ist begeisternd. Nicht zuletzt dadurch bedingt, dass sowohl Steuerung als auch Performance in Hinlick auf Virtual Reality von Egosoft außerordentlich gut optimiert wurden. Wer schon eine VR-Brille besitzt wird mit X Rebirth VR Edition eine Menge Spaß haben. Andernfalls ist X Rebirth VR eines der ersten Titel, für die es lohnt darüber nachzudenken sich eine VR-Brille zu organisieren. Langzeitspaß ist hier auf jeden Fall garantiert.