Far Cry 3 setzte vor zwei Jahren neue Standards und entpuppte sich als absoluter Kassenschlager. Far Cry 4 soll nun den Insel-Shooter im neuen Setting ablösen und wirft uns prompt in die Gebirgsregionen Kyrats.

Unter Ubisoft entwickelte das Studio Ubisoft Montreal nun mehrere Jahre am Open-World-Ego-Shooter Far Cry 4, der nach Far Cry 3 auf alt bekannte Standards zurückgreifen soll. So verschlägt es uns erneut in eine ziemlich offene, jedoch begrenzte, Welt, die es frei zu erkunden gilt. Was wir vom neuen Teil der Far Cry Reihe halten erfahrt ihr in diesem Review.

 

Ishwari

549927Wir schlüpfen in die Rolle des Amerikaners Ajay Ghale, der nicht nur in der Region Kyrat geboren ist, sondern diese nun auch erneut aufsucht, nachdem er als Kind mit seiner Mutter Ishwari das Land verlassen musste. Der 22 jährige kommt daraufhin in das schöne, von Bergen geprägte Kyrat zurück und taumelt prompt in einen Bürgerkrieg zwischen den Aufständischen ‚Goldener Pfad‘ und dem alleinigen Herscher Pagan Min, einem charismatischem, verrückten und vor allem brutalen Bösewicht.

Ajays Plan ist die Verstreuung der Asche seiner Mutter, die sich zu Lebzeiten wünschte im Norden Kyrats beigesetzt zu werden. Als Ajay die Region trotz Reisewarnungen dennoch betritt läuft er Paga Min in die Arme, flieht dann durch die Hilfe des ‚Goldenen Pfades‘ aber und bestreitet sein Abenteuer durch die Aufgaben der Bergregion.

 

Der ‚Goldene Pfad‘

549923Ajay Ghale trifft dabei auf den Konflikt zwischen den Parteien des ‚Goldenen Pfades‘ und der ‚Royal Army‘, der Armee unter Herscher Pagan Min. Aber auch innerhalb des ‚Goldenen Pfades‘ kommt es zu Auseinandersetzungen. Oft sehen wir uns in der Situation wieder, uns entweder für den Führer Sabal und die Führerin Amita entscheiden zu müssen. Diese Situationen prägen die Geschichte zwar nicht sonderlich, vermitteln uns aber den Eindruck, einige Entscheidungen selber treffen zu dürfen. Die Entscheidung Sabal oder Amita spiegelt sich dabei aber nicht nur in den Personen wieder, vielmehr entscheiden wir zwischen der alten und traditionellen Welt von Kyrat, für die Sabal steht, und einem neuen, modernen ‚Goldenen Pfad‘, der von Amita vetreten wird.

 

Auf die Jagd

532561Neben den eigentlichen Story-Missionen gibt es allerhand einzigartiges und neues in Far Cry 4 zu entdecken. Neben den Far Cry typischen Aufgaben, wie der Einnahme von Lagern und Türmen, begeben wir uns auch diesmal wieder auf die Jagd. Diese stellt sich diesmal deutlich einfacher und erfolgreicher dar. Durch das Anlocken wilder Tiere durch Köder bewegen wir die Biester genau dorthin, wo wir sie auch haben wollen. Ein gezielter Schuss mit dem Bogen oder dem Gewehr genügt um das Tier zu erlegen und auszunehmen um daraus Taschen oder Köcher herzustellen. Wählen wir für das Töten nur unseren Bogen, werden wir sogar mit doppelter Beute belohnt.

 

Meins!

Erneut haben wir die Möglichkeit Lager und Türme einzunehmen, die, jedenfalls bei den Lagern, immer von Wachposten bewacht sind. Wir haben die Wahl wischen leiser und langsamer Einnahme, oder wilder Kamikaze Aktion. Dabei können wir in alter Far Cry Manier Alarme ausschalten, Tiere freilassen oder sogar mit einem Elefanten das Camp erobern. Ist uns ein Lager zu schwer greifen wir auf unseren neuen Gyrokopter zurück, mit dem wir aus der Luft auf alles schießen was sich bewegt. Damit lassen sich ausweglose Situationen dann doch noch meisterhaft lösen. Und wenn alle Stränge reißen haben wir da noch unseren Coop-Partner oder eine Hilfseinheit, die wir mit Marken aus dem örtlichen Laden bezahlen.

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Im gleichen Trott

Unsere Missionen in der Bergregion stellen sich ähnlich wie in den Vorgängern dar. Sammle Dies, töte Das, nehme Jenes ein. Die Missionsaufgaben sind dabei oft identsich und auf Dauer leider recht eintönig. Geiselnahmen und der Überfall von Konvois werden zum Alltag und sind zum Ende hin nicht mehr, als eine schnelle Möglichkeit Geld zu verdienen ohne sich groß anstrengen zu müssen. Die Charaktere unterdessen entwickeln und zeigen sich in Nebenmissionen wunderbar. Wir treffen in unserer Zeit in Kyrat auf den Ein oder Anderen Drogenabhängigen Junkie, den extrovertierten Modeschneider oder ein eingespieltes Kriegerteam, die mit lautem Hupen durch die Bergschluchten fahren. Die Charaktere sind dabei meist stimmig, machen Spaß und passen gut in die verrückte Welt von Kyrat.

 

Should I Stay or Should I Go?

548521Grafisch legt Far Cry 4 noch einmal eine Schippe oben drauf. Texturen und Animationen sind wie gewohnt toll anzusehen und besonders Explosionen machen auf hohen Einstellungen viel Spaß und lassen ganze Camps erzittern. Dabei sind uns keine Grenzen gesetzt. Auch Soundtechnisch kann Far Cry 4 wieder punkten. Die Abmischung zwischen dem Far Cry 4 Soundtrack und den eigentlichen Konversationen ist exzellent und erschafft eine eigene Atmosphäre. Gleiches gilt für die teils toll gewählten Songs, die uns ganz und gar nicht neu klingen wie der 1982er Hit von ‚The Clash‘ mit ‚Should I Stay Or Should I Go?‘. Das wirkt nicht nur unglaublich cool sondern passt auch wie die Faust aufs Auge in die jeweilige Situation.

Ubisoft greift im neuen Far Cry 4 auf Altbewährtes zurück und macht dabei vieles gut und wenig schlecht. Heißt aber auch, dass großartige Neuerungen aus bleiben. Dennoch kann Kyrat überzeugen, die Geschichte hinter Ajay Ghale ist es in jedem Fall wert, auch wenn das Ende, je nach Wahl eher dürftig ausfallen kann.
Gameplay85
Visualisierung90
Story & Integration75
Genre-Wertung80
Feedback80
Postiv
Tolle Charaktere
Viele Möglichkeiten
Gute technische Umsetzung
Negativ
Eintönige Missionen
Keine großen Neuerungen
Teils träge Story
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