Während Demon’s Souls eigentlich niemals außerhalb Asiens erscheinen sollte und nur auf Grund der unzähligen Importe der Asia-Version es das Spiel doch in den Westen geschafft hat, war es mit Dark Souls ganz anders. From Software wusste jetzt wie viel Potential in dieser Serie steckt und hatte mit dem neuen Publisher Namco Bandai (bei Demon’s Souls war es Sony) auch die Möglichkeit das Spiel für die Xbox 360 zu veröffentlichen. Jedoch gab es wieder eine Gruppe, die lautstark protestierte, dass sie auch Dark Souls spielen wollen! Dieses Mal waren es die PC Spieler, die dieses Hardcore-Rollenspiel unbedingt auf ihr System haben wollten und nach einer erfolgreichen Petition bekamen sie Dark Souls in der Prepare to Die-Edition mit knapp ein Jahr Verspätung.

Der durch Demon’s Souls ausgelöste Hype trug Dark Souls in ungeahnte Höhen. Jedes Medium das sich mit Videospielen beschäftigt hat auch über Dark Souls berichtet. In meinen Augen ist diese Hype-Welle zu Recht ausgelöst worden, denn die beiden Spiele sind zwar nicht perfekt, sind aber etwas sehr Besonderes. Sie wirken für mich wie Paradiesvögel im AAA-Spiele einerlei.

Im Nexus von Demon’s Souls gab es einen zerstörten sechsten Archstone den man nicht benutzen konnte. Viele gingen davon aus, dass der Level „Land of the Giants“ als DLC nachgereicht werden würde. Als Dark Souls dann angekündigt wurden hatten viele die Theorie, dass From Software auf die Idee gekommen ist aus der Entwicklung des DLCs ein eigenes Spiel zu machen. Das wurde meines Wissens weder offiziell bestätigt noch dementiert, halte es aber durchaus für möglich.

DS1-Bonfire

Dark Souls ist gerade für Neulinge unfassbar schwer, aber ist in vielen Dingen einfacher und zugänglicher geworden als Demon’s Souls. Das überleveln einer Waffe ist beim Schmieden einer Bosswaffe jetzt kein Problem mehr, denn jetzt kann man Waffen ab Level 10 in eine Bosswaffe verwandeln und nicht nur mit Level 10. Downgrades können jetzt auch so beim Schmied durchgeführt werden, man benötigt kein bestimmtes Material mehr. Auch die Abkehr von einem zentralen Nexus zu dem Leuchtfeuersystem macht das Spiel zugänglicher, denn bei Dark Souls gibt es vor den meisten Bossen ein Leuchtfeuer oder eine Abkürzung zu einem vorherigen Leuchtfeuer, so dass man nicht nach jedem Tot in einem Bosskampf wieder den ganzen weg wiederholen muss, bei Demon’s Souls war das immer so, es sei denn es gab direkt zwei Bosse hintereinander. Auch Welttendenz und Charaktertendenz gibt es in Dark Souls nicht mehr. In Demon’s Souls hatte man nur im lebendigen Zustand seine volle Energieleiste zur Verfügung, im Zustand Untot halbierte sich diese, bei Dark Souls gibt es diese Zustände auch, jedoch haben sie keinen Einfluss auf die Energieleiste.

Das alles machte Dark Souls etwas umgänglicher, jedoch nicht wirklich einfacher, da auch Dark Souls rigoros schwer ist! Manche Dinge sind auch schwerer geworden. In Demon’s Souls hat man Heilkräuter, die man Sammeln kann, in Dark Souls gibt es Estus Flask, der sich nur an einem Leuchtfeuer auffüllen lässt und mit der Menge (normalerweise 5 bis 10, je nach Leuchtfeuer) muss man es bis zum nächsten Leuchtfeuer schaffen. Auch Zauber und Pyromanie haben eine vorgegebene Anzahl in Dark Souls, die sich nur am Leuchtfeuer auffrischen lässt. In Demon’s Souls konnte man Gewürze konsumieren um seinen Zauber weiter verwenden zu können. Auch das Konzept der Verfluchung ist unheimlich angsteinflößend! Wenn man im Spiel von bestimmten Gegnern verflucht wird, dann halbiert sich die Lebensenergie permanent und man benötigt einen bestimmten sehr seltenen Gegenstand oder einen NPC, der an einem komplett anderen Ende der Spielwelt zu finden ist. Zwei Abschnitte des Spiels möchte ich hier noch besonders Erwähnen, nämlich die Schandstadt (Blighttown) und das Grabmal der Riesen (Tomb of Giants). Dark Souls ist immer schwer, aber was einem nach dem Klaffdrachen erwartet ist einfach unfassbar. Ihr Klettert eine lange Leiter hinunter und findet euch in auf einem schmalen, wackeligen Holzsteg von Blighttown wieder, links und rechts erwartet einen nichts als Tot durch freien Fall.

Die Gegner die euch hier entgegen kommen sind große Brocken mit einer Keule die großen Schaden macht und einen gleichzeitig vergiftet. Humanoiden Gegner, die einen über das Schild beißen können, gibt es auch und die fieseste Ausgeburt der Hölle sind die Blowdart Sniper. Die Typen stehen immer weit weg und beackern einen mit Giftpfeilen, die sie in sehr hoher Frequenz schießen. Diese Pfeile haben aber nicht das Standardgift der anderen Gegner, sondern Toxin, das einen sehr viel schneller sterben lässt. Darüber hinaus braucht man auch ein ganz bestimmtes Moos, um es zu heilen, das nirgendwo in der Nähe gedroppt wird. Irgendwann nach unzähligen Versuchen schafft man es bis nach unten und denkt, dass man es geschafft hätte, hat man aber nicht! Unten ist der gesamte Boden der Schandstadt mit Schlamm bedeckt, der einen permanent vergiftet und einen stark verlangsamt, während sich alle Gegner normal schnell bewegen können. Blighttown ist der Inbegriff eines Levels, den man nie spielen wollte. Der Zweite Abschnitt ist die Tomb of Giants und ist für mich noch schlimmer als Blighttown. Unter den Katakomben befindet sich das Grabmal der Riesen, das vollständig im Dunkeln liegt und wenn ich dunkel sage, dann meine ich wirklich komplett dunkel. Man benötigt einen bestimmten leuchtenden Helm oder die Schädellaterne. Der Helm ist leider nicht allzu effektiv und wenn man die Schädellaterne benutzt, dann kann man kein Schild tragen. Ach ja und in der vollständigen Dunkelheit warten Riesenskelette und Riesenskeletthunde die richtig krass austeilen können und einen immer bemerken. Ich habe den Abschnitt mit meinem Kumpel zusammen gespielt und wir hatten den tollen Plan, dass ich mit dem besten Schild des Spiels voran gehe und er in Reihe 2 Licht macht mit der Schädellaterne, leider wäre Dark Souls nicht Dark Souls wenn es funktioniert hätte. Jeder Spieler sieht nur sein eigenes Licht, also bringt es nicht wenn ein eingeladener Online-Spieler eine Laterne benutzt, denn hell wird es nur auf seinem Bildschirm. Vielen Dank From Software!

dark-souls-no-easy-mode

Was in meinen Augen jedoch noch sehr viel besser geworden ist, ist das Leveldesign. In Dark Souls ist die ganze Welt miteinander verknüpft und man kann nach dem man das Undead Asylum verlassen hat schon fast überall hin laufen. Es ist quasi so, als wäre der Feuerbandschrein (das erste Leuchtfeuer nach dem Tutorial) der neue Nexus, der sich aber in Mitten aller Levels befindet. An manchen Stellen gehe ich gefühlt Stunden einem Level nach um dann plötzlich eine Tür zu öffnen oder eine Leiter zugänglich zu machen um mich am gleichen Leuchtfeuer wieder zu finden, wo ich vor Stunden startete. Dieses Levelkonstrukt macht die Welt so unglaublich lebendig, so dass ich mich selbst heute, Jahre nach dem Durchspielen, noch immer an die meisten Abschnitte, Gegner und sogar Items erinnere! Das hat noch kein anderes Spiel bei mir geschafft.

Auch die Geheimnisse die Dark Souls birgt sind so in keinem anderen Spiel zu finden. In einem Baum in Blighttown gibt es zwei versteckte Durchgänge, die in das Innere des riesigen Baumes führen. Dieser Ort nennt sich The Great Hollow. Wenn man die Verästelung bis ganz nach unten geht, könnt ihr den Baum verlassen, dann seid ihr am Ash Lake. Ein einzigartiges Gebiet, das vollständig versteckt ist. Ähnlich ist es bei der Painted World of Ariamis. Hierzu müsst ihr mit dem großen Raben zurück in das Undead Asylum fliegen und zurück in eure Zelle gehen. Hier liegt jetzt eine Puppe. Wenn ihr diese Puppe bei euch tragt und in Anor Londo ein riesiges Gemälde berührt, dann stürzt ihr hinein und seit wieder in einer völlig versteckten Welt die in diesem Spiel steckt.

Selbst der DLC Atorias from the Abyss ist total versteckt in dem Spiel. Übrigens ist es einer der besten DLCs, die ich je gespielt habe.

DS1-IronGolem

Ihr könnt Skyrim bereits auswendig? Ihr seid so oder so die besten Gamer ever? Dann messt euch mit dem Fürsten und wenn ihr Gwyn besiegt habt, dann habt ihr wirklich etwas geschafft. Das Gefühl in diesem Spiel etwas zu erreichen ist unbeschreiblich. Dark Souls durchzuspielen ist etwas, dass man in seinem Gamer-Lebenslauf weit oben erwähnt und das zu Recht. Jeder der es durchgespielt hat wird diese Leistung von anderen zu würdigen wissen, denn das werden niemals alle schaffen, nicht mal die Mehrheit. Dark Souls ist der Name der nicht ohne Grund für Insider ehrfurchtgebietend ist!

Über den Autor

Zentrum des überflüssigen Wissen und Gamer der alten Schule!

Ähnliche Beiträge