Was Lange währt, wird endlich gut ? Dark Souls II greift sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte seines Vorgängers auf. Warum das Action-Rollenspiel ungemein viel Spaß macht aber für PC Spieler, wie auch Dark Souls I, frustrierend ist erfahrt ihr in unserem Review.

Das ewige Leid von Dark Souls – Die Steuerung

2014-05-03_00002Dark souls II’s PC Port Will Be Better.” Mit diesen Worten versprach Takeshi Miyazoe, Entwickler von From Software, eine bessere Umsetzung des Spiels für den PC. Die Steuerung sollte besser werden, denn Dark Souls I ließ sich auf dem PC kaum mit Maus und Tastatur spielen. Ist Dark Souls II tatsächlich eine bessere Portierung als sein Vorgänger? Die Antwort auf diese Frage lässt sich schnell finden. Schon im Menü erscheinen Hinweise, welche Controller-Knöpfe enthalten. Aus dem Versprechen von Miyazoe ist nichts geworden. Dark Souls II ist mit Maus und Tastatur genauso wenig spielbar wie sein Vorgänger. Schon nach einigen Minuten im Spiel geben wir auf. Das fummelige Menü ist mit Maus und Tastatur eher umständlich zu bedienen. Nirgends wird erwähnt welche Tasten denn jetzt äquivalent zu “Y”,”B” und “A” sind. Selbst das öffnen einer Tür ist eine Herausforderung für sich. Neben der sehr instabilen Kameraführung sind wir bei der Tastenbelegung teilweise auf Kombinationen wie “Shift + Mausraddruck” beschränkt. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden Dark Souls II mit Controllern zu spielen und testen. Wer also keinen Controller zur Hand hat, wird an der PC Version von Dark Souls II kaum Freude finden.

Spielspaß mit einer ordentlichen Portion Tod

2014-05-03_00003Aber jetzt einmal weg von der inakzeptablen Steuerung, denn Dark Souls kann auch anders. Einmal den Controller angeschlossen macht es nämlich richtig Spaß. Die Steuerung mit dem Controller (hier Sixaxis PS3) ist intuitiv und deswegen schnell gelernt. Die Erstellung eines Charakters entpuppt sich als recht Umfangreich. Es können schon einigen Minuten bis Stunden vergehen, bis der Charakter so aussieht, wie man ihn gerne haben möchte. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass bei Verlust der Menschlichkeit der Charakter ein zombiehaftes Aussehen bekommt. Es ist schade, dass der Charakter schon nach einem Tod , sprich dem Verlust eines kleinen Teils seiner Menschlichkeit, sein Aussehen einbüßt. Auch, wenn sich die Menschlichkeit mit Gegenständen im Spiel wiederherstellen lässt, erscheint die Erstellung eines Charakters auch als Rollenspieler eher trivial.

Die Kämpfe sind in Dark Souls II sind wie auch beim Vorgänger anspruchsvoll aber nicht unfair. Man sollte es sich zwei mal überlegen ob man sich mit mehr als einem Gegner gleichzeitig anlegt, denn einmal getroffen kann es schnell den Tod bedeuten. Neben gewöhnlichen kämpfen lauern viele Gegner hinter Ecken und Abzweigungen um dem Spieler in den Rücken zu fallen. Dabei nutzen die Monster und Untoten ebenfalls ihre Umgebung. Sie zerschmettern Wände oder werfen Feuerbomben auf explosive Fässer, neben welchen man sich gerade aufhält. Vorsicht ist also immer und überall geboten. Unaufmerksame Spieler haben schnell ein oder mehrere Klingen im Rücken stecken. Die Kämpfe sind, neben den üblichen Problemen mit der Kameraperspektive bei Konsolen-titeln, erstaunlich flüssig und erlauben eine angemessen schnelle Reaktion auf Angriffe der Gegner.

2014-05-03_00008Auch Erkunder kommen auf ihre Kosten. Zahlreiche Geheimgänge und verschlossene Türen in den verschiedenen Gebieten lassen sich durch im Verlauf des Spiels gefundene Schlüssel öffnen. Hier gilt ebenfalls Augen und Ohren zu öffnen, denn versteckte Schätze sind meist nur schwer zu finden, auch wenn Nachrichten anderer Spieler darauf hinweisen. Diese eben genannten Nachrichten können von anderen Spielern hinterlassen werden um auf Gefahren und versteckte Schätze hinzuweisen. Doch Vorsicht, denn diese Nachrichten müssen nicht immer der Wahrheit entsprechen und haben schon so manchen Spieler in den Tod springen lassen. Dieses Feature ist Teil des interaktiven Online-Modus’ welcher es ermöglicht in Welten anderer Spieler einzudringen oder sie zur Hilfe zu rufen. PvE und PvP sind, wenn man es möchte, eng miteinander verbunden was zusätzlich den Spielspaß fördert.

2014-05-03_00009Die Handhabung des Menüs, des Equipments und der Attribute des Charakters fällt Anfangs etwas schwer. Zu groß ist die Auswahl an verschiedenen Waffen, Rüstungen und Attributen. Hier bedarf es ein wenig Aufwand um einen effektiven Weg zu finden seinen Charakter zu Leveln. Dazu sei gesagt, dass man sich Anfangs nicht von der Vielfalt der Zahlen und Werte einschüchtern lassen darf. Es ist zwar ein wenig Aufwand nötig um sich in das System hineinfinden, aber alle Attribute und Gegenstände haben eine präzise Beschreibung dessen was sie bewirken bzw. was benötigt wird. Was weniger einsteigerfreundlich wirkt erfüllt dennoch voll und ganz seinen Zweck.

Nicht hübsch aber trotzdem schön

2014-05-03_00005Grafisch spielt Dark Souls II nicht in der höchsten Liga. Texturen sind teilweise verschwommen und Gesichter haben gerne mal Ecken und Kanten. Dies kann dem speziellen Grafikstil der Serie zugeschrieben werden, der zuerst vielleicht etwas seltsam anmutet, aber trotzdem die Atmosphäre insgesamt gut abrundet. Neben dichten Wäldern und einem malerischen Ausblick auf das Meer und die Sonne in der ersten Stadt nach dem Tutorial, bietet Dark Souls alte Grabstätten und verlassene Burgen, die von dem doch sehr schönen Soundtrack in das richtige Licht gerückt werden. Malerische Kulissen und voll vertonte Dialoge mit authentisch klingenden Synchronsprechern sind der nötige Feinschliff an dem positiven Gesamtbild.

Gute Miene zur bösen Steuerung – Das Fazit

2014-05-01_00001Wie sagt man so schön ? Versprechen sind da um gebrochen zu werden. From Software bleibt uns weiterhin eine ordentliche Fassung für den PC schuldig. Nichts wurde es mit der besseren Steuerung und den benutzerfreundlichen Menüs. Die Enttäuschung ist vor allem groß, da eine bessere Umsetzung versprochen wurde. Mir blieb in dem Fall nichts anderes übrig als auf meinen Playstation Controller zurückzugreifen, denn die Quälerei mit Maus und Tastatur wollte ich mir nicht antun. Einmal den Controller angeschlossen stellte Dark Souls II sich in einem ganz anderen Licht dar. Aus Frust über die misslungene Umsetzung wurde schnelle Spaß am taktischen Kämpfen und Erkunden der Gebiete. Mein Charakter ist schon viele Tode gestorben und es werden definitiv noch weitere folgen, denn Dark Souls II bietet Spielspaß für viele Stunden, wenn nicht sogar hunderte. Dark Souls II motiviert zum Nachdenken, denn stumpfes um sich schlagen führt nur zu einem schnellen Tod. Wer also die Herausforderung liebt und nicht bei erst bester Gelegenheit seinen Controller gegen die Wand schmeißt ist mit Dark Souls II gut bedient, wobei ein Controller meiner Meinung nach dringend notwendig ist um das Spiel vernünftig zu spielen.

Gameplay85
Visualisierung85
Story & Integration77
Genre-Wertung95
Feedback 85
Positiv
Liebevoll gestaltete Umgebungen
Anspruchsvolle Kämpfe
Hoher Individualierungsgrad
Negativ
Steuerung unsauber und hakelig
Schwer für Anfänger
85

Über den Autor

Profilbild von Danny Heinrich

Freund von gepflegten Strategie- und Rollenspielen sowie des sinnlosen klickens von Kreisen auf dem Bildschirm zu fernöstlichen Melodien.

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