Aus musikalischer Sicht war dieses Jahr ein einziger Genuss für die Gamingcommunity. Wir hatten einige Schwierigkeiten uns hier festzulegen, da es so viele gute Anwärter gab. Welche Musik hat sich am tiefsten in unseren Erinnerungen verwurzelt und gewinnt den PlayCrits Award 2015 für den Besten Soundtrack?

Wie bereits angesprochen, haben wir in dieser Kategorie dieses Jahr besonders viele Anwärter in Betracht gezogen. So bietet der Top-Down-Shooter Hotline Miami 2: Wrong Number stilechte 90er Jahre Elektrosounds, welche sich dynamisch unter das Mafiaschlachten legen und einen ungehemmten Spielfluss garantieren. Oder der gigantische Musikpool aus Fallout 4, welcher immerhin 65 Lieder umfasst und der Post-Apokalyptischen 50er Jahre Welt ihr Leben einhaucht. Ebenfalls beachten muss man den liebevoll gestaltete Indietitel Undertale von Toby Fox, welcher direkt aus den guten alten Zeiten des SNES stammen könnte, sowohl äußerlich, als auch musikalisch.

Gewonnen hat aber ein anderes, von uns bereits ausgezeichnetes, Meisterwerk, welches nicht nur durch sein Design, sondern eben auch durch seine musikalische Untermalung zu überzeugen weiß.

Ori and the Blind Forest OST von Gareth Coker

Aber was macht den Soundtrack von Ori and the Blind Forest so besonders? Man muss wissen, dass das Spiel fast komplett ohne Voice-Cast auskommt. Natürlich gibt es immer wieder das Gemurmel des Lichtwesens Sein und des Geisterbaumes, allerdings spricht dieser dumpf und in einer fremden, aber irgendwie anmutigen Sprache. Die eigentliche Kommunikation zwischen Spieler und Spiel wird durch das Geschehen auf dem Bildschirm und den Soundtrack bewirkt. Das Artdesign Oris und seiner Umwelt ist atemberaubend schön und hat daher bereits unseren Award für die beste Visualisierung eingeheimst. Angesichts der fehlenden Dialoge – Ori spricht nicht – obliegt es somit dem Soundtrack die Emotionen zu wecken und genau dies schafft das Werk von Gareth Coker überwältigend gut.

Bereits im Menü hält man inne und lauscht dem harmonischen Instrumental mit einer klagend klingenden, fast schon Sirenen-artigen, Frauenstimme im Hintergrund. Auf sich allein gestellt, ist die Musik aus Ori and the Blind Forest bereits bewegend, in Kombination mit dem unvergesslichen Artdesign aber, wird daraus eine ganz spezielle Spieleerfahrung. Der Prolog tut sein Übriges um die Kraft der Musik zu demonstrieren. Die gesamte Achterbahnfahrt rund um den jungen Ori der von seinem Heimatbaum getrennt und fortan von Naru, ein Waldbewohner der direkt aus der Feder von Studio Ghibli Legende Hayao Miyazaki stammen könnte, großgezogen wird, bis hin zu Narus Tod und dem Waldsterben, wird durchweg passend instrumental untermalt. Besonders die eingestreuten Klavierklänge, schnell und freudig in den hellen Szenen, langsam und melancholisch in der Sterbeszene Narus, laden jedes Mal zum Träumen ein. Generell lässt sich der Soundtrack wohl als extrem verträumt beschreiben.

Und da unserer Meinung nach Spiele, neben dem Spaß, gerade zum Träumen und Nachdenken anregen sollten, und Ori all dies mit Bravour schafft, zeichnen wir dieses Meisterwerk mit dem PlayCrits Award 2015 für den besten Soundtrack aus.

 

uebersicht

Über den Autor

Profilbild von Moritz Bünte

Freund des eskalativen Kuschelns, fitnessorientierter Bewegungsabläufe und erfreue mich jederweder hodorschen Lyrik.

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