Ein deprimiertes Kastenbrot, ein verrückt-genialer Busch und ein hyperaktives Schaf verkleidet als Superhelden. Ob diese Zutaten ausreichen um ein klassisches Point&Click-Adventure zu ergeben? Wir haben es uns angeschaut.

Bernd das Brot und die Unmöglichen war für mich einer der Überraschungstitel der diesjährigen Gamescom. Ein Point&Click-Adventure mit dem kultigen Kastenbrot, da musste ich einfach zuschlagen.

Das Yakk ist weg

Die Unmöglichen im Stadtpark

Viel Zeit bleibt den Helden nicht, bis die verschwundene Statue wieder an ihrem Platz sein muss.

Beginnen wir direkt mit einer der wichtigsten Zutaten eines Adventures: Der Story. Die ist, typisch Kastenbrot, absurd, liebevoll erzählt und hält die ein oder andere unerwartete Überraschung bereit. Der Fall der verschwundenen Bronzestatue des „Erkälteten und Skat spielenden Yakks“ hält die Stadt in Atem und nur das Superheldentrio „Die Unmöglichen“, bestehend aus Sheep Majors, Dr. Bumblebee Bush und dem kastigen Koloss kann jetzt noch helfen. Viel Zeit bleibt Ihnen dafür nicht, denn die diplomatische Delegation aus dem Yakk-Heimatland Langolien ist bereits auf dem Weg um die Statue mit Kamillenteebeuteln zu bewerfen. Blöd nur, dass der kastige Koloss alias Bernd das Brot eigentlich gar keine Lust hat in einem nicht atmungsaktiven Plastikkostüm die Welt zu retten. Mist!
Den größten Teil der – mit ca. drei bis vier Stunden relativ kurzen – Spielzeit erkunden wir die Welt mit Bernd dem Brot, müssen allerdings für kurze Passagen auch die Steuerung von Briegel oder Chilli übernehmen, etwa dann, wenn Bernds Arme einfach zu kurz für eine bestimmte Aufgabe sind. Der gesamten Story merkt man an, dass sie mit viel Brot-typischem Humor geschrieben wurde, hier zeigt sich deutlich dass die Story von den Machern der TV-Serie geschrieben wurde. Auch die gelegentlichen Seitenhiebe auf andere Geschichten sind gut gelungen und rufen auch bei älteren Spielern noch ein Schmunzeln hervor.

Kombiniere A mit B

Die Münze ist im Brunnen, wie kriegt Bernd sie wieder heraus?

Mist! Dieses und andere Rätsel erwarten den Spieler.

Den Rätseln in „Bernd das Brot und die Unmöglichen“ merkt man an, dass es sich primär um ein Adventure für Kinder handelt. Der Schwierigkeitsgrad der meisten Rätsel ist eher moderat, umso ärgerlicher ist da, dass einige Rätsel extrem linear und unnötig umständlich abzuarbeiten sind. Kombiniert man Gegenstand A mit Gegenstand B, so erntet man nur einen spöttischen Kommentar von Bernd, kombiniert man jedoch Gegenstand B mit Gegenstand A funktioniert es plötzlich. Auch Bastelbusch Briegel nimmt die benötigten Gegenstände für eine seiner Erfindungen nur in exakt der von ihm genannten Reihenfolge entgegen und das Kombinieren von Gegenständen aus dem Inventar mit Gegenständen, die sich noch in der Spielwelt befinden ist gar nicht erst möglich.

Die Rätsel allgemein sind jedoch recht abwechlunsgreich, so muss der Spieler sich bestimmte Abfolgen merken und diese später wiederholen oder Schalter- und Bilderrrätsel lösen. Interaktionsfähige Objekte können bei Bedarf per Hotspot-Taste eingeblendet werden und im äußersten Verzweifelungsfall liegt dem Spiel in der „Brotbox Edition“ auch noch eine digitale Komplettlösung bei.

Die Technische Seite

Bruchlandung vor Banana-World. Zwischensequenzen stellt das Spiel im Comicstil dar.

In comicartigen Zwischensequenzen erzählt das Spiel die Handlung zwischen den unterschiedlichen Schauplätzen.

Abgesehen von den oben genannten manchmal etwas hakeligen Rätseln und einigen kleineren Bugs ist das Spiel handwerklich gut gelungen. Die Hintergründe der Spielwelt sind liebevoll und detailliert gestaltet und die Zwischensequenzen im Comic-Stil erzeugen eine gute Atmosphäre. Die Hauptcharaktere sind ebenfalls sehr detailliert gestaltet und harmonieren größtenteils gut mit den Hintergründen, lediglich die anderen im Spiel auftretenden Figuren wirken grafisch etwas lieblos. Auch auf der Soundseite steht „Bernd das Brot und die Unmöglichen“ sehr gut da. Die Verpflichtung der Originalsprecher für die Hauptcharaktere und der live eingespielte Soundtrack transportieren den kindlichen Charme des Spiels sehr gut und machen allein beim Hören schon Lust auf mehr.

Abgesehen von einigen kleinen Schwächen ist "Bernd das Brot und die Unmöglichen" ein sehr gelungenes Adventure, dass sich vor allem an Kinder und Fans des Kastenbrotes richtet und dabei mit viel Humor und einer absurden, aber stimmigen Story aufwarten kann. Während besagte Fans allein schon an der Vertonung ihren Spaß haben werden, werden Hardcore Rätselfreunde allerdings aufgrund des allgemein niedrigen Schwierigkeitsgrades wahrscheinlich eher enttäuscht.
Gameplay85
Visualisierung90
Story & Integration90
Genre-Wertung80
Feedback75
Postiv
Stimmen der Originalsprecher
Serientypischer Humor
Liebevolle Gestaltung
Negativ
Inkonsistenter Schwierigkeitsgrad
Streckenweise umständliche Rätsel
Zu kurze Spielzeit
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