Es ist, wenn wir ehrlich sind, keine gewagte These, wenn ich sage, dass es Mitglieder in der Gamer-Community gibt, die hasserfüllt und alles andere als aufgeschlossen sind. Zumal sind Beleidigungen, Gewaltandrohungen und sogar Morddrohungen in der Szene an der Tagesordnung. Da ist selbst die Drogenszene harmloser. Da es bei den Gamern ständig Kriege gibt und das an mehreren Fronten.

Im Internet ist jeder Nutzer anonym, zumindest dachten wir das vor dem NSA-Skandal. Heute wissen wir es alle besser. Wir werden abgehört, rund um die Uhr und das von US-Amerikanischen Geheimdiensten, von den Briten und von unseren eigenen Geheimdiensten. Aber das stört den gemeinen Gamer nicht, er schreibt seine ungestörte Meinung auf YouTube, Twitter, Twitch und Co. und merkt scheinbar gar nicht, wenn er gerade jemanden den Tod wünscht und besonders jemanden, den er überhaupt nicht kennt. Ist das normal oder in Ordnung? Nein. Bestimmt nicht, doch Zeilen sind schnell geschrieben und wenn man selbst oder meistens eher „sein“ Spiel oder Plattform angegriffen fühlt, dann fliegen die Fetzen und das nicht zu knapp. Letztendlich wird mal wieder ein Krieg auf YouTube und Co. gestartet, der scheinbar nie endet, und manche sehen es vermutlich schon als Sport an.

Wenn jemand wie PewDiePie die Kommentare unter all seinen Videos deaktiviert, spricht das wohl eine deutliche Sprache. Er selbst sagt, dass es zu viel Provokation und Hass ihm und anderen gegenüber in der Kommentarsektion gibt und er es unter anderem deshalb ausgestellt hat. Spricht das nicht eine eindeutige Sprache? Natürlich will ich nicht jeden Gamer nun als hasserfüllten Menschen bezeichnen, denn dann wäre ich nicht besser als RTL mit seinem Beitrag von der Gamescom. Aber gehört wirklich unter jedem Video, dass Person X, Spiel X oder Plattform X scheiße oder behindert ist oder er/sie sich am besten noch erhängen soll, weil sie/er eine andere Meinung hat? Gerade auf YouTube, aber auch auf vielen anderen Seiten im Internet, gibt es das wie Sand am Meer und das ist schon schlimm genug. Doch meist, nicht immer, passiert so etwas aus dem Affekt. Zeilen sind schnell geschrieben und abgeschickt, ohne noch einmal über das geschrieben zuschauen. Doch diejenigen, die aus dem Affekt handeln haben nicht nachgedacht. Meist hat sie schon die Wut oder der Hass übermannt und schon stehen solche Dinge eben da. Ob das nun so gemeint ist oder nicht, das ist egal. Denn es steht da und das muss nicht sein.

Ein großes Problem ist aber auch die Bereitschaft. Auf YouTube und Co. wird nur selten objektiv geschrieben oder diskutiert. Meist ist es subjektiv und so kann man keine gesunde Diskussion starten. Viele wollen das auch nicht, sondern schreiben einfach nur: „Spiel X ist scheiße.“ Ohne Grund oder sonstiges. Es wird einfach nur die Meinung völlig Subjektiv geäußert. Menschen der Öffentlichkeit müssen sich diesen Dingen ständig aussetzen. Ein Bespiel sind nicht nur Spieleentwickler, sondern auch YouTuber und eine von ihnen ist Anita Sarkeesian. Eine Feministin und Befürworterin für mehr normale Frauen in Videospielen und Co.. Den meisten wird vermutlich jetzt schon die Gale wieder hochkommen, alleine weil ich diesen Namen erwähne. Sie hat vor kurzem wohl wieder einmal das dunkelste in einem Gamer hervorgeholt und zur Folge wurde ihr Mord, Vergewaltigung und sogar die Ermordung von ihren Eltern und ihrem Sohn angedroht. Weil sie was sagte? Das Spiel X sexistisch ist? Rechtfertigt das dermaßen extreme Androhungen, weil man etwas kritisiert? Jetzt hat sich sogar das FBI eingeschaltet, nur weil man den aktuellen Stand der Videospiele in Bezug auf Frauen kritisiert. Ob  es das wert war, weiß wohl nur der User der das schrieb. Das Problem: es gibt Menschen die fühlen sich selbst angegriffen, wenn es um ihr Lieblingsspiel oder sonstiges geht. Dann wird nicht um eine Diskussion gebeten, sondern sofort zurückgeschossen und meist mit schwerem Geschütz und die Kugeln sind alles andere als ungefährlich. Dabei kritisiert man nur selten die Liebhaber von Spielen sondern die Spiele, dabei darf man nicht vergessen, dass das eben nicht gegen die Liebhaber der Spiele geht. Das scheint der ein oder andere jedoch zu vergessen oder es schlichtweg nicht zu wissen.

Ein anderes Problem ist, dass es Menschen gibt, die zwar mitdiskutieren wollen, wenn es mal eine gibt. Aber die dann mit halbgaren Wissen um sich schmeißen und scheinbar nicht den blassensten Schimmer haben, was sie da gerade eigentlich gesagt haben. Mit solchen Leuten kann man ebenfalls nicht diskutieren. Alleine wenn ich sage, dass ich eine Xbox One besitze, werden mir wohl nicht nur Beleidigungen an den Kopf geworfen, sondern auch mit falschem Wissen um  sich geworfen. Und das ist ein Problem. Dabei hab ich weder erwähnt, dass ich die Playstation, PC oder die Wii nicht mag, aber das ist egal, da ich etwas mag und besitze, dass andere nicht wahrhaben möchten oder sie jeden ihre Meinung aufzwingen möchten. Das ist jedoch ein Problem das weit verbreitet ist, was es jedoch nicht weniger schlimm macht.

Die meisten vergessen allerdings im Großen und Ganzen eines komplett. Wir sind alle Spieler und sollten wir nicht zusammen halten, egal ob wir nun Call of Duty, Battlefield, Destiny oder FIFA spielen? Ob wir nun die Playstation eher mögen als die Xbox, PC oder die Wii. Wir zocken alle. Manche Spiele bringen Menschen zusammen und sie verbringen eine tolle Zeit. Sollten wir nicht akzeptieren, dass jeder seine eigene Meinung hat und sollten wir nicht auch einmal über den Tellerrand hinausblicken und zu uns selbst sagen, dass jeder seine Geschmäcker und Vorlieben hat und nicht jeder mit unseren übereinstimmen muss. Denn das ist nicht wichtig. Wichtig ist nur eins. Wir sind alle Gamer und wir lieben das zocken, als lasst uns zocken. Auf was wir wollen und welches Spiel wir wollen.

„Play games not war.” – Zitat des Autors.