In der heutigen Ausgabe PlayCrits‘ Cosplay widmen wir uns Isabelle und ihren Cosplays. Unter anderem werfen wir einen Blick auf Emma Decode, Chang’e, Poison Ivy und Harley Quin. Wie immer führen wir zu Beginn des Beitrags ein persönliches Gespräch mit dem Teilnehmer, gefolgt von einem selbstverfassten Text.

Isabelle über Isy
PlayCritsHallo Isy. Schön, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Dafür erst einmal vielen Dank! Wie ist die Lage?

IsyDanke, relativ entspannt! Ich hab gerade eine längere Zeit frei und kann mich daher nicht beschweren. Viel freie Zeit heißt viel Zeit für Hobbys.

© Lightspruch Photography

PlayCritsWelches Projekt steht in dieser freien Zeit aktuell an?

IsyIch bereite mich jetzt schon bisschen auf die Gamescom vor. Das ist eins meiner kleinen, persönlichen Highlights dieses Jahr, auf das ich mich freue. Dafür hab ich drei Cosplayprojekte geplant, die relativ aufwendig sind bzw. werden. Und die freie Zeit hab ich einfach schon mal für Cosplay Nummer 1 genutzt, damit Cosplay und Studium nicht miteinander kollidieren.

PlayCritsMagst du uns verraten welche Cosplays du für die Gamescom geplant hast?

IsyMomentan arbeite ich an Freya aus dem Hi-Rez Game ‚Smite‘. Ist bisschen aufwendiger, da ich hier ein rüstungsähnliches Outfit herstelle – mit Beleuchtung, Waffe, Helm, usw. Als nächstes steht ein Gruppen-Cosplay mit anderen Mädels an. Hier macht jeder einen Charakter aus Overwatch in einer Bunny-Version. Ich werde Symmetra cosplayen; mit ihrem Arm und dem Visir wird das auch eine Herausforderung. Dann werde ich für meinen Freund und mich Stormtrooper aus Star Wars bauen. Wird alles viel Arbeit und mal gucken, ob das zeitlich alles klappt.

PlayCritsDafür schon mal viel Erfolg! Ist es für dich wichtig dich vorab mit dem jeweiligen Charakter auseinandergesetzt zu haben, zum Beispiel Ingame, oder ist es für dich nur wichtig dich mit ihm zu identifizieren?

IsyAlso Freya beispielsweise ist ja eine nordische Göttin (bei Smite sind die Champions  Götter aus diversen Kulturen) und ich cosplaye sie, weil ich das Design bei Smite super finde und mich wahnsinnig für die nordische Mythologie begeistere. Natürlich habe ich sie das ein oder andere mal gespielt, jedoch ist sie keiner meiner Main-Character. Bei Symmetra ist es ähnlich: Ich selbst spiele viel lieber Mercy in Overwatch. Ich bin also immer offen für Charaktere, die ich nicht selbst gespielt habe, allerdings es es für Shootings beispielsweise besser sich mit der Figur identifizieren zu können, weil dann Mimik und Pose viel besser umgesetzt werden können.

PlayCritsGlaubst du, dass es für einen Cosplayer, und auch dich selbst, wichtig ist, dass die eigenen Projekte Anerkennung finden?

IsyAlso in erster Linie entsteht ein Cosplay aus der Leidenschaft fürs kreative Arbeiten und den damit zusammenhängenden Bereichen wie Gaming, Serien, Filme, Comics, Animes, usw. Das heißt Spaß am Entstehungsprozess steht hierbei an erster Stelle. Noch viel schöner ist es jedoch, wenn man für die geleistete Arbeit auch Anerkennung bekommt. Es tut gut nach einem Monate langem Projekt zu hören, dass es toll aussieht und man beeindruckt davon ist. Anerkennung ist das Sahnehäubchen bei der Arbeit. Ich habe allerdings auch schon viel Arbeit in ein Cosplay gesteckt, das dann leider nicht die Anerkennung geerntet hat, die ich irgendwie erwartet hatte. Es sah weniger spektakulär aus, mehr romantisch. Heut zu Tage bekommen spektakuläre Projekte mehr Applaus, als schlichte. Selbst wenn Energie und Leidenschaft gleichermaßen in beides gesteckt wurde. Aber wie schon gesagt, man cosplayt ja aus dem Spaß an der Freude, und nicht für andere

© Giang Nguyen Photography

PlayCritsIst es dir wichtig dich mit anderen Cosplayern aktiv auszutauschen? Und macht die gemeinsame Arbeit, zum Beispiel im Rahmen eines Gruppenprojektes, mehr Spaß?

IsyAlso es ist immer wichtig sich auszutauschen. Es ist schließlich auch eine Szene. Hierdurch kommt man immer mit anderen Cosplayern in Kontakt, was auch gut so ist. Oft kommen Fragen auf und man kann sich dann Rat wo anders suchen. Beispielsweise arbeite ich gerade zum ersten Mal mit Eva Foam. Hier war ich froh darüber andere Cosplayer zu kennen, die mir geholfen haben was zum Beispiel Menge, Farbe und Zuschnitt anging. Derzeit plane ist mit anderen Mädels ein Gruppen-Cosplay . Wir arbeiten zwar separat aber die gemeinsame Planung macht viel Spaß! Vor allem weil andauernd neue Ideen entstehen, vom Cosplay oder mögliche andere Projekte..

PlayCritsDu sprachst von „Eva Foam“. Welche Materialien benutzt du sonst noch?

IsyZum cosplayen benötigt man allgemein viele Materialien; Stoffe, Schaumstoffe, Thermoplasten, usw. Am liebsten arbeite ich mit Thermoplasten bzw. mit Cosplayflex. Es ist zwar im Vergleich zu den Schaumstoffen teurer, und unterscheidet sich preislich kaum noch von Worbla, dafür ist es für meinen Geschmack deutlich benutzerfreundlicher. Generell muss man immer gucken: Was möchte ich mir machen, um dann zu entscheiden, welche Materialien dafür am besten geeignet sind. Hat man beispielsweise viel Rüstung, empfiehlt es sich diese mit so viel Schaumstoff wie möglich zu produzieren, denn Schaumstoffe sind viel leichter als Thermoplasten.

PlayCritsGibt es einen speziellen Einstieg in das Hobby, das einem Neuling hilft besser Fuß zu fassen?

IsyAlso zum einen gibt es sehr viele Foren oder Facebook-Gruppen, in denen viele Personen aus der Cosplay Szene sind – Cosplayer, die das schon viele Jahre machen und einiges an Praxiserfahrung mitbringen oder auch Cosplayer, die das Hobby erst kürzlich für sich gewonnen haben. Jeder bringt seine Skills mit und man kann sich austauschen. Das erleichtert einem Anfänger natürlich den Einstieg. Wenn man möchte, dass so viele Menschen mit einem das Hobby teilen und sehen was man macht, gibt es viele Hobbyfotografen, auch in die Szene, schöne Fotos von den entstandenen Cosplays machen. Mit guten Fotos von hoher Qualität hat man einen guten Einstieg für eine hohe Reichweite.

PlayCritsWelche Dinge sind dir, neben dem Cosplay, wichtig?

IsyDa hab ich viele Interessen. Zum einen steh ich so auch gerne hier und da vor der Kamera, nicht professionell, nur zum Spaß. Deshalb lass ich mich auch immer gern mit einem Cosplay ablichten. Dann treibe ich sehr gerne Sport (Fitness, Joggen), verbringe Zeit mit meinen Liebsten. Außerdem bin ich ein klein wenig musikalisch, interessiere mich für Aquaristik und zocke auf der Konsole. Neben dem ganzen Haufen an Interessen und Hobbys bin ich hauptberuflich Studentin, das heißt lernen, lernen, lernen, kein Geld und wenig Zeit. Ich versuche immer alles bestmöglich unter einen Hut zu bringen, deshalb dauert es bei Cosplays immer sehr lang bis sie fertiggestellt sind.

PlayCritsWelche Favoriten kommen dir auf der Konsole direkt in den Sinn?

IsyZelda, Overwatch, The Witcher, Tomb Raider und immer wieder schön für zwischendurch: Smite. In Smite finde ich die designten Charaktere total schön, daher cosplaye ich auch am liebsten aus diesem Spiel.

© Lightspruch Photography

PlayCritsGibt es aus diesen Spielen Cosplays, die dich total faszinieren oder Cosplayer, die du Klasse findest?

IsyZu meinen absoluten Cosplay-Vorbilder gehören Cyehra Cosplay und Kamui Cosplay. Ihre Arbeiten sind einfach perfektioniert und generell sind beide total sympathisch. Ich finde das macht immer viel aus, nicht der Champ den man cosplayt, sondern auch der Charakter des Cosplayers selbst. Wenn man selber auf diversen Cosplay Seiten unterwegs ist, sieht man öfters mal starke Overwatch- und Zelda Cosplays. Da gibt es viele versteckte, talentierte Cosplayer weltweit. Ich finde alles beeindruckend, sobald viel Arbeit und Herzblut dahinter steckt. Beispielsweise gibt es momentan oft diese ‚Boudoir-‚Cosplays, bei denen Cosplayer Unterwäsche anziehen und eine ‚Boudoir‘-Version des Champs darstellen. So weit so gut. Einige designen dann wirklich tolle Sachen nur finde ich eben es nicht schön sich nur in Unterwäsche zu schmeißen und es dann als – aufwändiges – Cosplay zu bezeichnen. Das ist dann eben nicht beeindruckend und diese Cosplayer zähle ich nicht zu meinen Favoriten.

PlayCritsGlaubst du Jessica Nigri ist ein gutes Beispiel dafür ist, dass eben diese „Unterwäsche“-Cosplays so viel Reichweite generieren, obwohl fast nur Wert auf nackte Haut gelegt wird?

IsyNaja. Man muss sagen: Jessica Nigri steht es frei zu machen, was sie möchte. Und es heißt ja nicht umsonst ‚Sex Sells‘ – es ist traurig, aber wahr. Jede Cosplayerin und jeder Cosplayer muss für sich selbst entscheiden: Welchen Weg will ich gehen? Will ich Reichweite durch Reize erzielen, oder will ich Anerkennung und Bewunderung durch meine Arbeit? Will ich für das belohnt werden, was ich kann oder geht es mir nur um die Aufmerksamkeit? Ich finde, sie macht gute Arbeiten (vor allem die von Zach Fischer), allerdings finde ich die Unterwäsche-Versionen unnötig. Und wenn man solche Versionen kreieren möchte, sollte man Wert auf das Design legen (vielleicht das Muster des Champions auf das Dessous übertragen, Perücke entsprechend stylen usw.) Man muss als Cosplayer als Fan und Beobachter der Szene entscheiden was man unterstützen möchte und welche Bedeutung ‚Cosplay‘ für einen persönlich hat.

PlayCritsEmpfindest du die Unterstützungen bei z.B. Patreon oder in Streams, sei es durch Fans oder Interessenten, vor allem bei großen Cosplayern, als unverhältnismäßig? Sollten kleinere Cosplayer mehr Unterstützung finden?

IsyIch denke, dass kann man so nicht pauschalisieren. Schön wäre es aber, wenn man die kleinen, noch unentdeckten Cosplayer und Künstler, doch mehr unterstützen könnte.

© Fotografie Sander

PlayCritsZuletzt eine Frage, die wir auch schon unseren anderen Teilnehmern gestellt haben. Sie ist etwas persönlicher. Wir hoffen das macht nichts. Was macht dich neben dem Cosplay glücklich?

IsyIn erster Linie ganz klar mein Freund und Familie. Es sind einfach die Menschen, die ich am meisten brauche und mich immer unterstützen. Meine Mutter zum Beispiel hat mich dazu motiviert meine Begeisterung fürs Kostüme machen, beim cosplayen, umzusetzen. Mein Freund hilft mir immer, egal bei welchem Problem.  Neben dem Cosplay verbring ich die meiste Zeit mit meinen Liebsten – und meinen Katzen. Ich bin ein absoluter Katzenliebhaber.

PlayCritsDanke für deine Zeit und dieses tolle Gespräch.

IsyGerne und auch euch Danke dafür, hat mir sehr Spaß gemacht!

 

Vom geliebten Hobby bis hin zur Frustration

Die Welt des Cosplay ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Es gibt Cosplays im Manga-, Anime-, Serien-, Filme-, sowie Gaming- und Comicbereich und vielem mehr. Immer öfter lassen CosplayerInnen ihrer Kreativität freien Lauf und erschaffen Eigenkreationen, verschiedene Versionen diverser Charaktere und selbstentworfene, eigene Designs. Dieses spezielle Hobby wird immer bekannter und die meisten Conventions sind ohne die Arbeit und Hingabe der CosplayerInnen nicht mehr vorzustellen. Der Grundgedanke des Cosplaying besteht darin einen ausgewählten Charakter Kostüm-, sowie Maskenmäßig, je nach Belieben, möglichst genau, oder mit eigenen Ideen, umzusetzen und darzustellen. Hierbei zeigen CosplayerInnen ihr schauspielerisches und künstlerisches Talent, zum Beispiel während Shootings, in den sozialen Netzwerken und auch auf Conventions.

© Giang Nguyen Photography

Nun habe ich mich in letzter Zeit mit einem Thema auseinandergesetzt, das womöglich einigen CosplayInnen nicht fremd ist. Wer kennt das nicht: Mit jedem Cosplay, das man anfertigt, erweitern wir unseren Horizont in Sachen Materialen, Gestaltung und Anfertigung und mit jedem Cosplay steigt in uns die Fantasie und Motivation möglichst bald das nächste Projekt anzugehen. Während eines Prozesses für ein Cosplay entdecken wir neue Charaktere, welche wir unbedingt umsetzen wollen und uns kommen schon die ersten Ideen, wie wir das bestmöglich umsetzen können. Die Euphorie wächst und wächst. Während unserem Hoch schleichen sich jedoch auch andere Gedanken ein:

© Lightspruch Photography

Was könnte das ungefähr kosten?“, „das soll perfekt werden, da brauch ich noch eine Perücke, das passende Make-Up, Leuchten soll es auch, Motoren möchte ich auch haben,…“, „Wann fang ich damit an, ich hab nicht viel Zeit dafür, muss eigentlich auf meine Prüfungen lernen/ viel arbeiten, dann mach ich Nachtschichten,..

Meistens setzen wir uns ein Ziel, eine Timeline, bis das Cosplay fertig sein sollte. Langsam fühlen wir Stress in uns und in unserem Bauch rumort eine Mischung aus Glück und guten Gefühlen, denn wir erinnern uns gern an die Ergebnisse und das Lob, das wir für unsere Werke ernten, und aus Druck und Verzweiflung, denn Qualität ist meistens eine Frage der Zeit und des Geldes. Auf der einen Seite wollen wir cosplayen, weil es Spaß macht, und es unser Hobby ist, das wir lieben. Auf der anderen Seite verzweifeln wir oft genug, wenn etwas nicht funktioniert, wir Verluste machen und teilweise auch Freundschaften oder vielleicht auch Beziehungen darunter leiden.

Deshalb sollten wir stets darauf achten wie es uns dabei geht und was wir fühlen, wenn wir an einem Cosplay arbeiten und was wir letztendlich davon haben. Hört auf euer Bauchgefühl und seid nicht zu streng mit euch, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Kreativität benötigt Raum und Zeit um großartig zu werden, also gebt euch diesen Raum und ausreichend Zeit, bevor ihr an den Punkt ankommt, an dem ihr mehr negative als positive Gefühle habt. Macht euch weniger Druck, und vergleicht euch nicht mit anderen Cosplayern, denn sonst verliert dieses Hobby schnell seine Bedeutung. Denn jeder erschafft sein eigenes, individuelles, wunderschönes Kunstwerk, in dem Tempo und der Atmosphäre, die man selbst braucht um sich zu entfalten.

 

Schau dir auch das an

Werft auch einen Blick auf die Isy’s tallentierte Fotografen:
Fotografie Sander | Lightspruch Photography | Giang Nguyen Photography

Hat dir die Folge gefallen? Wir hoffen ja! Wenn du selber Cosplayer oder Cosplayerin bist würden wir uns freuen, wenn auch du Teil unserer Serie bist. Wir haben alle nötigen Informationen in einem Beitrag zusammengetragen. Du findest ihn hier.

Über den Autor

Profilbild von Pascal Grawinkel

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt's dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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