Lange lief dieser Exklusivtitel von Microsoft unter meinem Radar, obwohl ich Max Payne und Alan Wake von Remedy sehr mag. Lange wusste ich außerdem nicht mal um welches Genre es sich handelt. In den letzten zwei Monaten bin ich aber doch auf Quantum Break aufmerksam geworden und war sehr gespannt was das alles bedeutet, Third-Person-Shooter mit Zeitspielereien und eine integrierte TV-Serie? Vorstellen konnte ich mir darunter nicht viel, aber es klang spannend und mutig.

Visuelle Oberklasse

Ich habe das Spiel inzwischen zwei Mal durchgespielt und möchte vorweg eines festhalten, die Grafik sieht fantastisch aus und das sowohl aus technischer Sicht, als auch der Stil als solches. Es gibt Bilder in diesem Spiel, die ich so noch nicht gesehen habe. Wenn die Zeit mitten in einer Explosion anhält und man durch die, in der Luft stehengebliebenen, Gegenstände geht, ist das sehr beeindruckend und sieht fantastisch aus!

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TV-Serie im Preis enthalten

Zwischen den Akten gibt es Live-Action-Folgen einer quasi TV-Serie, die nur für dieses Spiel gedreht wurden. Jede Folge dauert etwas über 20 Minuten und sie passt sich sogar den getroffenen Entscheidungen an. Es ist möglich sie zu überspringen, ich rate jedoch davon ab, weil sie sich einerseits so harmonisch einfügen, dass ich manchmal nicht wusste, ob ich die Szene in einer In-Game-Cutscene gesehen habe oder in einer dieser TV-Folgen und andererseits wird man einige Dinge wohl nicht verstehen, weil sie in der TV-Serie passiert sind.

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Diese TV-Serie ist jetzt bestimmt nicht die beste Serie die ich je gesehen habe, aber sie ist ordentlich produziert worden und hat eben auch gute Schauspieler. Es sind übrigens vollwertige Handlungsbögen die hier erzählt werden und nicht etwa kurze Missionserklärungen im Trash-Stil wie bei den alten Command & Conquer spielen.

 

Bei Zeitreisen schwirrt mir der Kopf

Die Handlung ist in meinen Augen für ein Videospiel hervorragend erzählt und sucht in seinem Medium seines Gleichen. Hier und da gibt es vielleicht ein paar Logiklöcher, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten und alles in allem ist kaum ein Videospiel so cineastisch hochwertig wie Quantum Break. Zur Handlung selbst möchte ich eigentlich nicht allzu viel schreiben, da ihr diese schon selbst erleben müsst. Das ein oder andere schreibe ich aber dennoch für den Einstieg. Ihr spielt Jack Joyce, der seinen Freund Paul Serene besucht, der mit Jacks Bruder Will Joyce an einem großen Projekt arbeitet. Das Projekt ist eine Zeitmaschine und Paul will sie unbedingt ausprobieren, während Will starke Bedenken hat. Jack hilft Paul bei einem Selbstversuch der auch geklappt zu haben scheint, dann taucht Will mit einer Waffe auf und bei einem darauf folgenden Unfall wird ein Riss in der Zeit erzeugt.

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Durch diesen Unfall bekommt Jack auch seine besonderen Fähigkeiten die Zeit zu manipulieren. Ab diesem Zeitpunkt tauchen immer wieder Interferenzen in der Zeit auf, die das vollständige Leben einfrieren, außer Jack der sich dann durch ein unwirklich wirkendes Szenario bewegt. Die Bilder sind unvergleichlich und sehr beeindruckend. Durch den Unfall an der Zeitmaschine taucht Paul Serene an anderer Stelle wieder auf und entwickelt sich zum Antagonisten des Spiels. Die Mission der Jack jetzt folgt ist es den Riss wieder zu schließen, jedoch haben Paul und seine Firma Monarch eigene Pläne und versuchen Jack mit allen Mitteln daran zu hindern.

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Am Ende eines Aktes übernimmt man die Rolle von Paul und muss eine Entscheidung treffen, die immer aus zwei Wahlmöglichkeiten besteht. Ich werde hier keine Wahl spoilern, jedoch hat diese Wahl Auswirkungen auf den weiteren Handlungsverlauf, als auch auf bestimmte Szenen in den TV-Folgen, insgesamt bleibt der rote Faden der Handlung aber der Selbe, ähnlich wie in vielen BioWare- oder Telltale-Spielen. Aber gerade wegen dieser Änderungen sollte man das Spiel mindestens zwei Mal durchspielen. Sehr angenehm fand ich die Tatsache, dass man sich vor jeder Entscheidung eine kurze Preview-Sequenz der beiden Möglichkeiten ansehen kann, um sich danach zu entscheiden.

 

Shoot Outs der Extraklasse

Beim Gameplay ist Quantum Break im Kern ein Third-Person-Cover-Shooter, als Besonderheit fällt anfangs auf, dass Jack Joyce nur „anvisiert“ schießen kann, ein Schießen aus der Hüfte ist nicht möglich. Das ist mir aber in keiner Weise negativ aufgefallen, denn die Schießereien gingen sehr intuitiv von der Hand. Die große Besonderheit sind natürlich Jacks übernatürliche Fähigkeiten die Zeit zu manipulieren. Sechs verschieden Fähigkeiten gibt es und diese sind levelbar. Nach einer Weile hatte ich nur noch den „Zeitblick“ das „Flashen“ und die „Explosion“ im Einsatz, aber gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist ein guter Einsatz von Jacks Kräften Pflicht. Die Waffen fühlen sich alle samt gut an und die Shoot Outs machen gerade Dank der Zeitmanipulation richtig Spaß. Es gibt sogar vereinzelt Bosskämpfe. Diese sind zwar nicht das Beste was ich je gesehen habe, machen aber dennoch Spaß. In späteren Abschnitten gibt es auch Gegnertypen, die ebenfalls per Technik die Zeit manipulieren können und das bringt dann nochmal neue Spannung in die Kämpfe, da man bis dahin der Überzeugung war, den Gegner gut beherrschen zu können.

Aber auch schon die Standardgegner können einen unter Druck setzen, da sie zahlenmäßig weit überlegen sind und sie einen permanent einkreisen. In mehreren Abschnitten des Spiels sind immer wieder Klettereinlagen und Zeiträtsel dabei, diese sind nie von sehr hohem Anspruch, lockern das Spielgeschehen aber gut auf. Gerade in den ruhigeren Momenten fand ich es unheimlich interessant, dass man Gespräche aus der Vergangenheit quasi wie Illusionen abspielen konnte, dieses ist nicht nur Spielerei, sondern in der Handlung auch öfters nötig. Nett fand ich auch die Funktion, dass man auf Knopfdruck die Verfolgerkamera über die rechte oder linke Schulter positionieren konnte. Ich bin Rechtshänder und fand die linke Position etwas befremdlich, aber ich bin gespannt, ob Linkshänder die linke Schulter bevorzugen würden.

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Sound während die Zeit still steht

Der Sound des Spiels braucht noch einmal eine besondere Erwähnung! Die Abmischung ist fantastisch und gerade die Soundeffekte während der Zeitmanipulationen klingen super. Vom Soundtrack des Spiels hätte ich gerne mehr gehört, denn immer wenn ich Musik gehört habe fand ich auch diese hervorragend. Die Tracks werden wahrscheinlich schon bald in meinem Auto landen.

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Mich erinnert Quantum Break in den Shoot Outs oft an Vanquish und das ist bei mir extrem positiv gemeint! Darüber hinaus mochte ich vor allem die cineastische Inszenierung und die schier unglaublichen visuellen Effekte. Quantum Break ist mit Sicherheit nicht perfekt, geht aber mutige neue Wege und wenn solche Spiele mit der Live-Action-Serien-Verknüpfung das waren, was Microsoft bei der Vorstellung der Xbox One mit diesem ganzen TV-Gefasel meinten, dann wäre ich sofort auf den Hype-Zug aufgesprungen. Remedy hat einiges versucht und vieles fantastisch umgesetzt. Quantum Break ist ein Pflichtkauf für Solospieler und Freunde von kinoreifer Unterhaltung!
Gameplay85
Visualisierung100
Story & Integration90
Genre-Wertung85
Feedback90
Positiv
cineastische Inszenierung und integrierte TV-Serie
visuelle Darstellung
gewaltige Soundkulisse
Negativ
TV-Serie nicht auf dem Niveau richtiger Top-Serien
Entscheidungen ändern nicht den „roten Faden“ der Story
Zeiträtsel hätten knackiger ausfallen dürfen und Bosskämpfe hätten spannender ausfallen können
90