Mit dem Freitag stand der erste Tag des Gamescom Wochenendes vor der Tür, dessen Ticketkontingent ebenfalls vollkommen erschöpft war. Insgesamt zählte die Gamescom dieses Jahr von rund 335000 Besucher, was nur 5000 Besucher weniger als letztes Jahr waren. Der Unterschied zwischen letztem Jahr und diesem war kaum festzustellen. Nichts desto trotz haben wir versucht uns noch einige letzte Spiele anzusehen.

 

P1110220Mit Tom Clancy’s the Division stand noch ein Titel auf unserer Liste, dessen Stand auf jeden Fall besucht werden musste.  Die 20-minütige Präsentation mit Gameplay zeigte neue Missionen und Spielszenen in denen man eine „Base of Operations“ errichtet, in der dann sowohl Waffen und Ausrüstung gekauft werden als auch andere Spiele getroffen werden können. Mit 2 Spielern und der Beobachtungsdrohne per Tablet gesteuert stürzten sich die Entwickler in die Mission, bei der es darum ging Banditen und Plünderer auszuschalten, die sich vor der geplanten Basis befinden. Sobald der Elite Gegner der Truppe ausgeschaltet wurde war die Mission auch schon erledigt und die Basis aufgebaut. Bevor allerdings eine Basis in einem Distrikt errichtet werden kann müssen sowohl das Kontaminationslevel gesenkt als auch das Sicherheitslevel erhöht werden. Die zweite Mission zeigt wie man das Sicherheitslevel erhöht indem man eine Gruppe Plünderer davon abhält einen Supermarkt zu plündern bzw. zu besetzen. Bei der zweite Mission wurde es deutlich, dass sich Tom Clancy’s The Division nicht auf die klassischen  Egoshooter Elemente besinnt sondern eher auf Teamplay und Taktik setzt, was ein definitiv besserer Ansatz für ein MMO von der Dimension ist. Die Positonen um Deckung zu suchen sind insofern z.B. vorgegeben, dass Gelbe Fenster erscheinen, die man anvisieren und sich dann mit einem Knopfdruck dorthin begeben kann. Die Präsentation war zwar Interessant, jedoch macht diese nur mehr Lust das Spiel demnächst selbst zu spielen. Wir sind sehr gespannt auf The Division und können verstehen warum es im Moment eines der meist erwarteten Spiele ist.

Stand: Square-Enix, Halle 9Den restlichen Freitag haben wir damit verbracht uns von den Massen in diverse Richtungen zu tragen lassen. Der Freitag schien dieses Jahr der beliebteste Messetag gewesen zu sein. Dementsprechend haben wir uns eine kleine Pause gegönnt und sind erst Samstag morgen wieder auf die Gamescom. Dort haben wir uns dann für den Final Fantasy XIV A Realm Reborn Raid angestellt. Das MMORPG ist zwar schon seit einem Jahr erhältlich, dennoch haben wir uns den abgeschwächten Endcontent einmal angeschaut und waren erstaunt wie viel Spaß es doch gemacht hat. Insgesamt 8 Spieler haben immer an einem Raid gegen einen Boss teilgenommen, der in seiner Form leicht abgeschwächt war, denn es für die erfolgreiche Teilnahme an dem Raid gab es für jeden Teilnehmer ein T-Shirt zu gewinnen. Als Weißmagier, einer der Heilerklassen, habe ich mich darin versucht die anderen Spieler am leben zu halten, während ich den Blitzen und Gewittern von Ramuh ausgewichen bin. Der Kampf war spannend aber trotzdem fair, auch für Spieler, die A Realm Reborn noch nie gespielt haben. Der Bosskampf hat überraschend viel Spaß gemacht. Final Fantasy ist ein MMORPG, welches zumindest dem ersten Eindruck nach vieles Richtig macht und deswegen sich ein näheres Hinschauen lohnen könnte.

civ-beyond-earth-vista.jpg w=780Wie sagt man so schön? Das Beste kommt immer zum Schluss. Mein Persönliches Highlight der Gamescom ist ein Spiel ohne großen Stand, nur eine kleine Bühne mit vielleicht 20 Sitzsäcken am Rande der Halle. Abseits von Evolve und Borderlands befindet sich Civilization: Beyond Earth. Als Strategieliebhaber und Fan der Civilization Reihe ist Beyond Earth natürlich ein muss. Auf der Gamescom direkt wurde nur eine kleine Demo gezeigt, welche von einer Computerstimme kommentiert wurde. Es wurde ein wenig mehr auf Diplomatie und Kampf eingangen, was aber wie in den vorherigen Teilen ähnlich verläuft. Die Gute Nachricht ist also : Es ist ein Spiel der Civilization Reihe und so scheint es sich auch zu spielen, nur dieses mal mit Killerobotern und Laserkanonen auf fremden Planeten. Am 21. August wurde von dem Livestream von Firaxis ein neues Video zu Civilization hochgeladen, was weitere Szenen direkt aus dem Spiel zeigt.

Fazit

Samstag Nachmittag haben wir beschlossen den Heimweg anzutreten, da der weitere Aufenthalt auf der überfüllten Gamescom mehr Stress als alles andere ist. Wir haben viel gesehen und insgesamt sind wir mit dem zufrieden, was wir geschafft haben, jedoch gibt es ein paar Dinge anzumerken, die sich bis zum nächsten Jahr ändern sollten, was aber wahrscheinlich sowieso nie passieren wird, außer der Großteil der Besucher beherzigt einige Ratschläge. So ist es ein Unding eine Flasche Wasser für 5€ anzubieten. Zugegeben der Sommer war zur Zeit der Gamescom wohl gerade im Urlaub, aber normalerweise erwartet man 30 C° im Schatten. Jeder sollte an solchen Tagen ausreichend Trinken und dann so eine unsumme für Wasser zu verlangen ist ein Scherz. Ebenso gilt das aber auch für Verpflegung. Von asiatischen Nudel bis zu Pizza kostet die Portion so viel wie eine Eintrittskarte. Wenn mehr Besucher sich einfach etwas zu essen mitnehmen würden oder vor bzw. nach der Gamescom essen würden müssten die Standbesitzer zwangsläufig ihre Preise ändern. Die Profitgier scheint allgemein auf Messen leider keine Grenzen zu kennen, dem sollte man entgegenwirken indem man nicht mehr bei solchen Ständen kauft.

Die Besucherzahlen waren, auch wenn weniger als letztes Jahr, viel zu hoch. Die Gamescom ist groß geworden, aber nur ihre Besucherzahlen. Die Fläche auf der die Gamescom veranstaltet wird ist seit Jahren gleich geblieben, wobei Halle 3 noch zur Verfügung stehen würde um die Fläche zu erweitern. Der Andrang für die Esports Bereiche war so groß, dass die Eingänge der entsprechenden Hallen zeitweise komplett verstopft waren. Wer auch immer die Idee hatte die ESL Arena ans Ende der Halle 9 zu platzieren hat seinen Job wohl verfehlt. Nächstes Jahr wäre es doch praktisch den Esports Bereich und seine zugehörigen Aussteller einfach in eine seperate Halle zu verfrachten um dem Andrang entgegenzuwirken.

Die Beschwerden rund um den Mittwoch waren letztes Jahr schon groß und laut. Die Anzahl der Wildcards wurden reduziert, aber da viele Besucher letztes Jahr gesehen haben wie leer doch der Mittwoch ist, haben sich wohl viele gedacht, dass es Intelligent sei sich Fachbesucherausweise zu besorgen um schnell das ein oder andere Spiel vor allen anderen zu spielen. Der Mittwoch wird so effektiv in einen Tag für die Öffentlichkeit umgewandelt, denn wenn jeder „Hinz und Kunz“ sowieso an Fachebesuchertickets kommt, wozu sollte man dann den Mittwoch noch einschränken? Besonders die Fachbesucher müssen strenger kontrolliert werden, damit sich nicht jeder über seine Verwandten oder Bekannten Tickets besorgen kann. Dieser „Fachbesucher Tourismus“ schränkt die Berichterstattung vieler Spielemagazine ein, da diese sich dann auch durch das Gewühl von „Fachbesuchern“ drängen müssen.

Insgesamt hat die Gamescom trotzdem viel Spaß gemacht und ich hoffe auch nächstes Jahr wieder da zu sein. Vielleicht ändert sich bis dahin ja das ein oder andere, vielleicht auch nicht. Bis dahin erwarten wir wieder viele neue Spieletitel und Ankündigungen von Blockbuster Titel wie z.B. Titan auf der Blizzcon. Bis zum nächsten mal auf der Gamescom 2015 !