Fünf Jahre sind ins Land gestrichen, seitdem das letzte, offizielle, Fallout das Licht der Welt erblickte. Nach Fallout 1, 2, Tactics, Brotherhood of Steels, 3 und New Vegas trägt Bethesdas Serienfortsetzung nun den schlichten Titel Fallout 4. Neben unserem üblichen Blick auf die Neuerscheinung haben wir in diesem Review wieder ein interessantes Gewinnspiel für euch. Diesmal gibt es neben zahlreichen Postern auch Shirts zu gewinnen. Mehr Infos dazu am Ende der Kritik.

Das folgende „Double Feature“ Review ist eine Kooperation zwischen zwei Autoren. Das Gewinnspiel findet ihr unterhalb.

 

 

The Wanderer

Es ist ein sonniger Herbsttag, an dem mit unserem Protagonisten die Geschichte um Fallout 4 beginnt. Wir schauen in den Spiegel und Entscheiden uns zwischen einer weiblichen und einer männlichen Persönlichkeit. Zu Anfang eines jeden Rollenspiels stellt man sich die Frage: „Kann ich mich mit meinem Charakter identifizieren?“. Dies geschieht zum einen durch die Modellierung des Aussehens und der Attribute am Anfang, zum anderen aber auch durch den gewählten Dialog und die getroffene Entscheidungen im Verlauf des Spiels.

Zuerst konzentrieren wir uns aber auf das Aussehen des Hauptdarstellers. Wir wählen zwischen verschiedenen Gesichtsformen, Haaren, Narben und Formen und können ganz einfach mit der Maus oder dem Controller das Gesicht zurechtrücken, ziehen oder drücken. So entstehen einzigartige Gesichter und vollkommen neue Personen, die wir für das Spiel wählen.

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Gleichzeitig können wir unseren Lebenspartner modellieren, den wir, zwar nur die erste halbe Stunde, an unserer Seite haben, uns aber dennoch etwas näher an die familiäre Bindung der beiden erinnert. Wir treten aus dem Badezimmer und unterhalten uns mit unserem Ehepartner, während der Hausroboter Codsworth durch die Gänge streift und allerhand unnütze Tätigkeiten vollzieht.

Kurze Zeit später klingelt es an der Tür und ein netter Vertreter der VaultTech steht in hellem Wintermantel und braunen Hut auf unserer Türmatte, um uns einige Fragen bezüglich unserer Person zu stellen. Wie der Zufall es will schließen wir den Vertrag zu unserer Vault Mitgliedschaft ab, die wir auch prompt wenige Minuten später benötigen, nachdem der nukleare Holocaust über die Region in New England, Commonwealth, hereinbricht. Wir flüchten an unseren Nachbarn vorbei in den bekannten Vault 111. Dort angekommen retten wir uns am besagten 23. Oktober 2077 in eine Kryokapsel gegenüber unseres Partners. Nach einiger Zeit wachen wir auf, blicken unserer besseren Hälfte entgegen und sehen wie Unbekannte unseren Sohn stehlen und unseren Lebensgefährten kaltblütig ermorden. Wir können nicht helfen und verfallen erneut in den Kälteschlaf.

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Rund 200 Jahre nach Betreten des Vaults erwachen wir aus dem Kälteschlaf, verlassen unsere Kryokapsel, fahren mit dem Aufzug an die Oberfläche und machen uns auf die Suche nach unserem Sohn, der uns aber im weiteren Verlauf weniger zu interessieren scheint, da wir zunächst einmal der Bevölkerung des Commonwealth helfen wieder auf die Beine zu kommen.

 

Wer bin ich?

Die vollständige Vertonung der Charaktere ist natürlich zunächst einmal betrachtet ein großer Vorteil, aber gleichzeitig auch ein Ärgernis für viele. Egal wie sehr wir unseren Charakter auch verändern oder uns vorstellen – er wird immer die gleiche Stimme besitzen. Die Option seinen Charakter sprachlos zu gestalten wäre natürlich eine willkommene Alternative für diejenigen gewesen, die sich eine ganz eigene Stimme zu ihrem Charakter vorstellen.

Das Problem hierbei ist, dass Bethesda es großen Titeln wie Mass Effect und teilweise auch The Witcher gleichgetan hat und auf ausführliche Dialogoptionen verzichtet hat. Stattdessen bekommen wir meist vier verschiedene Antwortmöglichkeiten kurz und knapp präsentiert. Darunter befinden sich „Sarkastisch“, „Ja“, „Nein“ und mal ein etwas ausführlicheres wie: „Bist du in Ordnung?“. Die ausführliche Antwort im Dialog übernimmt dann der Charakter. Was bedeutet, dass ein sprachloser Charakter hier keine Alternative darstellt.

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Hier beginnt die Fassade des klassischen Rollenspiels zu bröckeln, denn der Spieler muss zunächst einmal hinterfragen was genau jetzt „Sarkastisch“ in dem Zusammenhang bedeutet und was genau der Charakter von sich geben wird. Es ist allerdings schon deutlich weniger Rollenspiel, wenn ich auf einer Metaebene darüber nachdenken muss, was denn gesagt werden wird. Sobald dies geschieht ist es nicht mehr der Spieler, der das Spiel spielt, sondern der Spieler, der einen für sich fremden Charakter steuert und Anweisungen gibt, wie er sich zu verhalten hat.

Dies unterscheidet Fallout 4 von den eigentlichen Rollenspielen, in denen der Spieler die volle Kontrolle über seinen Charakter besitzt, denn er ist nun einmal der Charakter. Abgesehen von dieser Simplifizierung der Dialogoptionen stellen sich die daraus resultierenden Dialoge aber durchaus als gelungen dar. Charaktere interagieren glaubwürdig miteinander und können sich durch den Dialog beeinflussen. Auch werden andere Charaktere durch einen Dialog nicht aus ihrer Aktion gerissen sondern  beenden diese zunächst und beginnen dann das Gespräch mit dem Spieler (oder sie haben keine Lust).

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Insgesamt sind die Interaktionen zwischen den Bewohnern des Wastelands glaubwürdig und meist interessant anzuhören. Das große Problem, selbst nicht mehr die volle Kontrolle über den Dialog zu haben, bleibt allerdings bestehen.

 

Loot, Travel, Loot

Fallout typisch Kämpfen wir uns durch das vom nuklearen Krieg zerstörte Ödland rund um Boston in New England, Commonwealth. Diesmal sind wir aber nicht alleine, denn Bethesda spendiert dem Spieler neben dem am Beginn gefundenen Hund auch noch einige andere Companions, die wir im Laufe des Spiels treffen. Jederzeit können wir wählen welche Begleiter wir mit in den Kampf ziehen lassen und die uns gegebenenfalls dabei helfen Gebiete oder Instanzen einzunehmen.

Die Welt von Fallout 4 ist komplett frei begehbar und wird nur dann durch Ladezeiten unterbrochen, wenn wir durch die Schnellreise an andere Orte springen oder instanzierte Bereiche, wie ein großes Innenareal, betreten. Leider ergeben sich hier, sowohl auf der Konsole, als auch auf dem PC, teilweise recht große Ladezeiten, die aber durch die allgemeine Größe der Karte zu entschuldigen sind.

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Mit einem einfachen Tastendruck rufen wir unseren PipBoy auf, mit dem wir uns in verschiedenen Kategorien Daten, die Karte oder unser Inventar anzeigen lassen können. Die Navigation mit der Maus gestaltet sich dabei deutlich schwerer als mit dem Controller, ist mit etwas Übung aber gut zu handhaben. Das Housing System, auf das wir später noch eingehen, ist da schon eine Stufe ausgeprägter und bringt den ein oder anderen Spieler sicherlich zum verzweifeln.

Ganz nach Rollenspiel Standard finden wir in Commonwealth an jeder Ecke, in jedem Möbelstück und jeder Leiche Loot, den wir in unserem begrenzten Inventar verstauen können. Tragen wir mehr als den limitierten Platz laufen wir langsamer und können nicht mehr das komfortable Schnellreisesystem benutzen. Es kommt dabei oft vor, dass wir vor Items fast platzen und mehrmals zwischen Siedlung und Ödland wechseln müssen, sodass unsere Reise durch das Commonwealth viel zu oft durch nerviges Lagern abgebrochen wird. Das mildert den Spielfluss und macht wenig Spaß. Das verkastete Inventar macht die ganze Schoße auch nicht besser. Wie schon in Skyrim wird hier anscheinend erneut auf Hobby Modder gesetzt, die die größten Fehler richten sollen. Das klobige Menü des Inventars ist schlicht und einfach schlecht umgesetzt.

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Neben dem zahlreichen Loot finden wir aber auch zahlreiche Abenteuer. Schauplätze die wir von außen als harmlos aber interessant empfinden werden durch Erkundung zu grandios inszenierten Storyzonen, die wir mit viel Spaß erleben, und so mehr durch die Tode oder Situationen der Bevölkerung erfahren. Durch elegante Computer Hacks können wir Hologramme entschlüsseln oder Logbücher lesen. Hin und wieder fallen uns auch Zettel in die Hände, die einzelne Lebensgeschichten erklären und uns der Umgebung näher bringen.

Die Persönlichkeiten, die wir bei unserer Erkundung treffen, haben nicht immer die nötige Tiefe, lassen uns aber verstehen um wen es sich hier eigentlich handelt und wie wir mit ihm oder ihr am besten umgehen sollten. Der Faktor Rollenspiel ist hier zwar gegeben, aber nicht so ausgeprägt wie in einem früheren Fallout geschweige denn in einem Elder Scrolls. Das ist eigentlich schade, denn die einzelnen Individuen hätten viel mehr Spielraum für grandiose Charaktere und vorallem deren Charakterentwicklung gegeben.

 

You are S.P.E.C.I.A.L.

Fallout wäre nicht Fallout ohne die sieben bekannten Grundattribute Strenght, Perception, Endurance, Charsima, Intelligence, Agility, Luck. Wie auch in den Vorgängern dürfen die angehenden Wastelander einige Punkte auf die Hauptattribute verteilen, um so ihren Charakter zu formen. Dabei haben die Attribute nun noch zusätzliche, neue Auswirkungen: So steigert Perception zum Beispiel die Trefferrate mit dem V.A.T.S.System.

Für jedes Level-Up erhält man als Belohnung einen Talentpunkt. Diese können im Talentbaum in einer der jeweiligen Kategorien gegen nützliche Talente eingetauscht werden. Hier entscheiden die Grundattribute welche Talente freigeschaltet werden können. Es ist außerdem möglich mit einem Talentpunkt ein Grundattribut zu erhöhen, um zusätzliche Talente ausbilden zu können.

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Das Talentsystem ist bereits aus den vergangenen Fallout Spielen bekannt. Allerdings wurden Skillpunkte, die zum Beispiel in Fallout 3 für Medizin oder Waffenkenntnisse ausgeben werden konnten aus dem Spiel entfernt. Der Charakter definiert sich demnach nur noch über seine Grundattribute, die Talente und die Ausrüstung.

Dies ist natürlich ein Einschnitt in die Individualisierung des Charakters. Fähigkeiten, wie Schlösser knacken und Wissenschaft, boten zusätzliche Möglichkeiten zur Anpassung des Charakters. Wobei es sich im Beispiel von Wissenschaft und Schlösser knacken um eine sinnvolle Vereinfachung handelt, da diese Fähigkeiten nun als Talente im Talentbaum zur Verfügung stehen. Andere Fähigkeiten wie Reden und Feilschen werde teilweise durch Talente, aber auch teilweise nur noch durch das Grundattribute, beeinflusst.

 

Waffen, mehr Waffen

Bethesda hat mit Fallout 4 gegenüber dem Vorgänger an einigen Schrauben und Reglern herumgespielt. Während in Fallout 3 die meisten Gegner mit etwas Finesse kaum eine Bedrohung darstellten, entwickeln sich zunächst harmlos erscheinende Situationen zur auswegslosen Todesfalle. Wer viel Lärm erzeugt bekommt dementsprechend auch viele Gäste. Insbesondere ein Kampf gegen Todesklauen kann schnell zu einem einseitigen Erlebnis werden. Aber auch wilde Ghule, welche meist im Rudel auftreten, können schnell zu einer ernsthaften Bedrohung werden. Und wäre das nicht schon genug, blickt man ab und an direkt in eine von dem Fatboy abgefeuerten Mini Nuke – Game Over.

Dabei bleibt das gesamte Kampfsystem über weite Strecken sehr fair. Das manuelle Zielen ist besonders auf lange Distanzen wertvoller als das V.A.T.S.System und mit ein wenig Geschick und Taktik kann auch dem Raider, mit der stärksten Power-Armor, der Garaus gemacht werden. Vorsicht ist dennoch geboten, meist reichen ein bis zwei gut platzierte Schüsse und man darf die Radieschen von unten betrachten.

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Auch Wurfgeschosse und Fallen stellen eine ernsthafte Bedrohung, besonders für Charakter mit wenig Ausdauer, dar. Bereits eine Landmine oder ein Molotow-Cocktail reichen meist aus, um sich von der Bildfläche in Einzelteilen zu verabschieden.

Aber kein Grund zur Sorge, denn der geübte Wastelander weiß sich stets zu helfen. Neben den üblichen Waffen wie Pistole, Revolver, Gewehr und anderen Totschlägern, besteht die Möglichkeit seine erbeuteten Waffen, je nach Vorliebe, an einer Werkbank, in einer der Siedlungen, aufzumotzen. Vorausgesetzt die nötigen Materialien und Talente sind vorhanden. Zielfernrohre, Schalldämpfer und, und, und. So wird aus einem kleinen Revolver schnell ein schlagkräftiges Argument mit Zielfernrohr, Schalldämpfer und vergrößertem Magazin.

Übrigens: Das Reparieren von Waffen entfällt in Fallout 4 vollkommen. Für manche hier auch wieder eine sinnvolle Vereinfachung, für andere etwas weniger Realismus, wobei sich hier die Frage stellt wie reperaturbedürftig die Waffen in der Post-Apokalypse tatsächlich sind.

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Das Wasteland ist deutlich gefährlicher geworden. Gefahren und Fallen lauern an jeder Ecke und ein falscher Schritt kann das Verderben bedeuten. Dies verleitet dazu deutlich vorsichtiger mit neu entdeckten Gebäude und Orten umzugehen und vermittelt dort immer ein Gefühl der Gefahr. Genau so sollte das Wasteland sein – ein rauer Ort voller Todesfallen und gefährlicher Monster in dem jeder nur an seinem eigenen Überleben interessiert ist. Die insgesamt fünf verschiedenen Schwierigkeitsgrade sorgen für ein spannendes Erlebnis für jeden Spielertypen.

 

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Im Commonwealth gibt es einige Orte, die von Ghulen oder Raidern überrannt sind. Während Ghule dort auf ihr nächstes, nichtsahnendes, Opfer lauern, haben sich die hinterhältigen Raider ihre eigene Basis errichtet und mit aufgespießten Schädeln abgezäunt. Es liegt nun in unserer Hand diese Orte zu befreien und unsere eigene Siedlung zu errichten, um den Menschen eine geschützte Unterkunft und eine Perspektive zu bieten.

In einem begrenzten, meist quadratischen Areal kann der Spieler seinen Traum von einer eigenen Siedlung, in der idyllischen Post-Apokalpyse, verwirklichen. Die Anzahl der Objekte innerhalb einer Siedlung ist dabei allerdings begrenzt, so dass nicht beliebig viel gebaut werden kann, was schade ist, da insgesamt durchaus mehr Platz zur Verfügung stehen würde.

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Dabei steht dem Spieler ein breites Inventar an Gebäuden und Gegenständen zur Verfügung, die er bauen kann. Neben schon vorgefertigten Häusern und Hütten können auch komplett eigene Gebäude aus vorgegebenen Bauteilen gezimmert werden. Zudem benötigen die Siedler dann auch noch Nahrung und Wasser, sowie ausreichend Schutz gegen örtliche Raider und Monster. Hier helfen Geschütztürme und Wachposten, die ebenfalls im Baumenü errichtet werden können. Das bauen selbst erfolgt durch einfaches auswählen und platzieren der Konstruktion.

Natürlich werden Rohstoffe, wie Holz und Stahl, zum zimmern der kleinen Holzhütte (oder des Lasergeschützturms) benötigt. Zum einen finden sich Anfangs in den Ruinen der ersten Siedlung viele Rohstoffe, die durch das abreißen von zerstörten Häusern und herumliegenden Trümmern gewonnen werden können. Zum anderen findet sich auf etwaigen Abenteuern zahlreicher Schrott, der zu wertvollen Materialien verarbeitet werden kann. Jetzt kann jeder seinen inneren Messi beschwören und sämtliche, noch so unbrauchbar wirkende Gegenstände, einsammeln und zu Rohstoffen verarbeiten.

Das platzieren der Gebäude und Einrichtungen geschieht aus der normalen Perspektive durch ein Baumenü, welches teils etwas unhandlich ist, da aus der Perspektive etwas der Überblick abhanden kommt. Besonders beim Bauen von großen Gebäuden kann das eingeschränkte Sichtfeld etwas störend wirken.

Wer will kann sich stundenlang mit dem Bauen seiner eigenen Siedlung beschäftigen, diese sichern und erweitern, damit die heranströmenden Siedler eine Unterkunft und ein Zuhause antreffen. Später im Spiel können durch entsprechende Fähigkeiten verschiedene Händler gebaut werden.

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Es macht einfach Spaß sich seine eigene kleine Siedlung zu errichten, um dort später Handel zu treiben oder immer eine sichere Nahrungsquelle zu besitzen, um sich im Falle des Falles zu versorgen. Wer sich nicht mit dieser Thematik beschäftigen will muss das nicht tun, da keine ständige Interaktion mit diesem Feature erzwungen wird. Die Einführung fällt sehr kurz aus und erklärt die nötigen Grundlagen, die fortgeschrittenen Features wie Handelskarawanen und Zuweisung der Siedler werden allerdings nicht erklärt und müssen selbst herausgefunden werden.

 

Grafische Vergangenheit

Von Bethesda waren wir zwar noch nie wirklich von einer schlechteren Grafikqualität als bei anderen Konkurenzprodukten überrascht, aber der Rückgang der aktuellen Fallout 4 Grafik ist diesmal schon sehr verwunderlich. Es fehlt an qualitativen Texturen, Animationen (die wir größtenteils sogar aus Skyrim kennen) und dem nötigen grafischen Tiefgang.

Je nach System kann Fallout mit einer angenehmen Performance punkten, oder halt nicht. Die Konsolenvariante läuft größtenteils gut und bei 1080p auch auf den gewünschten 30fps. Am PC sieht das Ganze schon etwas anders aus. Hier erreichen wir zwar, je nach Hardware, gute 60fps, erleben aber die ein oder anderen Einbrüche in großen Städten und Arealen. Insbesondere AMD Systeme profitieren nicht vom Hyperthreading, wie es ein Intel System täte. Das ist schade, denn die gezeigte grafische Aufmachung hätte deutlich mehr Platz für eine bessere Performance gelassen.

Atmosphärisch gesehen ist Fallout 4 diesmal eine andere Liga. Zwar setzt der diesmal viel farbenfrohere Stil einen 40er Jahre Akzent, fühlt sich teilweise aber viel zu hell für den nuklearen Holocaust an. Der Mix aus Oldie und zerbröckelten Ruinen aus der Zeit von 2077 passt aber dennoch recht gut in das Commonwealth. Hierbei spielen auch die fantastischen Radiosender eine große Rolle, die neben klassischer Musik auch fantastische Songs, wie die im Diamond City Radio, beinhalten. Titel wie aus dem Live-Action-Trailer “The Wanderer” machen unglaublich viel Spaß und bescheren uns ein einzigartiges Feeling beim Streifzug durch die Post-Apokalypse.

 

Die Autoren hinter diesem Beitrag

Der eine Autor

Profilbild von Danny Heinrich

Freund von gepflegten Strategie- und Rollenspielen sowie des sinnlosen klickens von Kreisen auf dem Bildschirm zu fernöstlichen Melodien.

Der andere Autor

Profilbild von Pascal Grawinkel

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt's dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

 

Gewinnspiel

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Fazit
Pascal
Der unumstrittene Hype um Fallout 4 war definitiv zu groß für eine Fortsetzung dieser Art. Das heißt nicht, das Fallout 4 ein schlechtes Spiel ist, sondern vielmehr, dass der erwartete Standard deutlich unterboten wurde. Es war von Anfang an klar, dass so ein enormer Hype um ein Spiel nicht gut sein kann und viele Spieler, zurecht, durch diese Art der Vermarktung enttäuscht werden. Das alles ändert aber nichts dran, dass Fallout trotzdem eine menge Spaß macht.

Das Housing System bietet tolle Anreize für zwischendurch und kann auch in ruhigen Stunden oder kurz in der Mittagspause überzeugen. Unser Begleiter ist hilfreich, obwohl er teils im Weg steht und die Interaktion mit neuen Sehenswürdigkeiten macht viel mehr Spaß als in den alten Teilen. Dennoch fehlt an der ein oder anderen Ecke etwas und ich weiß noch nicht woran das genau liegt. Vielleicht an kleineren Unstimmigkeiten im Kontext, oder der teils unglaubwürdigen Grafik. Mir persönlich könnte auch die Handhabung der Waffen genauer sein, denn auf kurze Distanz treffen Schüsse nur ungenau und mit viel Glück.

Danny
Fallout 4 hat seine guten und schlechten Momente ganz klar. Es macht einfach Spaß das Commonwealth zu erkunden und dabei immer wieder neue Entdeckungen zu machen. Schon fast Bethesda'esque finden sich einige interessante Bugs verteilt im Spiel, die das Spiel zwar nicht unspielbar machen aber doch etwas sehr Fehl am Platz sind. Die neue, viel buntere Farbpalette sorgt atmosphärisch gesehen für ein komplett anderes Spielerlebnis mit guter, aber nicht überragender Grafik.

Die Performance hängt hier anscheinend stark von dem jeweiligen System ab. Fallout 4 lief auf meinem Testsystem ohne Probleme auf Ultra (Schatten/Lichtstrahlen auf Medium) im Schnitt mit sehr guten 60FPS und 40 FPS als niedrigsten Wert. Vom klassischen Rollenspiel ist durch die Kürzung des Talentsystems und dem Kürzen der Dialogoptionen auf Kosten einer vollständigen Vertonung nicht allzu viel übrig geblieben. Fallout 4 darf sich nur noch am Rande als Rollenspiel bezeichnen. Viel besser wäre es Fallout 4 als „Open-World Exploration Game“ zu bezeichnen.

Atmosphärisch für sich gesehen ist Fallout 4 ein absolutes Highlight mit dem unterliegenden 50er Jahre Theme und dem dazugehörigen Soundtrack. Auch das Kampfsystem wurde überarbeitet, ist deutlich fordernder und macht insgesamt eine Menge Spaß. Die Konstruktion der eigenen Siedlung ist gut gelungen und integriert sich hervorragend in das verwüstete Commonwealth. Wie schon typisch für Bethesda ist die Geschichte rund um Vault 111 nicht so spannend wie das Erkunden der Welt, aber spannend genug um einen gewissen Grad an Interesse zu wahren. Ebenfalls typisch für Bethesda ist Fallout 4 wieder einmal ein sehr gutes Spiel, fesselndes mit einigen Macken, die es nun auszubügeln gilt.
Gameplay85
Visualisierung75
Story & Integration65
Genre-Wertung70
Feedback85
Positiv
Housingsystem
Langfristig motivierend
Anspruchsvolle Kämpfe
Negativ
Menüführung
Antwortmöglichkeiten in Dialogen
Viele kleine, nervige Bugs
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