Bei der E3 2014 war es mein Spiel der Messe. Der Trailer war atemberaubend schön und in den wenigen Minuten die man vom Spiel sah, brachte dieser Indie-Titel so viele menschliche Emotionen bei mir hoch, wie noch kein anderes Spiel in so kurzer Zeit zuvor. Ob das Spiel mehr kann als das, erfahrt ihr hier.

Freude, Trauer und dieses unglaubliche Wow-Gefühl. Das brachte der Ankündigungstrailer von der E3 2014 bei mir zum Vorschein. Das all diese Dinge in so kurzer Zeit folgten hatte natürlich Gründe und diese werde ich in unserem Test zu Ori and the Blind Forest benennen, aber auch ob dieses wunderschöne Spiel noch mehr kann oder springt Ori vielleicht sogar Mario oder Rayman hinterher. Diese Fragen werden jetzt geklärt.

So schön!

ori-and-the-blind-forest-living-worlds-artwork-officialDer Geisterbaum, Oris Mutterbaum oder Vater, je nachdem, stirbt und der Wald mit ihm. Die böse Kuro, der große Vogel, stahl die Kraft des Geisterbaums während der Lichtzeremonie und dadurch wurde der Wald krank. Ori wird von einem Sturm fortgeweht, aber von der flauschigen, bärenhaften Kreatur gerettet und mit viel Liebe gepflegt. Was dann passiert will ich nicht verraten, wer aber den Ankündigungstrailer gesehen hat weiß was passiert. Anschließend ist Ori dazu verpflichtet das Gleichgewicht wiederherzustellen und den Wald, sowie den Geisterbaum, zu retten.

Auch wenn die Story nur über kleine Zwischensequenzen erzählt wird und in diesen wird auch nie ein verständliches Wort gesprochen, so trifft die Geschichte doch die richtigen Nerven um bei mir zu zünden. Zumal dieses Spiel zwar sehr kindgerecht aussieht, jedoch eine erwachsene Story erzählt, die sehr an Disney oder Pixar erinnert.

540797Die Story von Ori ist also ziemlich gut, doch es gibt noch zwei Dinge die ziemlich gelungen sind und eines ist, ziemlich offensichtlich, der Artstyle. Ich finde, dass Ori das schönste Spiel ist, das es derzeit gibt. Der Artstyle ist unglaublich schön und lässt sich, meiner Meinung nach, kaum mit Worten beschreiben. Die unterschiedlichen und abwechslungsreichen Gebiete in denen ihr unterwegs seid sind hochdetailliert und strotzen nur so vor Ideen und wunderschönen Panoramen. Ebenso sämtliche Effekte, Soundeffekte miteingeschlossen, knallen und passen perfekt zur Spielwelt und zum Artstyle.

Eine weitere Augenweide ist der Soundtrack. Wer den Ankündigungstrailer gesehen hat, hat nur einen kleinen Vorgeschmack des wunderschönen Soundtracks vernommen. Tatsächlich geht es auch hier in die Richtung von Disney oder Pixar, was definitiv nichts Schlechtes ist.

Knackiges Gameplay

Wer Ori and the Blind Forest spielen möchte sollte kein Mario erwarten. Ori ist ein schweres Spiel, das keine Pannen zulässt und euch sehr schnell für Unachtsamkeit oder Fehler bestraft, dazu jedoch später mehr.

ORI_BLIND_FOREST_action_adventure_rpg_fantasy_ori_blind_forest__7__1920x1080Allgemein geht Ori mehr in Richtung Metroid oder die alten Castlevania Teile, wobei der Fokus bei Ori dann doch mehr auf den Sprungpassagen liegt, als auf den Kämpfen, wobei auch diese vorkommen und einen wichtigen, wenn auch leicht untergeordneten Teil, des Gameplays ausmachen. Am meisten werdet ihr jedoch durch die wunderschönen und fließend ineinander verwobenen Gebiete springen und sämtlichen Skills benötigen um an euer Ziel zu gelangen. Helfen werden euch auch die Skillpunkte, die ihr durch das Töten von Gegner oder einsammeln von Orbs erhaltet. Daraufhin könnt ihr in einen Fertigkeitsbaum investieren, der euch drei Pfade zur Verfügung stellt. Dabei gibt es: Verbesserung eurer Kampffertigkeiten, zum Überleben und allgemeine Verbesserungen. Allerdings könnt ihr querbeet skillen und müsst nicht einen Pfad strickt folgen. Das Levelsystem ist gut gelungen und passt zum Spiel, zumal ihr auch merkt, dass ihr euch durch dieses merklich verbessert.

Gar nicht so leicht

Ori wird euch fordern und ihr werdet schnell merken, dass die Entwickler euch nicht an der Nase packen und durch die Level ziehen. Zwar bekommt ihr natürlich ein Ziel angegeben, wie ihr allerdings dort hinkommt wird euch nicht gesagt. Die Gebiete, die alle zusammenhängen und ohne Ladezeiten auskommen, sind groß und bieten Wege, die euch erst mit den richtigen Skills weiterlassen. Dadurch könnt ihr auch backtracking benutzen, was jedoch nicht unbedingt notwendig ist, um alles Wichtige zu sehen.

ori-and-the-blind-forest-3_647361703Der besondere Fokus liegt jedoch auf euch. Dieses Spiel lässt euch nur weiter, wenn ihr aufmerksam und wirklich gut seid. Trägheit und Unachtsamkeit werden gnadenlos bestraft. Allerdings sind die Entwickler an manchen Stellen auch nicht wirklich fair und somit ist sterben vorprogrammiert. Besonders wenn neue Gegner vorkommen, und das passiert recht häufig, werdet ihr ins Gras beißen. Da diese euch nicht erklärt werden, wie ihr sie oder sogar ob ihr sie überhaupt besiegen könnt. Hier müsst ihr selbst auf die Lösung kommen, denn der Weg wird nicht vorgegeben. So etwas kann schnell frustrierend werden. Dasselbe gilt auch für die Rätsel im Spiel, denn wie ihr euch jetzt denken könnt, sind auch diese ab einem bestimmten Punkt knackig und erfordern dann doch ein wenig Hirnschmalz.

Schwer wird es besonders wenn ihr vergessen habt abzuspeichern, dass müsst ihr in den meisten Fällen selbst tun, allerdings könnt ihr eure Speicherpunkte auch selbst frei setzen, wobei eure Anzahl auch begrenzt ist. Da ihr besondere Punkte benötigt um einen neuen Speicherplatz aufzustellen, diese bekommt ihr jedoch wieder nach und nach von Gegner oder Orbs zurück, solltet ihr genau aufpassen und selbst abschätzen wann ihr einen neuen Punkt setzt oder ob ihr nach eurem Ableben nicht doch lieber wieder ein wenig länger lauft.

Die große Herausforderung wurde jedoch von mir noch gar nicht erwähnt und diese sind die Bosslevel. Dabei kämpft ihr nicht sondern werdet Sprungpassagen vorfinden, die wirklich alles von euch abverlangen und gerne auch einmal auf Zeit gehen. Seid ihr zu langsam, dann heißt es wieder von vorne anfangen.

Es ist wunderschön anzusehen und anzuhören und bietet Kämpfe, Rätsel und viele Sprungpassagen, sowie anspruchsvolle Herausforderungen. Ori vereint das Beste aus dem Jump ’n’ Run-Genre und bietet eine nahezu perfekte Steuerung auf der Xbox One mit dem Controller. Je nachdem wie gut ihr seid, werdet ihr ungefähr nach zehn Stunden durch sein und habt eine wunderbare Geschichte erlebt, die toll erzählt ist und ein packendes Ende bietet. Zudem ist Ori einfach rundherum sympathisch und bietet alles was man sich von einem Spiel wünscht: sehr viel Spaß!
Gameplay90
Visualisierung100
Story & Integration90
Genre-Wertung100
Feedback100
Positiv
Das schönste Spiel der Welt
Wunderbarer Soundtrack
Knackig aber stets spaßig
Negativ
Kleine Frustmomente
96