Mit Game of Thrones: A Telltale Games Series traut sich Telltale Games an die nächste große TV-Serie, dabei ist es wahrlich sehr schwer den Spirit von Game of Thrones einzufangen, wie man an den kläglichen Versuchen der anderen Spiele sehen kann, und ob Telltale Games mit der ersten Episode „Iron from Ice“ in die richtige Richtung gehen erfahrt ihr hier.

Als großer Fan der Buchreihe und natürlich der TV-Serie kenne ich mich bestens mit der Thematik der Serie und dem Spiel um den Thron und Macht aus und obwohl der Tod zu unserem Leben und vor allem zu Game of Thrones gehört, so ist es doch traurig, wenn man die Red Wedding erneut sehen muss. Damit startet Game of Thrones: A Telltale Games Series und somit ist ein furioser Einstieg vorprogrammiert. Jetzt stellt sich die Frage, ob Telltale Games auch eigene Akzente setzen kann oder ob sie sich allein durch die Buch und Serien Reverenzen retten können. Genau dafür gibt es ja unseren Test zur ersten Episode mit dem Titel des Wahlspruches vom Haus Forrester: „Iron from Ice“.

 

Deine Wahl, deine Qual

Game_of_Thrones___5_-pc-gamesIn Game of Thrones geht es um Leben und Tod, jeder Zug im Spiel um den Thron entscheidet darüber und mit dem Haus Forrester, einem Vasallen vom Haus Stark, gibt es einen neuen Spieler am Hofe von Königsmund – und ja hier benutze ich die deutschen Namen. Doch bevor wir an den Hof zu Cersei, Margaery und Tyrion kommen, die im Spiel vorkommen und wichtige Rollen einnehmen. Beginnen wir mit dem Anfang des Spiels.

Gared Tuttle, der Knappe von Lord Gregor Forrester, ist auf der Roten Hochzeit und als das Abschlachten beginnt, kann er dank der Hilfe seines Lords entkommen, der ihm das Schwert vom Haus Forrester übergibt und ihm eine geheime Botschaft mitgibt die Gared nur seinem Onkel, Duncan Tuttle, mitteilen soll. Während Gared in den Wald flieht um nach Ironrath zu gelangen, dem Sitz von Haus Forrester, stellt sich Lord Forrester unbewaffnet den Angreifern und stirbt.

Was danach geschieht ist bereits entscheidend für alles draufkommende, weshalb ich ab hier nicht weiter reden werde, da fast jeder etwas anderes herausbekommen wird. Das ist auch eine der großen Stärken von Telltale Games und dem Spiel. Eure Entscheidungen sind maßgebend und selbst wenn ihr denkt, ihr tut das richtig für euch und alle die ihr liebt, so begeht ihr womöglich jedoch den größten Fehler. Deshalb ist es auch enorm wichtig zu wissen wer euch im Moment gegenübersteht. Solltet ihr mehr Unterwürfigkeit zeigen oder ihm als gleichgestellten gegenüberstehen? Solltet ihr nachgeben oder auf euer Recht und an das was ihr glaubt klammern?

All das spielt eine große Rolle, sowohl bei Gared Tuttle, einer der fünf Charaktere die ihr spielen werdet, wobei in Episode 1 nur drei gespielt werden, und bei den anderen vier. Dabei spielt ihr in „Iron from Ice“ Mira Forrester, die älteste Tochter von Lord Forrester, die sich im Moment in Königsmund aufhält und Magaery Tyrell begleitet und Ethan Forrester, der drittgeborene Sohn von Lord Forrester, und nach den Ereignissen von der Roten Hochzeit auch Lord von Ironrath, wobei er dafür noch viel zu jung ist.

Soviel wie ich nach Episode 1 sagen kann, sind die Charaktere und Dialoge weise gewählt und gut geschrieben. Wobei sich zwei Personen deutlich an den Stereotype halten, wobei das auch eine einigermaßen wichtige Rolle spielt, dass sie so sind.

 

Eine interaktive Spin-Off Serie?

ss-cdc027dfa15314d9c35ef64d072eb7a52254c0ef1920x10_kcpqSpielerisch muss man bei Game of Thrones: A Telltale Games Series gar nicht viel sagen, denn ihr tut auch nicht sonderlich viel. Außer einen Button drücken – und ja es wurde auf der Konsole gespielt – wodurch ihr eine Entscheidung fällt was ihr sagt und tut. Manchmal dürft ihr euch in einem Raum relativ freibewegen und Dinge ansehen, lesen und sogar an euch nehmen, doch auch das ist spielerisch nicht wirklich anspruchsvoll, da es auch, zum Glück, keine Rätsel gibt. Vom Gameplay solltet ihr also nicht viel erwarten, doch wer Walking Dead und Co. gespielt hat, wird sich damit wohl eh abgefunden haben und als interaktive Spin-Off Serie zu Game of Thrones funktioniert dann alles ziemlich gut. Da Telltale Games weiß wie sie ihr Spiel inszenieren muss.

Auch optisch dürft ihr kein Battlefield 4 oder vergleichbares erwarten. Es bewegt sich auf dem Niveau von Walking Dead und der Comic-Look funktioniert auch, wobei man nicht unbedingt sagen kann, dass der Artstyle nun besonders hübsch ist. Aber hey, wer spielt das schon für die Grafik oder Animationen, die nicht besonders gut sind. Wobei ich mir bei letzterem wirklich mehr Mühe erhofft hätte.

Wenn ich schon bei den Bewegungen der Charaktere bin, dann kann ich gleich zudem kommen, wie die Synchronsprecher sind. Das gesamte Spiel ist nur auf Englisch und die Sprecher leisten einen soliden bis guten Job und loben kann ich da besonders Peter Dinklage, Tyrion Lennister, und selbst wenn er in der ersten Episode nicht so viel zu sagen hat, so ist seine Performance deutlich besser als alles was er in Destiny sagte. Da merkt man, dass er sehr viel mehr Lust hat Tyrion zu sprechen als Geist. Wobei auch die Dialoge einfach sehr viel besser sind.

Natürlich lässt sich nach zwei bis drei Stunden nicht sagen, wie gut die erste Staffel wird, doch die Zeit mit „Iron from Ice“ verging wie im Fluge und der Beginn von der Geschichte des Hauses Forrester ist gut geglückt. Die neuen sowie alten Charaktere machen ihren Job hervorragend und bereits so manch eine Entscheidung könnte euch vielleicht dazu bringen ein Taschentuch zuziehen. Game of Thrones: A Telltale Games Series ist die interaktive Spin-Off Serie zu Game of Thrones und zeigt nicht nur die großen Player, sondern auch wie es einem einfachen Vasallen nach dem Sturz ihres Lehnsherren und Lords ergeht, die lernen müssen neue Verbindungen aufzubauen und wie man das Spiel um den Thron spielt. Ein gelungener Auftakt und für Game of Thrones-Fans ein must-have!
Gameplay80
Visualisierung70
Story & Integration90
Genre-Wertung80
Feedback90
Postiv
Entscheidungen spielen eine große Rolle
Gute neue Charaktere, Bekannte alte Gesichter
Furioser Auftakt, Spannende Story
Negativ
Schwache Animationen
Gewöhnungsbedürftiger Artstyle
Simples Gameplay
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