Auf Aliens: Colonial Marines hatte ich mich Anfang 2013 sehr gefreut, da ich die Alienfilme und ganz besonders den ersten Film liebe. Umso größer war die Enttäuschung, als sich Colonial Marines nur als halbgarer Shooter entpuppte. Entsprechend skeptisch war ich, als Alien: Isolation angekündigt wurde. Ein Horrorspiel, das sich am ersten Alienfilm orientiert und mit überlegener KI protzt, das klang zu gut um wahr zu sein. Ob Isolation hält, was großspurig versprochen wurde, erfahrt ihr im folgenden Review.

Alien: Isolation spielt 15 Jahre nach „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von 1979. Protagonistin ist diesmal nicht Ellen Ripley, sondern ihre Tochter Amanda, die inzwischen wie ihre Mutter für die Weyland Yutani Corp. tätig ist. Zu Beginn des Spiels erfährt Amanda, das der Flugschreiber der Nostromo gefunden wurde und auf der Sevastopol verwahrt wird. In der Hoffnung, auf diesem Schreiber nähere Infos zu dem Verbleib ihrer Mutter zu finden, bricht Amanda sofort mit einer kleinen Crew auf.

Überleben des Stärkeren
alienisolation_amanda_ripleyMit diesem Ziel steigt man auf dem Transporter Torrens in das Spiel ein. Isolation erlebt man komplett aus der Egoperspektive und mit nur wenigen Anzeigen. Im unteren linken Teil des Bildschirms befindet sich eine kleine Leiste, die Amandas Gesundheitszustand darstellt. Über der Leiste wird die verbleibende Munition der wenigen auffindbaren Waffen angezeigt. Ganz recht: trotz Egoperspektive wird in Alien: Isolation wenig geschossen. Waffen erregen hier nämlich mehr Aufmerksamkeit als dem Spieler lieb ist. Das restliche Equipment wie EMP-Fallen, Geräuschemacher oder Medi-Paks bastelt man sich mit gefundenen Materialien notdürftig zusammen.
jNr5C5xCG-Ky.878x0.Z-Z96KYqBewohnt wird die Sevastopol nur noch von wenigen Überlebenden, die im Kampf um das nackte Überleben niemandem vertrauen. So trifft man nur auf wenige Weggefährten, die auch selten lange an Amandas Seite bleiben. Auch Androiden sind mit an Bord, dieses Mal sind es die Working Joes oder Hiwis von Seegson. Wer die Filme kennt, ahnt vermutlich bereits, wie die Androiden auf Amanda reagieren. So fühlt man sich sehr schnell verlassen und einsam an Bord der Sevastopol. Doch alleine ist man zu keiner Sekunde. Wer glaubt, das Plünderer mit losen Abzugsfingern und durchgedrehte Androiden das größte Problem sind, der hat den namensgebenden Xenomorphen (oder auch Alien) vergessen.

Der überlegene Organismus
alien_isolation1111Das Alien ist nicht nur Namensgeber des Spiels, sondern besticht auch durch seine Einzigartigkeit. Im Gegensatz zu den Aliens in Colonial Marines ist das Alien kein Kanonenfutter, sondern der überlegene Jäger. Mit überragenden Sinnen und übermenschlicher Stärke macht es Jagd auf den Spieler. Das Alien erscheint oft zufällig oder wird durch Geräusche angelockt. Damit sind wir bei der größten Stärke und Schwäche von Alien: Isolation angekommen. Das Alien wirkt durch sein intelligentes Verhalten unglaublich authentisch. Wer wild durch die Gegend ballert oder das Mobiliar umwirft, kann sich schon auf einen Besuch des Xenomorphen einstellen. Das Biest reagiert clever auf Geräuschquellen und erkundet auch neue Räume, wenn die Tür sich zischend öffnet.
AlienISO-750x400Das Alien reagiert also sehr unvorhersehbar, was die Begegnungen manchmal zu einer echten Geduldsprobe macht. Man kauert minutenlang in einem Versteck und gerade, wenn man denkt, das der Weg frei ist, macht das Alien auf einmal kehrt und man sieht nur noch, wie der zweite Kiefer sich in Amandas Stirn bohrt. Bei den Begegnungen hangelt man sich von einem Versteck zum nächsten. Diese permanente Anspannung sorgt zwar für einen ordentlichen Adrenalinschub beim Spielen, kann aber auch schnell mal in Frust umschlagen.

 

Kannst du mich sehen?
alien-isolation-radarFür Anspannung sorgt auch die Atmosphäre, die auf der Sevastopol entsteht. Die Licht- und Schatteneffekte wirken unglaublich. Häufig bewegt man sich durch die Dunkelheit, die nur durch die Taschenlampe ein wenig erhellt wird, und tritt dann in einen erhellten Gang oder blickt in einen Scheinwerfer und fühlt sich erst mal geblendet. Doch schon bald befindet man sich wieder in der Dunkelheit, und diese wirkt nun noch bedrohlicher. Auch die Geräuschkulisse unterstreicht all das, man hört, wie das Alien durch die Luftschächte kriecht oder ein paar Überlebende sich besprechen und planen.
Alien-Isolation-Screenshots-3Die musikalische Untermalung ist sehr minimalistisch, schwillt in bedrohlichen Situationen allerdings immer mehr an und sorgt für Gänsehaut. In der Standardeinstellung ist diese Untermalung allerdings sehr laut und übertönt auch gerne die Geräusche, die die patrouillierenden Überlebenden oder das Alien verursachen. So wiegt man sich schnell mal in Sicherheit, wenn um die Ecke bereits der Tod lauert. Die Lautstärke der Musik sollte man für ein optimales Erlebnis etwas herunterdrehen.

 

Alien: Isolation hält, was es verspricht. Eine intensive Atmosphäre, ein intelligenter und unbezwingbarer Gegner sowie improvisiertes Werkzeug vermitteln ein Gefühl, wie es der erste Film nicht besser getan hat. Mit diesem Spiel zeigt Sega, das mit der Alien-Lizenz wirklich gute Spiele möglich sind. Mit den beiden DLCs „Crew Expendable“ und „Last Survivor“ erhält man sogar die Möglichkeit, Teile des ersten Films nachzuspielen. Wer diese DLCs nicht bereits durch die Vorbestellerversion besitzt, sollte auch dort zugreifen! Ein rundes Paket für jeden Fan der Alien-Filme und für Fans des Horrorgenres. Absolute Gruselgarantie!
Gameplay90
Visualisierung100
Story & Integration80
Genre-Wertung90
Feedback90
Postiv
Fesselnde Atmosphäre
Unberechbare und intelligente Gegner
Sehr Umfangreich
Negativ
egner sind unberechenbar
Wenig Story abseits des Überlebens
90