Wir durften die neueste Version des Magix Music Makers aus dem Jahre 2016 testen! Lest im Review was für Erfahrungen man mit der kleinen Soundschmiede machen kann!

Mit seiner sehr benutzerfreundlichen Oberfläche und vielen praktischen Hilfen will der Magix Music Maker schon seit jeher Neueinsteigern ohne Vorkenntnisse an die Musikproduktion heranführen. Eine Menge an einfach verständlicher Funktionen, zigtausende Loops & Samples, teils hochwertige virtuelle Instrumente und zahlreiche Effekte machen nicht nur Anfängern Spass, sondern können auch für geneigte Amateure sehr interessant sein. Optisch scheint der Magix Music Maker 2016 sehr erwachsen sein zu wollen, mich erinnert er persönlich an eine abgespeckte Kreuzung aus Cubase und Ableton, technisch kann und will der Magix Music Maker aber auch gar nicht an diese beiden Platzhirsche heran reichen, denn das Hauptaugenmerk legt Magix eben auf Neueinsteiger. Ein DAW (DAW = Digital Audio Workstation) für jedermann sozusagen, und das zum sehr erschwinglichen Einstiegspreis.

 

Von alt zu neu

Den ersten (und auch gleichzeitig den letzten) Kontakt zum Magix Music Maker hatte ich vor geschätzt 15 Jahren. Damals war der Magix Music Maker wirklich äusserst minimalistisch gehalten. Es gab nicht viele Spuren, und man hatte – was auch heute noch die Kernkompetenz der Software ausmacht – die Möglichkeit vorgefertigte Audiodateien, so genannte „Samples“ aneinander zu reihen, und konnte auf schnellste Art und Weise „eigene“ Musik produzieren.

Ihr merkt schon, ich schreibe „eigene“ in Anführungsstrichen. Warum? Weil so wirklich selbst gemacht ist es ja nun doch auch wieder nicht, wenn ich denn nur vorgefertigte Samples verwende, auch wenn diese mittlerweile teils radikal manipulierbar sind.  Nun kommt etwas das mir wirklich sehr positiv aufgefallen ist: Man kann im neuen, von uns getesteten Magix Music Maker 2016, mittlerweile weitaus mehr als nur Samples hintereinander klatschen. Magix‘ neue Version der Digital Audio Workstation weist eine sehr interessante Neuerung auf: Man kann VST Instrumente benutzen! Hierzu muss man lediglich in den Programmeinstellungen unter „Verzeichnisse“ den Pfad zu den installierten VST Plugins angeben. Dies soll wohl schon auch in älteren Versionen der Software möglich gewesen sein. Wie kinderleicht das geht haben wir hier im GIF für euch dargestellt.

Nach auswählen des VST Installationsordners initialisiert der Magix Music Maker 2016 alle dort vorhandenen VST Instrumente, und diese sind dann ebenso einfach wie die Onboard Instrumente oder auch die Samples, per Drag&Drop einzusetzen.

 

Ganz eigene Kreationen möglich

Die Tatsache also nun sowohl die mitgelieferten, als auch VST Instrumente von Drittherstellern zu nutzen, erweitert die Bandbreite der musikalischen Kreativität enorm, denn da gibt es eine manigfaltige Auswahl an unterschiedlichsten virtuellen Instrumenten und Effekten. Vieles gibt es gratis, und noch viel mehr kann man käuflich erwerben. Ein lohnenswerter Schritt für den ich Magix sehr loben möchte.

Magix‘ eigene VST Instrumente weisen einen VST-üblichen Aufbau auf. Am Beispiel vom hauseigenen virtuellen Instrument Vita wird klar deutlich: Das ist ein echtes vollwertiges VST Instrument, mit ADSR Reglern, Filtern, diversen Effekten wie Delay, Reverb und auch einem Distortion Filter. Mit dem Teil kann man es also schon richtig krachen lassen! Aber auch der DN‑E1 VST Synthesizer kann sich mit ganz ähnlichen Funktionen ebenso sehen bzw. hören lassen!

grafik-457-vita2-int dn-e1

Genial: Man hat, wie auch bei den grossen DAWs, eine echte Piano Roll, und kann Noten und Melodien frei spielen, und sich somit absolut individuelle eigene Loops und Samples zusammenbauen. Man kann Midi aufnehmen und bearbeiten, sollte man ein Midikeyboard benutzen, selbiges gilt nach auch für externe Hardwaresynthesizer und Instrumente. Somit ist der Magix Music Maker auch sehr praktisch um z.B. eigenen Gesang, selbst gespielte Musik auf der Gitarre, Schlagzeug, Keyboard, oder allen sonstigen Quellen welche über ein Mikrofon verfügen aufzunehmen. Ein Audiointerface oder eine Soundkarte mit entsprechenden Eingängen ist hierfür natürlich vorausgesetzt.

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Hier zu sehen: Die Pianoroll mit einem zusätzlich hinzugefügten VST Instrument (M42 Nebula)

Kommen wir zum nächsten sehr wichtigen Teil eines DAWs:  Die Effekte. Man kann für jede Spur einige verschiedene Soundeffekte  laden, von einem einfache gehaltenen Kompressor über 6-Band Equalizer, einen Stereoprozessor für mehr akustische Dynamik, einen simplen Halleffekt bis hin zu einem Echo. Ferner kann man noch ein paar Magix-eigene VST Soundeffekte hinzufügen. Diese bieten nochmal ein paar mehr Effekte wie Chorus, Flanger, ein Phaser und  sogar eine Bitmachine. Hierbei handelt es sich um einfache, aber durchaus sehr funktionale und praktisch orientierte Varianten diverser üblicher Effekte, aber auch hier gilt wieder: Man kann ganz einfach auch hierfür VST Plugins von Drittanbietern nutzen, ein wirklich tolles Feature!

 

Hörgenuss

Final haben wir hier für euch noch einen musikalischen Querschnitt über die Möglichkeiten, welche der Magix Music Maker 2016 zu bieten hat, für euch angefertigt! Eine Hörprobe davon, was mit dem Magix Music Maker 2016 unter anderem alles möglich ist.

Wertung
Funktionsumfang85
Bedienbarkeit90
Effizienz85
Übersicht85
Feedback85
eigenständiges und sehr intuitives Arbeiten, mit einer relativ schnellen Lernkurve
eine grundsätzlich vollwertige DAW mit entsprechenden Funktionen, wie man sie häufig nur bei meist deutlich teureren Herstellern findet
Aufnahmefunktion von externen Quellen, wie z.B. eine Gitarre oder eines Keyboards, sowie auch von Hardwaresynthesizern ohne komplexe Schritte möglich
nicht für MacOSX verfügbar
Audiorestauration von qualitativ schlechtem Eingangsmaterial nur über Plugins von Drittherstellern machbar
86
Eindrücklich
Fazit
Magix hat unserer Meinung nach alles anders - und vor allem besser gemacht, und ist schon lange kein "billiger Sample Sequenzer" mehr. Man hat soviel Spuren zur Verfügung wie man braucht, jede Menge Möglichkeiten seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, und durch die Fülle an mitgelieferten Samples und VST Instrumente bekommt man sehr schnell interessante Ideen für einen eigenen Song. Für jeden der schon immer mal Lust hatte in die Welt der Musikproduktion reinzuschnuppern, ist der Magix Music Maker 2016 eine klare Empfehlung. Man wird nicht überfordert und mit komplexer Menüführung erschlagen, sondern kommt wirklich zügig zu wahrlich guten Ergebnissen, auch Amateure können von der schnellen und simplen Art und Weise des produzierens durchaus profitieren. Für den Profiproduzenten oder Audiogurus gibt es natürlich klar bessere, professionellere Lösungen, diese sind dann aber auch häufig deutlich teurer in der Anschaffung, und können ohne ein gewisses Grundwissen der Materie ziemlich schnell ermüdend, und alles andere als einfach sein.
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