Es ist wieder Cosplay Zeit und heute stellen wir euch die nächste, begnadete Cosplayerin aus dem deutschsprachigen Raum vor. Den fünften Teil unserer Artikelserie nimmt NiKcKu ein!

Auch wenn NiKcKu’s Name nicht der einfachste ist, stellt uns die aus Thüringen stammende Cosplayerin Dominique ihre Faszination an der Verkörperung ihrer Lieblingscharaktere vor. Neben unserem gewöhnlichen Interview wird auch Dominique einige Einblicke in ihr Handwerk präsentieren.

Meine Welt
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© Takkleberry

Erzähl uns was von dir! Wie heißt du, wie alt bist du und woher kommst du eigentlich?

In der Cosplayszene kennen mich alle unter dem Namen NiKcKu. Im echten Leben heiße ich Dominique und bin 23 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus einem kleinen Dörfchen in Thüringen, lebe aber nun in der Nähe von Hanau.

 

Neben dem Cosplay, was machst du da so?

Ich arbeite als Verwaltungsangestellte im öffentlichen Dienst und neben dem Cosplay zocke und zeichne ich gern.

 

Wann hast du angefangen?

Mein richtiges erstes Cosplay hatte ich im März 2010 fertiggestellt.

 

Wer oder was brachte dich zum Cosplay?

Zum Cosplay brachte mich eine gute Freundin (danke Nadine), die ich in meiner Berufsschulklasse sitzen hatte, als ich in der Ausbildung war. Wir gingen zusammen zur Frankfurter Buchmesse, allerdings noch in einem selbst zusammen gestellten Gothic Lolita, ähnlichem was-auch-immer. Als wir da waren, fand ich es allerdings viel cooler das andere ihre Lieblingscharaktere verkörperten.

 

Wen hast du zuerst verkörpert?

Mein erstes Cosplay war Cait Sith von Final Fantasy VII – Dirge of Cerberus. Damals dachte ich “och etwas leichtes zu Anfang”. Nur stellte sich heraus, dass es doch nicht ganz so einfach war und nähen ohne Nähmaschine schon lästig ist.

 

Was bereitet dir am Cosplay am meisten Spaß?

Mich mit Freunden zu treffen, zusammen rumblödeln, die Charaktere passend in Szene zusetzen. Erfahrungen austauschen, wie man was am besten oder lieber gar nicht macht.

 

Warum das alles?

Das frage ich mich auch manchmal. Aber ich denke weil es Spaß macht. Das Basteln und selbst das Nähen fängt an mir Spaß zu machen. Freunde zu treffen, in einer Cosplaygruppe zu sein oder einfach nur ins Gespräch zu kommen mit Gleichgesinnten. Ich habe gerade durch das Cosplay sehr viele gute Freunde dazu gewonnen und die möchte ich auch nicht mehr missen. Zum anderen ist es einfach toll seinen eigenen Lieblingscharakter in das reale Leben zu bringen.

 

Was ist “Cosplay” für dich in einem Satz?

Sei dein Held!

 

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© Danny Sotzny

Hast du dich jemals auf Themengebiete spezialisiert, oder verkörperst du Charaktere die dir gut gefallen?

Allgemein cosplaye ich meistens aus Videospielen, da ich mich damit meist länger als mit Filmen oder anderem beschäftige. Ich finde immer, wenn man sich einen Charakter herauspickt sollte man sich auch mit diesem auseinander setzen. Ich würde nie auf die Idee kommen etwas zu cosplayen, bei dem ich einfach nur denke “der sieht ja cool aus”. Dazu habe ich mich noch auf mehrere Charaktere “spezialisiert”.
Zum einen auf Alice Abernathy von den Resident Evil Filmen, dann zum anderen auf meine eigenen Charaktere (z. B. GreenLeaf, der Name ist hier von der Haarfarbe abhängig) von dem Spiel TERA Online und Ratchet in verschiedenen Versionen aus dem Ratchet & Clank Universum.

 

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem deiner Projekte?

Das ist meist sehr unterschiedlich, manchmal zwei Wochen, manchmal auch ein bis zwei Monate oder gar nur ein paar Tage. Das Zusammensuchen der Materialien ist hierbei nicht eingerechnet, da ich meist schon viele Monate vorher damit anfange. Das beste Beispiel waren die passenden Stiefel für mein Alice (Retribution) Outfit. Es hat geschlagenene fünf Monate gedauert bis ich endlich passende Stiefel gefunden habe. Es kommt immer darauf an, wie aufwendig es ist und ob ich dabei etwas rumprobieren muss, wenn ich etwas zum ersten Mal machen muss, sprich mit einem neuem Material umgehen lernen zum Beispiel. Wobei natürlich mit der Übung auch, die Zeit, die man aufwenden muss kürzer wird, denke ich.

 

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© NiKcKu

Dein tollstes Erlebnis!

Tolle Erlebnisse gibt es viele in einem Cosplayerdasein. Aber das was mir am meisten in Erinnerung bleibt waren die GamesCom 2012 und 2013. Hier war ich als Ratchet unterwegs (2012 normal und 2013 in einer Rüstung). Das beste daran waren die Kinder, die mich erkannt und bestaunt haben. Es war wirklich schön zu sehen, dass man Kinder auch mit nur einem kurzen Augenblick und einem Bild so viel Freude machen kann.

 

Was stellst du dir zukünftig vor?

Mein Ziel ist es mich zu verbessern. Ich möchte endlich nicht mehr Angst vor dem nähen haben und vor allem endlich mal früher fertig warden um endlich mal vor einer Convention ausschlafen zu können.

 

Was bewegt dich beim Cosplayen?

Den Charakteren, die man mag, Leben einzuhauchen.

 

Dein größter Wunsch!

Wünsche gibt es viele, aber ein großer wäre es endlich mal auf eine ausländische Convention zu gehen, zum Beispiel die Japan Expo in Paris. Ich möchte gern sehen, ob sich die Conventions so sehr von denen in Deutschland unterscheiden in Bezug auf die Themen der Cosplays und allgemein.

 

Mein Handwerk

Seit ich im Geschichtsunterricht das Thema Äqypten kennen gelernt habe interessiere ich mich sehr für diese Kultur. Ich habe immer alle möglichen Bildchen aus Zeitungen ausgeschnitten. Da mein Lieblingstier die Katze ist war es nach einiger Zeit des Übens mit Worblas Finest Art und verschiedenen Stoffen klar, dass ich Bastet in die Welt bringen wollte und das in meinem eigenen Design.

Mein Handwerk Progress

© NiKcKu

Es brauchte einige Wochen, bis ich ein Design gezeichnet hatte, dass mir ansatzweise gefiel. Doch änderte sich beim arbeiten trotzdem vieles. Zudem habe ich mir verschiedene Bücher gekauft um mich mit den Hyroglyphen auseinander zu setzen. Ich wollte nicht unbedingt mit einem Todbringenden Zeichen herum laufen.

Ich habe die Rüstungsteile, den Stab und die Krone jeweils aus Worblas Finest Art gemacht. So gut wie alles ist aus den Worblas Resten. Desweiteren habe ich verschiedene Stoffe eingebaut um das ganze Design etwas katzenartiger wirken zu lassen. Alles in allem habe ich an diesem Cosplay um die drei Wochen gesessen (das zusammensuchen der Materialien ausgeschlossen). Ich beginne meist mit dem Rüstungsteil, da man hier “nur” basteln muss. Das Nähen bleibt leider immer für den Schluss übrig und ist meist nicht besonders Freude erregent.

Mit diesem Cosplay war ich auf der Hanami in Ludwigshafen und der Dokomi in Düsseldorf. Es war immer wirklich lustig, wie viele dachten ich sei Cleopatra und das obwohl ich keine Schlangen auf dem Kopf habe.

 

Meine Inspiration
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© NiKcKu

Meine Inspiration sind andere Cosplayer aber auch die Spiele, die ich spiele. Ich bekomme gerade durch Making Of’s zu Cosplays von anderen immer wieder Lust mit meinem Cosplay weiter zu machen (wenn ich gerade irgendwie gar keine Lust habe) oder mal etwas neues zu probieren.

Dazu kommt natürlich, dass ich mich verbessern möchte, um andere Cosplayträume zu verwirklichen.

 

Dieses Jahr bin ich noch auf folgenden Conventions unterwegs:

  • AnimagiC
  • Connichi
  • Frankfurter Buchmesse

 

Ansonsten kommen nächstes Jahr noch die:

  • Leipziger Buchmesse
  • Animuc
  • Hanami
  • Dokomi
  • CosDay

und hoffentlich die GamesCom wieder dazu.

 

Hier findet ihr mich im Netz:

 

Über den Autor

Profilbild von Pascal Grawinkel

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt's dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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