Nach „Hakkons Fänge“ kommt mit „Der Abstieg“ der zweite Story-DLC für Dragon Age: Inquisition. Dieses Mal darf „Story“ auch wirklich großgeschrieben werden, denn die Geschichte wird sehr viel stringenter erzählt als im allerersten DLC. Ob er sich jedoch lohnt und was ihr erwarten könnt, erfahrt ihr hier.

Genau wie „Hakkons Fänge“ knüpft „Der Abstieg“ nicht an das Ende der Hauptstory von Dragon Age: Inquisition an. Stattdessen wird erneut eine Geschichte erzählt, die losgelöst vom Ende ist und ihr auch während dem regulären spielen noch vor der letzten Mission im Hauptspiel starten könnt. Dabei ist nun die Frage, wie gut ist der DLC und lohnt es sich erneut 15 Euro zu bezahlen.

 

Story: Hat BioWare dazugelernt?

Die größte Schwäche von „Hakkons Fänge“ war eindeutig die zu kurz geratene Geschichte. Rund drei Stunden war man mit ihr beschäftigt und das was man erzählt bekam war nicht so interessant und gut erzählt wie gewünscht und gewohnt. Hier kehrt BioWare jedoch zu seinen Wurzeln zurück. Die Story ist von Anfang bis Ende gut erzählt, hervorragend inszeniert, bietet die eine oder andere Überraschung und hat am Ende einen Twist, der mich völlig überrascht hat. Da kann man das Team des DLCs nur loben, denn die Story ist auf den Punkt gebracht und der DLC ist von der Länge, rund sieben Stunden, lang genug um nicht gestreckt zu wirken.

Da ich noch erzählt hab um was es eigentlich in der Geschichte geht, fasse ich sie kurz zusammen. Zumindest den Anfang, denn natürlich erzähle ich hier nicht alles.

Die Geschichte des DLCs führt die Inquisition in die Sturmküste, dort rief uns Bewahrerin Valta, eine Historikerin, die besorgt um die Tiefen Wege ist. Denn es gab in jüngster Vergangenheit vermehrt Erdbeben die eine Lyrium-Mine zerstört haben und zusätzlich kam dadurch noch die Dunkle Brut zum Vorschein. Gemeinsam mit Bewahrerin Valta und Leutnant Renn (beides Zwerge), einem Mann der Legion der Toten, gehen wir immer tiefer in die Tiefen Wege, um dem Geheimnis der Erdbeben auf die Spur zu kommen. Zusätzlich zur Dunklen Brut gibt es mit den Sha-Brytol, eine feindlich gesinnte Zwergen Fraktion, einen neuen Feind, der euch gegenüber steht.

In einem Punkt hat BioWare jedoch nichts dazugelernt und zwar fehlen erneut die Entscheidungen. Die Story läuft strikt linear ab und einzig und allein die Gespräche können wir mit unseren Aussagen verändern, die Ausgänge sind jedoch dennoch stets dieselben. Erneut kann ich diese Entscheidung von BioWare nicht nachvollziehen, weshalb sie keine unterschiedlichen Wege zur Verfügung gestellt haben.

 

Auf ihn die Tiefen Wege!

In „Der Abstieg“ darf man wie erwartet in die Tiefen Wege zurückkehren. Diese kamen in Inquisition etwas kurz, wer aber Origins und Teil 2 gespielt hat, hat aber auch wahrlich genug von den Höhlen, der Dunklen Brut und sonstigem gesehen. Doch besonders optisch unterscheidet sich der DLC vom Hauptspiel und auch von den bereits bekannten tiefen Wegen aus den Vorgängern. Durch die sechs Ebenen unterscheiden sich auch die Umgebungen. Während die ersten zwei sich noch optisch ähneln und bebaut sind, gehen die weiteren Teile zunehmend in natürliche Höhlengebilde über. Zudem gibt es auch eine Ebene, indem es für einen kurzen Abschnitt vollkommen dunkel ist und ohne einen Magier im Team sieht man hier für kurze Zeit nichts mehr. Die letzte Ebene war für mich jedoch das absolute Highlight und ist ein wunderschönes Gebiet. Davon verrate ich jedoch nichts.

Die Ebenen sind nicht so groß und sind größtenteils linear, mit einigen Abweichungen. Dies ist jedoch für die Geschichte sehr viel besser, als die weitläufigen Gebiete des Hauptspiels oder des ersten Singleplayer-DLCs. Außerdem wirken die Tiefen Wege gewohnt sehr atmosphärisch und sind Detailreich gestaltet.

 

Viel zum kennenlernen

Allgemein gibt es im DLC nicht so viel zu erkunden, zumindest was das Gebiet an sich angeht, jedoch erhält man viele Infos zu den Tiefen Wegen, den Zwergen von Orzammar und einiges mehr. Wer mehr davon wissen will, der wird mit diesem DLC sehr zufrieden sein. Wem das jedoch egal ist, der kann es auch getrost ignorieren.

Was die beiden neuen Charaktere angeht, so sind diese gut gezeichnet und geschrieben. Zwar sind sie keine steuerbaren Begleiter, sondern einfach nur NPCs, die euch und eurer Gruppe folgen, jedoch können sie auch kämpfen. Allerdings ist es nicht möglich diese mit neuen Waffen oder Rüstungen auszurüsten. Auch nach Abschluss der Geschichte treten sie nicht der Inquisition oder eurer Party bei, dies hat jedoch auch einen Story relevanten Grund, denn ich natürlich nicht erzählen werde.

Auch die eigenen Charaktere und euer Inquisitor dürfen deutlich mehr Dialoge führen als noch in „Hakkons Fänge“. Während eure Partymitglieder dort so gut wie nichts sagten, sprechen diese hier während den Dialogen und geben Kommentare ab. Besonders Varric ist interessant dabei zu haben, denn wer Teil 2 gespielt hat, der weiß wie sehr der Zwerg doch die Tiefen Wege „liebt“. Aber auch die anderen haben einige interessante Bemerkungen abzugeben. Hier hat man sich also deutlich mehr Mühe gemacht, als noch im ersten DLC. Außerdem gibt es ein kleines Easter Egg an die lahmen Fahrstühle aus Mass Effect, es lohnt sich also zu Beginn Dorian dabei zu haben.

Was neue Ausrüstung oder Fähigkeiten angeht, wird man jedoch etwas enttäuscht. Neue Fähigkeiten kommen nicht hinzu. In „Hakkons Fänge“ bekam wenigstens euer Inquisitor eine nützliche Fähigkeit hinzu (diese ist auch sinnvoll hier dabei zu haben, sofern man den DLC hat). Neue und besonders sinnvolle Ausrüstung gibt es nur wenige, allerdings gibt es einige Pläne, die wertvoll und für hochstufige Charaktere sind. Besonders die Waffen und Rüstungen der Sha-Brytol sind hier zu erwähnen.

Die Story von „Der Abstieg“ ist definitiv empfehlenswert und von Anfang bis Ende spannend und interessant. Das Gebiet ist stark linear und eher ein Rückschritt zu Origins und Teil 2, bietet jedoch optisch einiges, besonders die letzte Ebene ist traumhaft. Die neuen Charaktere und eure alten, sowie euer Inquisitor haben deutlich mehr Gewicht und zu sagen, als noch in „Hakkons Fänge“. Negativ fiel mir das erneute Fehlen der Entscheidungen auf. Im Großen und Ganzen ist „Der Abstieg“ ein von vorne bis hinten besser inszenierter und erzählter DLC als „Hakkons Fänge“ und lohnt sich auch meiner Meinung nach deutlich mehr, besonders wer die Zwerge mochte und gerne gegen die Dunkle Brut kämpfte. Ob sich 15 Euro lohnen muss jetzt wirklich jeder selbst entscheiden. Allerdings hoffe ich nun, dass der nächste DLC die Story des Hauptspiels vorsetzt und es wäre nicht schlecht, wenn dieser Leak stimmen würde. Das würde mich sehr glücklich machen.
Gameplay80
Visualisierung80
Story & Integration80
Genre-Wertung80
Feedback85
Postiv
Story von vorne bis ende stark
Optisch hervorragend
Viel Hintergrundstory, gute neue Charaktere
Negativ
Der Preis
Erneut keine Entscheidungen
81