Das Jahr 2016 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und wir hier bei PlayCrits.de gedenken diesem Jahr in einem famosen Jahresrückblick, über die besten Spielehighlights und die nicht ganz so tollen Spielen 2016.

Dieser Artikel ist Teil der Editors Year In Review Serie. Weitere Teile sind verfügbar.

Oh 2016, du warst ein echt beschissenes Jahr … also was das Weltgeschehen anbelangt. Trump, Brexit, Flüchtlingskriese, Terror und so weiter. Aber gut das politische wollen wir hier ja eigentlich außenvorlassen. Was die Spiele für dieses Jahr angeht kann man wohl oder übel sagen, dass es einige richtig tolle Spiele gab. Zumindest diejenigen die ich auch gespielt habe und das allererste Spiel, das ich hier erwähnen möchte ist dafür eine totale Vollkatastrophe.

Star Wars: Battlefront, erschien eigentlich 2015, aber wir (oder zumindest ich) werden auch Spiele hier mitreinnehmen, die schon älter sind, wir aber 2016 erst gespielt haben. Das Spiel bekam ich zu Weihnachten 2015, denn obwohl ich sowohl riesiger Star Wars-Fan als auch bekennender Battlefront-Anhänger bin, so war die neu Interpretation von DICE und EA ein Griff ins Klo. Zumindest im Januar 2016, mittlerweile soll es ja ganz okay sein, aber das kann ich nicht mehr beurteilen. Zu ausschweifend möchte ich hier eigentlich zu Star Wars: Battlefront gar nicht werden, denn dafür gibt es bereits eine eigene Kolumne dazu. Nur so viel: Danke EA, dass ihr mir wieder einmal zeigt, was für gigantische Arschgeigen ihr doch seid. Nach nicht einmal 12 Stunden landete Battlefront im Regal und wurde von der Festplatte gelöscht. Dieser Schund kommt mir nicht mehr ins Laufwerk! Aber hey, ich gebe die Hoffnung noch nicht auf. Star Wars: Battlefront 2, was 2017 erscheinen soll und eine Kampagne haben wird, kommt und es könne eine neue Hoffnung sein oder das Imperium schlägt doch wieder zurück.

Das nächste Spiel ist ebenfalls ein Spiel, dass eigentlich nicht 2016 erschienen ist, aber ich hab es eben erst dieses Jahr gespielt und zu lieben gelernt. Life is Strange ist mit Abstand eines meiner Lieblingsspiele geworden, nicht nur für 2016 sondern allgemein. Max und Chloe sind tolle Charaktere, die ich gerne bei ihrer Reise begleitet habe. Ich hab mit ihnen mitgelitten, aber auch mitgelacht und am Ende stand das wohl emotionalste Ende an, das ich wohl jemals in einem Videospiel hatte. Doch genau wie bei Battlefront möchte ich gar nicht so viel mehr sagen, denn auch hier gibt es bereits eine eigene Kolumne für. Ich kann dieses Spiel nur jedem herzlichst empfehlen, es ist ein fantastisches Adventure, das zu Recht so gefeiert wird, wie es wird.

The Witcher 3 war ein Spiel, dass ich erstes dieses Jahr mit allen DLCs nachgeholt habe. Interesse war bereits bei Release vorhanden, doch andere Spiele haben mich stets davon abgehalten. Im Frühling holte ich es mir und war förmlich weggeblasen vom Spiel. Nicht nur von der immensen Größe, sondern vor allem wie sie diese Spielwelt gefüllt haben. Mit Charakteren wie dem Blutigen Baron, den ich wohl nie vergessen werde, und Nebengeschichten die so gut sind, dass sie auch die Hauptgeschichte sein könnten. Es ist eine Welt in der man sich verliert, aber eigentlich nicht sein will. Auf der anderen Seite wirft es Fragen der Moral auf und übt Sozialkritik, etwas das viele andere Spiele leider nur zu selten machen. Ich habe viel Zeit in das Spiel versenkt und bereue keine Minute davon. CD Projekt Red ist ein wahres Meisterwerk gelungen.

Overwatch ist das nächste Spiel in meinem Jahresrückblick und wie es für Blizzard sich gehört, geben sie sich alle mühe und sind die Ruhe selbst, wenn es um Perfektion geht. Klar, das Spiel ist nicht perfekt, das ist keines, aber was das Balance zwischen den Helden, den Maps und den Spielspaß angeht ist es wohl einer der besten Ego-Shooter der letzten Jahre. Mit einer Prise MOBA gespickt ist Overwatch definitiv ein Spiel, das ich auch 2017 noch spielen werde.

Mit Stellaris zeigt Paradox mal etwas neues und statt der Erde gehen wir dieses mal in den Weltraum. Das 4X-Strategiespiel stattet uns dabei mit einigen Möglichkeiten aus, wie wir diesem Spiel umgehen. Möchten wir Kriegstreiber sein und unser Sternensystem in ein galaktisches Imperium verwandeln, oder versuchen wir mit Diplomatie uns mit anderen Alienvölkern zu verbünden um uns gegen eben diese Kriegstreiber, Gefallenen Imperien oder Katastrophen zu schützen. Das Spiel besitzt viel Tiefe und dank dem regen Support von Paradox kommen nicht nur neue Features durch DLCs, sondern auch deutliche Verbesserungen durch Updates. Ich bin gespannt was dieses Spiel 2017 macht und freue mich schon sehr darauf, wenn Paradox endlich einen DLC zu Superwaffen (Todesstern und so), Spionage und Handel ins Spiel bringt. Ach ja und die Mod Community ist Spitze, wer auf ein neues Star Wars Strategiespiel wartet hat hier genau das Richtige und eine Mass Effect Mod gibt es auch. Das nenne ich mal vielseitig.

Battlefield 1 mag für viele dieses Jahr ein echtes Meisterwerk sein was den Multiplayer angeht, zudem geht man in den 1. Weltkrieg und geht weg vom gegenwärtigen Kriegsszenario. Ich hingegen kann mit Battlefield im allgemeinen wenig anfangen, zu langsam ist mir das ganze. Battlefield 1 ist dabei keine Ausnahme. Gezockt hab ich das Spiel während einer Open Beta, unter anderem mit Dirk. Obwohl er mich immer wieder dazu drängt es zu holen, so kann ich mit damit nicht anfreunden. Nicht falsch verstehen, es ist ein gutes Spiel und die Grafik sowie Atmosphäre sind klasse, aber rein spielerische sagt es mir einfach nicht zu. Sorry Dirk.

Als Fußballfan kam ich auch in diesem Jahr nicht umher das neue FIFA 17 zu kaufen. Ja, es ist dasselbe wie FIFA 16 und die male zuvor. Noch immer beklage ich die fehlenden Nachbauten aller Stadien aus der Bundesliga oder LaLiga sowie die teils echt schlecht und generisch aussehenden Spielerfiguren selbst von solch tollen Spielern wie Leroy Sané oder Claudio Bravo. Aber hey, mit dem FC Barcelona hab ich ja so gut wie alles, außer das Camp Nou … na toll. Spaß hab ich aber trotzdem und das wird sich wohl auch nicht mit FIFA 18 ändern.

Eine der größten Enttäuschungen des Jahres war für mich ReCore. Das zweite Spiel an dem Keiji Inafune in diesem Jahr beteiligt war und genau wie Mighty No. 9 war auch ReCore eine Enttäuschung. Es beginnt mit einer schwachen Story und endet damit, dass man um diese weiter erleben zu können grinden muss. Da kommt ja Freude aus. Gespickt mit unterdurchschnittlicher Grafik hat sich Inafune und dem irgendwann lahmen Kämpfen keine Freude gemacht. Es gibt von diesem Oldschool-Spiel durchaus Fans und das ist okay, aber für mich war es ne herbe Enttäuschung.

Forza Horizon 3 hingegen war das Gegenteil von einer Enttäuschung. Ich habe viel von Horizon 3 erwartet und ich wurde nicht enttäuscht. Australien bietet als Spielwelt viel optische Abwechslung, die Rennen sind toll, der Sound wie immer großartig und von den Autos muss man ja gar nicht erst anfangen. Ein rundum großartiges Spiel, dass bei keinem Rennspielfan fehlen sollte. Mehr gibt es im Test zum Spiel.

Nach sehr langer Wartezeit kam dieses Jahr endlich ein neuer Teil von Mirror’s Edge heraus. Dabei ist Mirror’s Edge: Catalyst keine Fortsetzung sondern ein Reboot. Na ja, okay. Kann man ja machen, denn der erste Teil war jetzt kommerziell nicht so wahnsinnig erfolgreich. Umso mehr freute es mich natürlich, dass EA es überhaupt zuließ, dass ein neuer Teil gemacht werden darf. An den sehr linearen ersten Teil, denn ich sehr gerne mag, kommt Catalyst aber nicht heran. Die offene Spielwelt ist an sich ja recht schön, aber die Nebenaufgaben sind leider typisch geworden. Anstatt wirkliche Geschichten neben der Hauptstory zu erzählen gibt es fast nur Sammelaufgaben und Liefermission. Lahm. Klar ein paar Nebenmissionen mit Story gibt es, aber die kann man halt an seinen Händen abzählen. Spaß machte mir Catalyst dennoch, ob es aber dieses mal eine Fortsetzung gibt ist wohl eher fraglich.

Als langjähriger Pokémon-Fan seit frühsten Kindheitstagen gingen an mir selbstverständlich die neusten Edition Pokémon Sonne und Mond nicht stumm vorbei. Pokémon begeistert mich selbst nach der 7. Generation noch und ich habe viel Spaß neue Pokémon in der Alola-Region zu finden, zu trainieren und zu füttern. Gut nicht alle sahen gut aus oder waren einfallslos, aber die gab es eigentlich in jeder Generation. Dennoch am Ende wurde ich der erste Champion der Alola-Region und das darf durchaus mal gefeiert werden. Ich freue mich zumindest darauf, was als nächstes kommt und bis dahin mache ich virtuell Urlaub in Alola.

Der dritte Teil war eine voll Katastrophe und da kam wohl jemanden die kluge Idee den beliebtesten Teil der Strategiereihe zu nehmen und eine Fortsetzung zu entwickeln. Als Fan von Stronghold Crusader wehrte ich mich lang gegen Stronghold Crusader 2. Ich hatte schlichtweg kein Interesse daran und was soll ich sagen, es half nichts. Im Herbst holt ich mir Crusader 2 und es ist für mich ein echt schlechtes Spiel. Die Performance ist unter aller Sau, denn meine PC ist nicht mehr der beste, aber wenn er noch Battlefield 3 auf Ultra hinbekommt, dann sollte er wohl die eingestaubte Technik von Stronghold Crusader 2 hinbekommen. Oh weit gefehlt! Es rucket und das auf mittleren Einstellungen. WTF? Zudem ist das Spiel einfach nicht gut geworden, nichts fühlt sich hier irgendwie richtig an. Da spiel ich doch deutlich lieber das Original, das sieht um ehrlich zu sein auch in der HD-Version besser aus. Deutlich besser und es ruckelt nicht!

Obwohl sich Titanfall gut verkauft hat, zumindest auf der Xbox One, so sonderlich langlebig war der Multiplayershooter nicht. Deshalb bekam Titanfall 2 eine Solo-Kampagne, die überraschenderweise recht gut war, und einen tollen Multiplayer dazu. Aber irgendwie will es mit den Verkaufszahlen dann doch nicht hinhauen. Vermutlich weil EA, der Publisher, die tollte Idee hatte das Spiel zeitnah zu Battlefield 1 und dem neuen Call of Duty zu veröffentlichen. Tja, blöd gelaufen. Ich finde es schade, dass viele diesem tollen und schnellem Shooter kaum eine Chance geben und doch lieber wieder auf das gefühlt 40 Call of Duty setzen oder eben im WW1 in Battlefield umherrennen. Dabei ist auch die DLC-Politik echt toll, denn es gibt (aktuell) keine. Neue Maps und etc. erscheinen per Updates. Fanliebling Angel City kam bereits als Update zurück. Wie dem auch sei, hoffe ich dass 2017 vielleicht doch noch ein gutes Jahr für Titanfall 2 wird. Unmöglich ist es nicht.

Das Fazit für dieses Jahr ist für mich persönlich sehr gut. Ich hatte und hab noch viel Spaß mit Spielen wie Overwatch, Stellaris oder Titanfall 2. Zudem durften sich gleich drei Spiele in meine liebsten Spiele aller Zeiten einreihen (Life is Strange, The Witcher 3 und Forza Horizon 3), die nun auf einer Stufe mit Mass Effect 2, Star Wars: Knights of the Old Republic, Guild Wars 2 und BioShock: Infinite stehen. Für mich ging Life is Strange sogar so weit, dass ich es mir auf meiner Haut verewigen ließ. Es gab auch Spiele die mich enttäuscht haben oder andere die ins nächste Jahr verschoben wurden, aber am Ende bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Ich freue mich auf das Spielejahr 2017, auf die neuen Konsolen (Nintendo Switch und Xbox Scorpio) und auf Spiele wie Mass Effect: Andromedea oder endlich mal Cyberpunk 2077. Dauerbrenner waren auch Guild Wars 2 oder Star Wars: The Old Republic, doch beide ließ ich hier aus. Da ich diese wohl sonst jedes Jahr erwähnen müsste.