Batman muss sich in der Nacht von Halloween gegen einer Übermacht an Schurken stellen, um Gotham City zu retten. Scarecrow und der mysteriöse Arkham Knight taten sich zusammen um den Dunklen Ritter ein für alle Mal zu töten. Ob es ihnen gelingt erfahrt ihr zwar nicht im Test, aber ich sag euch ob sich das Finale der Arkahm-Reihe lohnt.

Der Joker ist gestorben und wird nun in der ersten Szene im Spiel eingeäschert und dadurch hat sich nicht nur die Unterwelt von Gotham City nie vollständig erholt, sondern auch Batman nicht. So geben mehrere Leute ihm die Schuld am Tod des Jokers und nicht zu wenige glauben auch, das Batman tatsächlich seine einzige Regel in Arkham City gebrochen hat und er den Joker getötet hat. Batman scheint nun härter zuzuschlagen und gnadenloser zu agieren, das spiegelt sich auch an der Erweiterung des Kampfsystems nieder.

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Zwei Fäuste (und ein Panzer) für ein Halleluja

Batman bekommt einen neuen Anzug zu Beginn des Spiels. Dieser wirkt nicht nur bedrohlich und erinnert ein wenig an eine Rüstung aus dem Mittelalter, sondern bietet er auch eine Reihe an neuen Möglichkeiten für Batman um seine Feinde in Angst und Schrecken zu versetzen. Unter anderem der Angst-Multi-Takedown indem man eine Reihe von Feinden innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde bewusstlos schlägt, wenn man aus den Schatten kommt, und die Einbeziehung von Objekten in der Umgebung verdeutlichen die Veränderungen an Batman sehr deutlich. Aber er bekommt auch neue Ausrüstung. So kann Batman seine Stimme mit einem Gerät verändern und so seinen Feinden Befehle geben. Dies kann dazu benutzt werden um aufgestellte Fallen auszulösen oder sie an einem abgelegenen Ort lautlos auszuschalten.

Das Kampfsystem an sich ist des Weiteren unangetastet geblieben und wer die Vorgänger gespielt hat (diese sollte man auf jeden Fall gespielt haben, allein schon aus Story Gründen) wird es sofort wieder können und auch die Neueinsteiger werden schnell in das Kampfsystem rein kommen. Außer einer Sache die ich bisher nicht erwähnt hab und das ist das Dual-Play-System. Batman bekommt immer wieder einmal einen Begleiter an seine Seite, unter anderem Catwoman und Robin, mit ihnen kämpft ihr und könnt mit einem Knopfdruck einen Takedown mit beiden Beteiligten ausführen und auch kann man die Steuerung von seinen Begleitern übernehmen.

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Das Levelsystem ist aus den Vorgängern bekannt und bietet die üblichen Verbesserungen. Nicht falsch verstehen, ich mag das Levelsystem und auch sein Batmobil lässt sich dadurch verbessern, wobei auch dieses durch regelmäßige äußere Upgrades von Lucius Fox verbessert wird. Wer das Levelsystem aus den Vorgängern mochte wird sich auch hier wieder freuen und wohl fühlen.

Doch es gibt noch eine Sache, die ich noch gar nicht richtig erwähnt habe und das ist das Batmobil. Zum ersten Mal in der Arkham-Reihe ist es dem Spieler erlaubt das Batmobil zu steuern, sowohl mit einer Fernbedienung, als auch wenn Batman darin sitzt. Aber es nicht einfach nur ein Fortbewegungsmittel, stattdessen kann man das Batmobil mit einem Knopfdruck in einen mobilen Panzer verwandeln. Dieser ist auch dringend notwendig, denn der Arkham Knight hat eine ganze Armee nach Gotham gebracht, zusätzlich mit unbemannten Panzerdrohnen und fliegenden Drohnen, die ihr mit dem Batmobil ausschalten müsst, damit die Stadt wieder befreit wird. Auch lässt sich ein Geschütz des Batmobils dazu benutzen, um Gauner und Milizsoldaten des Arkham Knight auszuschalten, allerdings schießt er nicht mit scharfer Munition. Laut einem Kommentar eines Gauners tötet es nicht, aber es tut so weh wie ein Schlag eines Gorillas.

 

Be the Night. Be the Fear.

Zur Story darf ich leider so gut wie nichts sagen, besonders in der zweiten Hälfte der Story gibt es so einige Momente die man womöglich nicht vergisst und ganz spannend ist schlussendlich das Ende an sich. Dazu jedoch in einem anderem Artikel mehr. Doch beginnen wir kurz mit dem Einstieg. Wie bereits erwähnt ist der Joker in Arkham City gestorben, die Kriminalitätsrate sinkt und die Unterwelt hat sich mit seinem Tod nicht erholt. Zudem geben viele Batman die Schuld an seinem Tod. Scarecrow und der Arkham Knight, ein neuer Gegner für Batman, wollen Batman töten und Scarecrow plant mit seinem Angsttoxin die gesamte Ostküste der USA, an der auch Gotham City liegt, zu überdecken und somit sein eigenes Land zu erschaffen, indem Angst und Terror regiert. Daraufhin wird die Stadt evakuiert und so bleiben auf den Straßen fasst nur noch Feinde von Batman übrig. Batman möchte dies natürlich verhindern und bekommt tatkräftige Unterstützung von Commissioner James Gordon, der Polizei, Orcale (alias Barbara Gordon und ehemals Batgirl), Lucius Fox, Nightwing, Robin und teilweise auch Catwoman und Azreal.

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Neben Batmans Verbündeten gesellen sich auch noch so einige Schurken zu denen hinzu, die Batman vernichten möchten. Ganz klassisch sind natürlich Two-Face, Pinguin, Riddler, Poison Ivy und Harley Quinn dabei. Aber es gibt auch einige unbekanntere Gegenspieler. Deathstroke ist von diesen, zumindest für diejenigen die sich mit den Comics zu Batman nicht so beschäftigen, wohl dennoch der bekannteste.

Bei den Schurken abseits vom Arkham Knight und Scarecrow treten jedoch auch Probleme auf, allerdings nicht nur was die Story betrifft, sondern auch spielerisch. Während in Arkham City noch ein Gangkrieg zwischen Pinguin und Joker stattfand, sind hier die Schurken seltsam human und ihre Gangs bieten nur wenige Herausforderungen, zumal auch sämtliche Bosskämpfe mit ihnen, besonders der von Harley Quinn und Two-Face, zu schnell vorbei sind und sie keinerlei Herausforderung bieten. Auch sind sie viel zu schnell erledigt, was schade ist, denn besonders Harley Quinn ist schwach dargestellt worden. Nach dem Tod von ihrem Schatz Joker müsste sie die gefährlichste von allen sein, doch tatsächlich bleibt sie, mit Ausnahme von Anschuldigen ihrerseits gegenüber dem Batman, normal. Zumindest für ihre Verhältnisse. Bei den Schurken hat es Rocksteady verpennt sie als wahre Bedrohung für Gotham und Batman darzustellen, zumal auch mehrmals eine Allianz von Scarecrow mit Two-Face, Harley und Co. erwähnt wird. Diese tritt jedoch nie in Erscheinung. Hier hat man viel Potenzial verschenkt.

Ein weiteres Problem ist der Arkham Knight. Auch wenn ich seine Identität nicht erwähnen werde, so wissen Comicbuchleser bereits nach seinem ersten Auftritt wer hinter dieser Maske steckt. Alle anderen werden vermeintlich ab einem ganz bestimmten Punkt, noch vor der eigentlichen Enthüllung, quasi schon von den Entwicklern selbst gespoilert, denn das war dann doch wohl zu überdeutlich. Trotz dieser Schwäche bleibt er ein ernstzunehmender Gegner und auch Scarecrow hat einige Asse im Ärmel.

 

Eine Stadt zum Verlieben

Grafisch bietet Batman: Arkham Knight so einiges. Auf allen Plattformen sieht das Spiel fantastisch aus und dies kommt unter anderem auch Gotham City zu gute. Die gesamte Stadt wirkt düster und dreckig, mit Neonschildern und Sehenswürdigkeiten an so gut wie jeder Ecke. Wenn man auf den höchsten Gebäuden der drei großen Inseln von Gotham steht, durch die Straße fährt oder durch sie hindurch fliegt, dann erkennt man erst wie groß diese Spielwelt eigentlich ist und wie dicht doch die Detailgenauigkeit von Rocksteady ist. Diese Stadt wurde von Fans von Batman erbaut, das erkennt man überall und zumal auch dutzende Andeutungen an Superman vorhanden sind. Kommt da etwa ein Superman-Spiel oder ein Justice League-Spiel?

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Die gesamte Stadt wirkt trotz der nicht Anwesenheit der zivilen Bevölkerung von Gotham City sehr lebendig und dynamisch. Besonders die Funksprüche von Gaunern auf den Straßen oder die der Milizsoldaten, sowie Gangmitgliedern der einzelnen Banden steigern diese Immersion noch einmal erheblich.

Auch musikalisch muss sich das Spiel nicht verstecken und bietet den gewohnt düsteren und antreibenden Soundtrack, den wir aus Batman kennen, spätestens seit The Dark Knight von Christopher Nolan. Was den Sound angeht so kann man auch hier nicht meckern. Schläge hören sich wuchtig an, die Reifen der Autos und besonders vom Batmobil quietschen schön und allgemein hat man eine tolle Soundkulisse geschaffen.

 

Musste das sein?

Zum Schluss gibt es noch einen Dämpfer des gesamten Spiels. Nicht nur die Vorbesteller-DLCs, die viel zu kurz und bereits nach einer halben Stunde beendet sind, sondern auch der Hang zur Komplettierung stößt mich ein wenig stinkig auf. Um gegen den Riddler kämpfen zu dürfen müssen alle Riddler Trophäen eingesammelt werden und das sind über 200 Stück, die in der gesamten Stadt verteilt sind. Sollte man nicht alle Nebenaufgaben, zu denen leider auch die Trophäen zählen, erledigt haben, bekommt man nicht das richtige Ende des Spiels präsentiert und das ist sehr schade. Ich hab unter Zwang am Ende noch rund 150 Trophäen einsammeln müssen, nachdem ich alles andere erledigt hab. Das war eine Qual und ich hasste dieses Vorgehen sehr.

Bezüglich des Batmobils muss man auch noch negatives sagen. Es fühlt sich gut an und die Steuerung ist zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, man kommt jedoch schnell rein, wird jedoch für Kämpfe viel zu inflationär genutzt. Es gibt zu viele Kämpfe und die meisten laufen dabei stets gleich ab, es gibt zwar auch Schleichpassagen mit dem Batmobil, was sich komisch anhört jedoch funktioniert, aber leider ist die Abwechslung zu gering. Auch Verfolgungsjagden, in denen ihr jagt oder gejagt werden, tauchen auf, aber das reicht leider nicht. Wenigstens hat es Rocksteady geschafft das Batmobil sinnvoll in Riddlers Rätsel zu implementieren.

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Zu Letzt muss ich einfach noch kurz erneut die teils enttäuschenden Bosskämpfe erwähnen, besonders eben gegen die Schurken abseits des Arkham Knight. Bei den Schurken wäre viel mehr drin gewesen, leider hat man es hier nicht geschafft das Potenzial auszuschöpfen. Sehr schade, denn ich bin ein großer Fan von Harley Quinn und nach dem sehr enttäuschendem DLC von ihr, hab ich mich zumindest auf mehr Action und verrückte Momente von ihr erhofft. Das blieb leider außen vor. Auch treten Schurken wie Bane oder Killer Croc, auch wenn es ein Easter Egg zu beiden gibt und es ein kurzes Cameo von Killer Croc gibt, überhaupt nicht auf, was ebenfalls sehr schade ist.

Die Arkham-Trilogie ist vorbei, Zeit also für eine neue? Man wird sehen was Rocksteady vielleicht aus dem Ende macht, bezüglich DLCs oder einem Justice League-Spiel. Noch besser wäre ein Suicide Squad-Spiel. Doch darum soll es jetzt nicht gehen. Batman: Arkham Knight ist ein gelungener Abschluss einer Trilogie und bietet einige nennenswerter Momente. Die Story braucht zwar ein wenig um in Fahrt zu kommen, bietet dann jedoch Unterhaltung von höchster Ebene. Die Spielwelt ist grandios und das Batmobil weitestgehend gut eingebracht, es gibt nur zu viele Kämpfe damit. Das Kampfsystem wurde gut erweitert und auch grafisch und akustisch muss sich das Spiel nicht vor anderen Spielen verstecken. Allerdings ist der letztendliche Zwang zur Komplettierung für das richtige Ende nervig und das Potenzial aus den Schurken abseits des Arkham Knight und Scarecrow wurde nicht vollends ausgeschöpft, auch die Identität des Arkham Knight ist zu schnell herausgefunden. Trotzdem zählt Batman: Arkham Knight zu den bisher besten Spielen 2015 und ist ein würdiger Abschluss. Batman hat es einfach immer noch drauf.
Gameplay90
Visualisierung100
Story & Integration80
Genre-Wertung90
Feedback85
Positiv
Grandiose Inszenierung und Spielwelt
Denkwürdige Momente
Gute Story und spannendes Finale
Negativ
Verschenktes Potenzial bei Schurken und Bosskämpfen
Zwang zur Komplettierung
Gefechte mit Batmobil zu häufig
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