Nachdem Ryse: Son of Rome schon vor einigen Monaten temporär, exklusiv für die Xbox One zu haben war schafft es die antike Schlachterei nun auch auf den heimischen PC. Warum uns Der Crytek-Blender trotz neuer Funktionen immer noch nicht vom Hocker haut erfahrt ihr hier.

Veni, vidi, vici

452601Die Geschichte hinter Ryse: Son of Rome ist schnell erzählt. Wir schlüpfen in die Rolle des römischen Soldaten Marius Titus, der in der großen Schlacht um Rom den amtierenden Kaiser Nero in die Katakomben der großteils zerstörten Stadt rettet. Dort, nach kurzen Wortwechsel, fängt der gebürtige Römer Marius an seine Aufstiegsgeschichte zu erzählen, ganz egal ob er danach gefragt wurde oder nicht. So begleiten wir den jungen Legionär bei seiner Reise. Von der Ermordung seiner Familie, die er emotional binnen Sekunden ausblendet, bis hin zu großen Schlachten im besetzten England sowie zurück in die Weltmetropole Rom.

458453Innerhalb acht Kapitel erzählt sich dabei die, zwar actionreiche, aber dennoch nicht großartig spannende Geschichte um Marius Titus. Als kleiner Soldat steigt er schnell zum Kriegsführer auf und befehligt Truppen und Divisionen. Was hier im ersten Augenblick wie eine Auswahl an Strategien wirkt ist im Grunde der Knopfdruck an Schlachtbannern für gewählte Taktiken. Das Spiel gibt vor welche Entscheidungen zu treffen sind und lässt uns durch beeindruckende Cinematicen teil an der Situation haben. Den größten Teil des Kampfes bestreiten wir aber frei dem Motto „No Risk, No Fun“, denn auf gut 90% unserer Geschichte sind wir auf uns allein gestellt.

Und immer wieder das gleiche Spiel

525221Mit dem Blick über die Schulter des mittlerweile aufgestiegenen Zenturio der römischen Legion kämpfen wir uns durch eine Handvoll Arten an Gegnern: Englischer Barbar mit Glatze, englischer Barbar mit Irokesenhaar, englischer Barbar mit dickem Bauch. Die KI-Gegner des Spiels sind, mit wenigen Ausnahmen allesamt identisch. Ein Pool aus kopierten Charakteren, die in Horden gegen das Schwert des Marius Titus antreten, oft mit den selben Attacken, Abwehstrategien und Sprüchen. Allein die Tatsache, dass wir es immerzu mit den gleichen Gegner zutun haben, macht das Kämpfen nach einigen Minuten und Stunden zu einer langweiligen Abfolge aus Angriff und Rückstoß. Da helfen auch die möglichen Todesanimationen wenig, die zur Verfügung stehen, wenn wir den Gegner an den Rand ihres Lebens befördert haben. Mit zwei bis drei Tastenfolgen töten wir den Barbaren somit auf eine ganz besondere Weise, die nach dem vierten oder fünften Mal aber schon nichts besonderes mehr ist, sondern vielmehr nervt.

458443Durch getötete Gegner, Todesmoves und Interaktionen sammeln wir im Spiel Focus Punkte, die wir für eine ultimative Attacke verwenden können. Marius Titus haut dabei sein Schild auf den Boden, worauf Gegner Kampfunfähig werden und durch gezielte und schnelle Angriffe ausgeschaltet werden. Durch den Fokus bleiben wir mehrere Sekunden in diesem rasenden Zustand und erledigen so viele Gegner wie es uns möglich ist. Verstärkt wird diese Funktion anhand von Fertigkeitspunkten, die wir durch das töten von Gegnern erlangen. Die Fertigkeiten im Bereich Kampf oder Focus lassen sich somit steigern. Aber nicht nur mit den Fertigkeitspunkten lässt sich ein Skill upgraden. Auch mit den gesammelten Münzen im Onlinemodus dürfen wir unsere Fertigkeiten verbessern. Gleiches gilt für Rüstungen, die wir im Mehrspielermodus wechseln können.

Immer fein rausgeputzt

452598Grafisch ist Ryse: Son of Rome, ähnlich wie auf der Xbox One, ein echter Hingucker. Am PC finden sich sogar noch mehr Details und Detailgrade, die das Spiel noch einmal ein gutes Stück besser aussehen lassen. Crytek hat bereits mit den vergangenen Teilen Crysis gezeigt, dass sie Grafik und Engine mehr als beherrschen und das zeigen sie auch hier wieder. Grashalme, Steine, Bäume, alles passt zusammen, bis ins kleinste Detail. Was uns aber in Sachen Visualisierung wenig gefesselt hat, sind bestimmte Details am Protagonisten selbst. Obwohl Marius Titus bereits Horden an Gegnern getötet hat, ihnen das Schwert mehrmals durch den Körper rammte, selbst dann findet sich nicht ein einziger Blutstropfen an Marius Titus. Keine Abnutzungen, keine Veränderungen. Lediglich das Schwert besitzt leichte Abschürfungen, die es aber schon von Beginn an trägt. Die Rüstung sieht aus wie gerade gefertigt.

Abschließend ist Ryse: Son of Rome aber kein schlechtes Spiel. Es sieht grandios aus, besitzt eine tolle Athmosphere und kann auf kurze Dauer, und vorallem gelegentlich, mit Spielspaß überzeugen. Auf langer Basis ist der Crytek-Blender aber nichts anderes, als eine antike Kampfsimulation, in der wir immer und immer wieder das gleiche machen, ohne große Abwechslung.
Gameplay50
Visualisierung95
Story & Integration50
Genre-Wertung50
Feedback60
Postiv
Tolle Grafik
Leichter Umgang
Negativ
Schwache Story
Immer gleiche Gegner
Wenig Abwechslung
61

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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