Wir schreiben das Jahr 2006, die Xbox 360 ist noch brandneu und ihr fehlen noch die großen Hits. Halo 3 wird 2006 nicht erscheinen und das meistgespielte Spiel online ist tatsächlich Halo 2 von der ersten Xbox.

Doch am 17. November 2006 erscheint Gears of War. Schon die Grafik lässt zu diesem Zeitpunkt sämtliche Kinnladen herunterklappen und mit der Deckungsmechanik, die Gears of War zwar nicht erfand, aber salonfähig machte, brachten sie einen unheimlich guten Third-Person-Shooter auf die noch ziemlich frische Xbox 360. Da Halo 3 ja erst im September 2007 erschien und auch die Call of Duty-Reihe zu diesem Zeitpunkt vor Modern Warfare noch lange nicht so riesig war, wie es dieser Name heute ist, hatten die Xbox 360-Spieler einen Action Hit ohne viel Konkurrenz in den Läden stehen. Es verkaufte sich wie geschnitten Brot und das auch völlig zu Recht, da es qualitativ sehr hochwertig war. Überall? Nein, in Deutschland nicht, da es nicht auf dem deutschen Markt erschienen ist und darüber hinaus am 25. November 2006 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde. Ich war glücklicherweise im Besitz einer Import-Version.

Im Juli 2016, also zehn Jahre später wurde Gears of War vom Index gestrichen und ist jetzt (genauso wie die Ultimate Edition für die Xbox One) freigegeben ab 18 Jahren.

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Neben der ausgezeichneten Grafik und dem damals sehr innovativen Deckungssystem gab es etwas, dass ein absolutes Markenzeichen für die Serie wurde. Der Lancer, eine Sturmgewehr-Kettensägen-Kombination. Diese Waffe sorgte für einen Großteil der sehr expliziten Gewaltdarstellung, da hier sehr detailliert dargestellt wird wie ihr nicht menschlichen (aber sehr menschlich aussehenden-) Gegner, die Locust, zersägt. Aber die Gewaltdarstellung diente in diesem Spiel nicht als einziger Verkaufsgrund, denn unter den Actiontiteln der letzten Konsolengeneration ist Gears of War sehr weit oben anzusiedeln, obwohl das Spiel schon so früh im Konsolenzyklus erschienen ist. Die Handlung war zwar dünn, Leveldesign (auch wenn es Schlauchlevels waren) und die teils sehr düstere und apokalyptische Atmosphäre kombiniert mit den markigen Sprüchen der Klischee Heldenriege konnten überzeugen. Auch eine gruselig schlechte deutsche Synchronisation konnte dem sehr gelungenen Gesamtbild hier nicht mehr schaden.

Der Spielspaß in der Kampagne verdoppelte sich jedoch noch einmal, wenn man sie kooperativ mit einem Kumpel durchgespielt hat. Sowohl online und offline per Splitscreen sind möglich. Der Endboss ist in meinen Augen sogar nur im Coop-Modus zu meistern, allein habe ich es nie hinbekommen.

Der Multiplayer Modus orientiert sich beim ersten Teil stark an den Standard-Modi der damaligen Ego-Shooter Konkurrenz.

Sollte euch dieser Action-Hit der 2000er Jahre entgangen sein und ihr seid im Besitz eines Gaming PCs, einer Xbox One oder einer Xbox 360, dann solltet ihr dieses Spiel mal nachholen. Dazu würde ich mir an eurer Stelle einen Kumpel einladen und per Splitscreen auf Locustjagd gehen.