Komisch, in meinem Kopf höre ich die Jugendschützer schon wieder Zeter und Mordio schreien. Neben Doom ist Mortal Kombat wohl eines der meist genannten „Gewaltspiele“. Ich verzichte hier absichtlich auf den Terminus „Killerspiel“, da bezüglich diesen Ausdrucks in unserer Medienwelt nicht mehr geklärt werden kann, was dazu gehört und ich ihn im Allgemeinen nicht mag.

Also Mortal Kombat ist hauptsächlich dafür bekannt, dass es extrem Brutal ist und das ist auch völlig korrekt, wenn man die geschnittene Super Nintendo-Fassung von Teil 1 und die GameBoy-Version mal außen vor lässt. Ich finde persönlich, dass die Teile 1-4 und der 9. Teil (einfach nur Mortal Kombat für Xbox 360 und PS3) die Teile sind, die man erwähnen muss. Die Teile 5-8 und die Spin-offs sind für sich genommen vielleicht ganz OK, haben aber bestimmte Spielmechaniken so verändert, dass sie für mich nicht mehr interessant waren.

 

Mortal Kombat

Mortal-Kombat-2011-CoverDas Kampfsystem von Mortal Kombat war nie so gut wie das von Street Fighter, jedoch hatte Mortal Kombat immer seinen eigenen Charme. Durch die per Blue Screen digitalisierten Schauspieler hatte Mortal Kombat eine viel realistischere Grafik als der große Konkurrent Street Fighter II. Diese damals so echt aussehende Grafik mit dem hohen Gewaltgrad, angefeuert von einer öffentlichen Diskussion, machte das Spiel zu einem Muss für jeden Zwölfjährigen. Irgendwie bin ich an die PC-Version gekommen und als ich die Kommandos für die Fatalities herausfand (ja, damals gab es noch kein Internet für die Allgemeinheit), hatte mich das Spiel in seinem Bann. Bis heute ist es unvergleichlich, wenn ich nach einem guten Match meinen Gegner mit einem Fatality demütige, bzw. die Schmach hinnehmen muss, dass mein Kämpfer ziemlich übel ins Jenseits befördert wird. Ihr habt noch nie etwas von Fatalities gehört? Irgendwie kaum vorstellbar für mich, aber ich bin ja auch alt. Fatality bedeutet, dass der Gegner nach der zweiten verlorenen Runde für ein paar Sekunden taumelnd herumsteht, und wenn ihr jetzt im richtigen Abstand die richtigen Tasten drückt, dann reißt beispielsweise Sub-Zero dem Gegner (in Teil 1) den Kopf samt Wirbelsäule heraus, Kano reißt dem Gegner das noch schlagende Herz aus der Brust und Scorpion verbrennt seinen Gegner zu Asche. Klingt hohl, ist es auch, aber genau diese Abgrenzung zu den japanischen Beat ’em Ups ist es wohl, die die Serie bis heute so interessant macht. Versucht es mal! Mit einem ausländischen Account könnt ihr Mortal Kombat 1-3 auf der PS3 oder der Xbox 360 runterladen.

Mortal Kombat 4 (PS1) oder Gold (Dreamcast) war der erste Ableger in 3D. Ansonsten spielte er sich jedoch wie ein klassisches Mortal Kombat. In meinen Augen ist es nicht der große Klassiker aus all den Teilen, aber man kann mal einen Blick riskieren. Mortal Kombat (Teil 9) ist dagegen unglaublich gut. Was Street Fighter IV für die Street Fighter-Fans ist, ist Mortal Kombat (9) für die Mortal Kombat-Fans. Genau wie in Street Fighter IV besinnt Ed Boon (Erfinder von Mortal Kombat) sich auf die klassischen Stärken der Serie. Es kommt die moderne Unreal Engine 3 zum Einsatz jedoch verläuft das Gameplay in 2D auf einer Linie. Der vermisste Speed und die Überkomplexität der Teile 5-8 sind vergessen! Mortal Kombat ist zurück und das besser denn je. Durch eine Quasi-Zeitreisestory erlebt man die Story von den Teilen 1-3 in leicht veränderter Form erneut. Der Story-Modus ist der beste, der es je in ein Beat ’em Up geschafft hat. Ihr spielt nicht mit einem Charakter die Gegner runter sondern müsst in der kompletten Handlung von Teil 1-3 alle Charaktere in ihrer Rolle spielen. So bekommt ihr nicht nur ein Gefühl für die ganze Story sondern müsst euch auch mit vielen Kämpfern auseinander setzen statt nur mit euren Liebling.

Sowohl den aktuellsten Teil von 2011 als auch Teil 1-3 empfehle ich euch! Schnappt euch einen Kumpel und eine Kiste Bier und dann versucht ihn per Fatality zu finishen! Viel Spaß!

Dirk's Daddel Dungeon
In einer Woche geht es weiter mit Dirk’s Daddel Dungeon – Beat ’em Ups – Folge 4, pünktlich um 17 Uhr!

Über den Autor

Profilbild von Dirk Janssen

Zentrum des überflüssigen Wissen und Gamer der alten Schule!

Ähnliche Beiträge