Frisch zum Start der Limited Edition von Space Engineers schneit die inhaltlich aufgestockte Variante in unser Postfach. Wir haben uns den Indie Baukasten angesehen und zeigen euch, was es alles zu erleben gibt.

Headup Games bringt zusammen mit Merge Games und Keen Software House nun die inhaltlich deutlich aufgestockte Variante des bisher als Early Access publizierten Titels Space Engineers. Nachdem der Weltraum Baukasten schon bei Steam enormen anklang fand veröffentlicht das deutsche Unternehmen nun das Spiel in einer Limited Edition, in der ihr neben einem Spiele Key für euch selbst auch noch eine Variante an einen Freund verschenken könnt. Außerdem gibt es allerhand Soundtracks, Sticker, Art-Cards sowie digitale Wallpaper und das Artbook. Ebenfalls enthalten die aus dem gleichenHause stammenden Titel Miner Wars Arena sowie Miner Wars 2081.

 

In die Weiten

SE_1_1920x1080Das Setting von Space Engineers ist leicht erklärt. Wir spielen einen kleinen Astronauten, der zusammen mit einigen, recht großen, Asterioden in den fernen Weiten des Universums schwebt. Zum Start unseres Abenteuers besitzen wir lediglich unseren Raumanzug, ein Startschiff und allerhand Werkzeug, das wir benutzen können um Ressourcen abzubauen. Wir fangen also an unsere ersten Rohstoffe aus dem groben Felsbrocken zu bohren, sammeln die kleinen Krümmel auf und fertigen den ersten Pfeiler unserer neuen Raumstation. Dabei haben wir die Wahl kleine und große Schiffe zu erschaffen oder direkt den ersten Metallblock der Raumstation. Bevor wir uns aber an die Fertigung erster Frachter machen wollen wir die Grundstrukturen unserer Basis errichten und eine ganz individuelle Infrastruktur erschaffen. Wir fangen also an eine Fläche zu errichten, auf die wir Gerätschaften bauen, die uns helfen Ressourcen zu verarbeiten. Neben den eigentlichen obligatorischen Merkmalen wie Wänden, Türen, Fenster und der Gestaltung durch verschiedene Farben benötigen wir auch Maschinen, die unsere Ressourcen verarbeiten. Mit Hilfe von Förderbändern verbinden wir die Maschinen, Lager und Reaktoren miteinander und erschaffen so unsere eigene Weltraum-Industriehalle.

 

Industrialisierung

Das Ganze klappt einfach und ist vor allem effizient. Wir müssen bei der Verbindung verschiedener Bestandteile lediglich auf die Anschlüsse achten, die als große, viereckige Blöcke an den Maschinen gegenzeichnet sind. Haben wir so unsere ersten Maschinen erschaffen versorgen wir sie mit unseren Rohstoffen. Auf Abruf können wir dann die Schwermetalle in richtige Produkte verwandeln und so einen weiteren Schritt in Richtung erweiterte Basis wagen. Neben Bestandteilen, die wir zum bauen verwenden, produzieren wir so auch Waffen oder Munition, die wir verwenden können um Feinde abzuwehren. Mehr dazu später.

 

Space Taxi

SE_2_1920x1080Mit der Perfektion unserer Basis kommen auch immer mehr Schiffe hinzu, die wir durch die errungenen Rohstoffe erbaut haben. Jedes Schiff stellt einen separaten Raumkörper dar, der sich frei im Weltall bewegen kann. Es ist dabei aber darauf zu achten, dass wir dem Schiff vor allem eines geben, die Möglichkeit sich zu bewegen, denn ohne einen eigenen Anschub landet der kleine Frachter auch schon mal schnell als Geschoss in unserer Basis, und das wollen wir ja nicht. Der Bau eines Schiffes macht unglaublich viel Spaß. Neben viereckigen Blöcken haben wir auch Zugriff auf abgeflachte Blöcke, Platten, Beleuchtung und vieles weitere. Jedes Objekt lässt sich in der Farbgestaltung anpassen und so können wir unserem Schiff einen eigenen Touch geben. Gebaut wird mit so genannte Blaupausen, die wir aus unserem Hauptmenü in unsere Interface-leiste ziehen. Für den Bau der Blaupause benötigen wir meist nur eine Grundressource. Schweißen wir dann die Blaupause, errichtet sie sich zum eigentlichen Block. Eine Leiste am rechten Rand zeigt uns dabei welche Ressourcen noch benötigt werden und ab welchem Punkt das Objekt benutzbar ist. Pumpen wir noch ein paar mehr Ressourcen herein ist es sogar noch stabiler. Aber nicht nur die optische Gestaltung ist wichtig. Wir Müssen in erster Linie darauf achten genügend Energie für die Triebwerke und Gyroskope zur Verfügung zu stellen. Wichtig dabei ist, dass Triebwerke auch in jede Richtung zeigen, denn sonst bleibt unser Schiff nicht weiteres als ein Metallklumpen. Neben dem eigentlichen Cockpit können wir auch Bohraufsätze, Kolben, Fertigungsmaschinen und allerhand weiteres einbauen.

Ihr merkt, die Möglichkeiten in Space Engineers sind nahezu endlos. Auf einen Block kommt ein nächster. Ein Frachter wird zum Kriegsschiff, ein Raffinerieschiff wird zur Bohrplattform. Die Grenzen von Space Engineers sind lediglich durch die Vielfalt der Objekte begrenzt. Zwar haben wir Zugriff auf allerhand verschiedener Blöcke und Maschinen, aber irgendwann haben wir jedes Schiff schon einmal gebaut. Dann brauchen wir ein neues und das alte wird zerstört.

SE_6_1920x1080So einfach wie es an manchen Stellen aber zu sein scheint ist es gar nicht. Jedes Schiff muss physikalisch von uns inspiziert werden. Schwere Schiffe benötigen mehr Triebwerke, mehr Triebwerke benötigen mehr Energie. Mehr Energie kann nur durch mehr Rohstoffe erzeugt werden. Unsere Schiffe werden größer und unsere Ziele sind höher gesteckt. In Space Engineers wird neben der Masse eines Objektes auch Geschwindigkeit berechnet. Hinzu kommt die nicht vorhandene Bremskraft des Alls und dessen Gravitation, die wir durch Maschinen künstlich erzeugen können. Wir können so ganze Transporter erschaffen, in denen weitere Transporter stehen, die auf andockbaren Standfüßen im Schiff befestigt sind. Kontrolliert wird das Ganze über eine Steuerkonsole, die wir benutzen um Docks zu öffnen, zu schließen, ganze selbst gebaute Tore zu bewegen oder einfach nur das Licht an und aus schalten.

 

Kranfahren

SE_5_1920x1080Wo wir gerade bei Toren sind. Space Engineers verfügt über ein durchdachtes Kolben- und Motorsystem, mit dem wir gigantische Maschinen bauen können, die sich eigenständig bewegen. Der Clou dahinter: Winkel, Geschwindigkeit und Rotationskraft müssen zwangsweise berechnet werden. Das macht Spaß und bringt auch schon mal eine leichte Verzweiflung in die Technik. Erbauen wir Motoren falsch, kann uns auch mal der ganze Hangar um die Ohren fliegen, inklusive Destruktion unserer halben Basis, denn jeder Block lässt sich voxelgesteuert und detailliert zerstören. Dellen, Beulen, alles ist möglich.

 

Möge die Macht mit dir sein

Und wenn wir einmal mit einem Kriegsschiff in den Kampf ziehen, dann machen wir uns auf den Weg zu einem Militärkonvoi in der Nähe, der nicht nur schwer bewacht ist, sondern auch mächtig Wumms hinter den Kanonen hat. Kapern wir die militärischen Einheiten gehören uns neben geladenen Rohstoffen auch die Schiffe des Konvois. Das macht Spaß, kann aber bei der teilweise enormen Treffsicherheit der Konvois schnell in Frustration enden. Aber auch hier lässt sich Abhilfe schaffen. Space Engineers ist voll Mod und Addon fähig, was bedeutet, dass ihr einfach und komfortabel Modifikationen aus dem Steam Workshop in euer Spiel integrieren könnt. Dazu zählen Blueprints, die sich durch eine einfache Tastenkombination im Spiel spawnewn lassen, sowie neue Maschinen oder ganze Karten mit gigantischen Raumschiffen, wie Nachbauten aus Star Trek oder Star Wars. Durch die Mod-Unterstützung sind dem Spiel also doch wieder keine Grenzen gesetzt, jedenfalls wenn es eine aktive Moddingcommunity gibt, die das Spiel unterstützt.

 

So klein und doch so groß

SE_4_1920x1080Grafisch macht Space Engineers zwar etwas her, kann aber in den leeren Weiten des Weltraums nicht ganz punkten. Ohne eigene Skybox wirken die Weiten des Weltalls trist und trostlos, eigentlich so wie es ist. Allerdings lassen die umherschwebenden Asterioden im Hintergrund schnell von den eigentlichen, echten Asteroiden ablenken, wesshalb wir anfangs nur schwer unterscheiden können, wohin wir eigentlich fliegen können. Dabei vermittelt die Umgebung eine grenzenlose Reichweite, die eigentlich gar nicht so grenzenlos ist, denn die einzigen Asteroiden auf jeder Karte befinden sich nur in unserer Nähe. Fliegen wir weiter heraus werden wir niemals etwas neues finden. Nur Leere, schade. Trotzdem wirken Lichtstimmung und Detailgrad, besonders an den Maschinen recht gut und können den Spieler an den Weltraum fesseln. Und mit passender Skybox finden wir uns auch ganz schnell in der Erd-Atmosphäre wieder und können uns im Nu auf die ISS begeben, wenn wir sie denn gebaut haben.

 

Boom, Boom

Tontechnisch ist Space Engineers eher materialistisch gestrickt. Teils erklingende Explosionen durch ananderreibenden Objekte oder einschlagende Schiffe sind nicht immer schnell zu orten und unsere erste Reaktion ist die Suche nach der Ursache des Krachs. Dafür stimmt aber die Musik, denn sämtliche Soundtracks sind eigens für das Spiel kreiert worden und passen gut in die Szenerie, ändern sich aber leider nicht Situationsabhängig, sondern laufen wie eine Playlist nacheinander ab.

 

Anmerkung
Diese Review und die unten stehende Wertung bezieht sich auf eine Early Access-Version des Spiels und nicht auf das endgültige Produkt.
Trotz allem ist Space Engineers ein tolles Spiel, das vor allem kurzfristig mit viel Spaß überzeugen kann. Langfristig müssen wir uns aber auf unsere Fantasie verlassen. Nach einigen Stunden haben wir, jedenfalls zu mehreren Spielern, schon einiges gebaut und neue Bauten wiederholen sich dadurch oft und können langweilen. Tunen wir Space Engineers aber mit weiteren Modifikationen erzielt der Baukasten das richtige Ergebnis.
Gameplay80
Visualisierung65
Story & Integration85
Genre-Wertung75
Feedback70
Postiv
Freie Gestaltung, Viele Möglichkeiten
Mod-Unterstützung
Tolle Szenerie
Negativ
Hakelige Steuerung
Nicht immer langfristig
75

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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