Nach einer längeren Pause präsentieren wir euch heute Teil 6 unserer Cosplay Serie, in der wir euch junge und ambitionierte Cosplayer aus Deutschland und der Welt vorstellen.

Diesmal haben wir mit Miez Cosplay gesprochen und nicht nur einiges zu ihren Cosplays erfahren, sondern auch wie sie überhaupt dazu kam!

Titelbild-Urheber: Claire Cosplay

Meine Welt

>Wie heißt du, wie alt bist du und woher kommst du eigentlich?

© Lucas Ambrosio

© Lucas Ambrosio

Ich heiße Sandra, werde aber hauptsächlich Miez oder Miezi genannt. Ich bin 26 Jahre alt und komme aus Mainz.

 

>Neben dem Cosplay, was machst du da so?

Ich arbeite als Damenschneiderin am Theater. Wenn neben Kostümen und Cosplay noch Zeit ist spiele ich mit Freunden Pen and Paper (Pathfinder), zocke am PC und ab und zu auf der Xbox oder lese etwas. Außerdem koche und backe ich wirklich gerne.

 

>Wann hast du angefangen?

Ich habe 2005 mit Cosplay angefangen und 2006 mein erstes, komplett selbstgemachtes Cosplay getragen.

 

>Wer oder was brachte dich zum Cosplay?

Den Begriff habe ich zuerst von einer Freundin gehört. Wir waren damals beide Fans des gleichen Manga und dachten darüber nach uns als Charaktere daraus zu verkleiden.

 

© Ali-Sharif

© Ali-Sharif

>Wen hast du zuerst verkörpert?

Mein erstes richtiges Cosplay war mein eigener Charakter aus Rangarok Online, ein Assassin Cross.

 

>Was bereitet dir am Cosplay am meisten Spaß?

Das ist schwierig zu beantworten. Alle Schritte von der Planung bis zum Besuch einer Convention sind toll, aber ich glaube am liebsten suche ich Stoffe bzw. Material aus oder tüftele an der besten Lösung, für die immer wieder vorkommenden und mannigfaltigen Probleme, die sich bei jedem Cosplay immer wieder ergeben.

 

>Warum das alles?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, vor allem wenn der Stress groß und die Nächte kurz waren. Aber jedes Mal packt mich die Faszination aufs neue und jedes Mal bin ich voller Eifer und Begeisterung für mein aktuelles Projekt und dieses wunderbare Gefühl ist es, was mich immer wieder weiter machen lässt und mich dazu veranlasst alles zu probieren.

 

>Was ist “Cosplay” für dich in einem Satz?

Cosplay ist für mich wie eine gute Beziehung mit allen Höhen und Tiefen.

 

© Valentin Offner

>Hast du dich jemals auf Themengebiete spezialisiert, oder verkörperst du Charaktere die dir gut gefallen?

Am Anfang habe ich eigentlich nur Figuren aus Ragnarok Online gewählt. Das hat sich mittlerweile geändert, aber ich bin immer noch eher im Bereich Spiele und Filme zu finden.

 

>Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem deiner Projekte?

Eigentlich immer mindestens ein halbes Jahr, wenn man die Planung mit einbezieht eher mehr.

 

>Dein tollstes Erlebnis!

Ich war 2013 mit Freunden auf der Japan Expo in Paris. Es waren vier tolle Tage auf einer tollen Convention mit tollen Leuten.

 

>Dein größter Wunsch!

Ich möchte einmal eine Woche vor der Convetion mit allem fertig sein.

Mein Handwerk

“Fool! No man can kill me!” | The Witchking of Angmar

Ich liebe die Verfilmungen von Der Herr der Ringe. Den ersten Teil hab ich bestimmt sieben Mal im Kino gesehen und unzählige Male auf DVD. Als wir in unserem Freundeskreis über ein HdR-Gruppencosplay sprachen, wusste ich sofort, was ich gerne machen möchte: einen Nazgûl. Am liebsten den Hexenkönig. Ich mochte die Ringgeister von Anfang an, weil sie düster, gefährlich und einen Hauch dramatisch sind. Außerdem war es ein scharfer Kontrast zu meinen bisherigen Cosplays. Lange, zerfetzte Roben mit Dreck und Löchern und auf Fotos nicht auf die Mimik achten- Kurzum, alles, was man eigentlich zu vermeiden versucht ist hier erlaubt.
Ich habe mich intensiv mit dem Kostüm-Konzept der Ringgeister und des Hexenkönigs beschäftigt, bevor ich mit der Fertigung begonnen habe. Ich hab Die Anhänge nach den Beiträgen zum Kostümbild durchsucht und ein sehr informatives Interview mit der Kostümbildnerin gelesen. Beides hat mir mehr geholfen als eine detailierte Fotografie es je gekonnt hätte.

© Miez Cosplay

Da wir insgesamt vier Nazgûl werden würden, die alle sehr ähnlich sein sollten, habe ich die Schnittmuster und die Stoffauswahl übernommen. Was sich leicht anhört, stellte sich als echtes Problem heraus, da wir alle vier unterschiedliche Körperstaturen haben. Geeigneten Stoff in ausreichenden Mengen zu finden war die nächste Hürde. Die originalen Kostüme aus dem Film bestehen je aus 48 Meter Stoff, aber das war für uns unmöglich umzusetzen. Nach vier Stunden im Stoffladen hatte ich alles zusammen, was wir brauchten und wir verbrachten ein sehr vergnügliches Wochenende mit dem Nähen.

© Ullrich Manchen

Während meiner Suche nach Referenzbildern bin ich im Internet auf einen Blog gestoßen, dessen Autor bereits Rüstung und Waffen des Hexenkönigs angefertigt hatte und für mich eine weitere wertvolle Quelle der Information und Inspiration war. Hier wurde der Helm mit Hilfe von Pepakura (eine Falttechnik für 3-D Modelle), Glasfasermatten und Epoxydharz hergestellt. Ich entschied mich gegen diese Technik, hauptsächlich weil durch das ständige Schleifen so viel Staub entsteht. Stattdessen nutzte ich das Pepakuramodell (16 Seiten winzige Teile!!) als “Schnittmuster” für meine Worbla’s Finest Art Teile.

Der Morgenstern besteht hauptsächlich aus Papier, Pappe und Bauschaum mit einem Holzkern. Hierbei gibt die Pappe die Form vor, die mit Bauschaum ausgeschäumt und dann in Form geschnitzt wird. Die Oberfläche wird danach mit Papierkaschur versiegelt und mit Pappmaché überzogen.

Um meine Proportionen denen des Originals anzunähern (Lawrence Makoare ist 1,93 m groß und Stuntman, ich nicht.) habe ich Plateau-Stiefel unter der Robe getragen und die Kapuze um etwa 25 cm aufgepolstert. Tatsächlich sehe ich nicht durch die Augenschlitze des Helms, sondern durch den Mund.

Getragen habe ich das Cosplay nach etwa fünf Monaten Arbeit zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse 2014 zusammen mit meinen wundervollen Nazgûl Claire, Anna und Cata. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß an diesem Tag und ich hoffe, wir schaffen es nochmal alle zusammen mit diesen Kostümen eine Convention zu besuchen.

Meine Inspiration

Cosplay ist für mich mehr als nur ein Kostüm machen und tragen. Es ist Mut finden, über sich hinauswachsen, Neues wagen und die Begeisterung teilen. Ich hoffe, dass mir diese Hingabe immer erhalten bleiben wird und das ich immer wieder Menschen treffe, denen es genauso geht.

2015 findet man mich auf folgenden Conventions:

  • Leipziger Buchmesse
  • Hanami in Ludwigshafen
  • CosDay in Frankfurt a. Main
  • Connichi in Kassel

Weitere Infos zu mir findet ihr hier:

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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