In der neuen Serie, Cosplay – Mehr als nur verkleiden, präsentiert PlayCrits die deutsche und internationale Vielfalt der Cosplayer-Branche. Ab sofort zeigen wir euch im regelmäßigen Takt von etwa zwei Wochen neue Cosplayer, die sich vorstellen, ihre Werke veröffentlichen und euch Informationen zu ihrer Person geben.

In dieser Folge stellen wir euch Sachiko vor, die uns diesmal Einblicke in ihr Yu-Gi-Oh Cosplay gibt und uns mehr von sich verrät.

 

Meine Welt
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© Vincent Baer Grafik

Erzähl uns was von dir! Wie heißt du, wie alt bist du und woher kommst du eigentlich?

Ich heiße Maja, bin aber eher als Sachiko bekannt. Ich bin 22 Jahre alt und in Warschau (Polen) geboren. Im Alter von 10 Jahren bin ich dann nach München gezogen.

 

Neben dem Cosplay, was machst du da so (Job, Schule etc.)?

Ich studiere Bioinformatik und arbeite nebenbei als Aushilfe im Bereich Wareneinräumung.

 

Wann hast du angefangen?

März 2009, aber ich habe erst Anfang 2011 angefangen meine Cosplays selber zu nähen und Ende 2012 kamen die ersten Arbeiten mit Thermoplastischen Materialien.

 

Wer oder was brachte dich zum Cosplay?

Als ich 2007 auf der Leipziger Buchmesse war, habe ich zum ersten mal Cosplayer gesehen und war von den ganzen Kostümen begeistert. An diesem Tag habe ich beschlossen, dass ich meine nächste Convention nicht mehr in normaler Kleidung verbringe.

 

Wen hast du zuerst verkörpert?

Mein erstes Cosplay war Mifune aus Soul Eater, ich habe es mir aus den Klamotten aus meinem Schrank und einem Second-Hand-Laden zusammengestellt.

 

Was bereitet dir am Cosplay am meisten Spaß?

Das Schlüpfen in ganz andere Rollen, wodurch man die Liebe zum Charakter ausdrücken kann. Und vor allem neue Menschen kennenlernen, die die gleichen Interessen haben.

 

Warum das alles?

Diese Frage habe ich mir selber schon oft gestellt. Wieso gibt man das gesamte Geld für Materialien aus, verbringt die meiste Zeit daheim, weil es kurz vor der Con ist und das Cosplay noch nicht fertig ist? Noch habe ich keine eindeutige Antwort gefunden, aber das Gefühl ein fertiges Cosplay zu tragen, damit auf eine Con zu gehen, Leute zu treffen, positives Feedback zu bekommen; es is einfach unbeschreiblich.

 

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© Sachiko

Was ist “Cosplay” für dich in einem Satz?

Teures, stressiges und anstrengendes Hobby, was aber jede Mühe wert ist.

 

Hast du dich jemals auf Themengebiete spezialisiert, oder verkörperst du Charaktere die dir gut gefallen?

Ich habe mich auf das Crossplay spezialisiert. Die meisten meiner Charaktere sind also männlich und der Großteil davon auch ziemlich arrogant, was aber nicht meinen Charakter widerspiegelt!  Natürlich gibt es hier auch ein paar Ausnahmen.

 

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem deiner Projekte?

Da ich selten viel am Stück arbeite, sondern immer wieder nebenbei, brauche ich meistens 1-2 Wochen. Unter Druck sind es dann meistens 2-3 Tage. Für aufwendigere Kostüme brauche ich im Schnitt einen Monat, wobei ich selten nur an einem Cosplay arbeite.

 

Dein tollstes Erlebnis!

Das ist wirklich schwer. Ich habe so viel tolles erlebt in meinem Dasein als Cosplayer, aber das tollste? Hier würd ich meine erste Convention im Cosplay nehmen, es war die LBM 2010 (davor nur kleine regionale Treffen), es war was ganz neues für mich, was besonderes, es hat mich motiviert weiterzumachen!

 

Was stellst du dir zukünftig vor?

Ich werde versuchen mehr aufwendigere Kostüme zu machen, die ich mir früher nicht zugetraut hätte und hoffe auch damit auf einigen Wettbewerben eine Chance zu bekommen.

 

Dein größter Wunsch!

Wie in jeder Szene, gibt es auch unter Cosplayern sehr viel Hass und Neid. Oft wird man schief angeschaut, wenn man auf einer Con das gleiche Kostüm trägt wie jemand anderes, dabei sollte man sich doch freuen, dass man eben auch diesen Charakter so sehr mag, dass man ihn auch verkörpern mag. Ich wünsche mir, dass genau dieser Hass weniger wird und das man statt Neid den eigentlichen Spaß daran sieht.

 

Mein Handwerk

Yusei Fudo | Yu-gi-Oh | 5DS

Ich habe Yusei anfangs wegen einer Yu-Gi-Oh! Parodie (Yu-Gi-Oh! The Abridged Series BBT Movie) geplant, da ich aber keinen Charakter mache ohne die eigentliche Serie auch wirklich zu kennen, habe ich mir das Original angeschaut. Ich muss sagen, dass es mich nur noch mehr motiviert hat ihn zu cosplayen, denn Yusei ist ein starker Charakter, der sich eigentlich eher lieber im Hintergrund stellt, aber alles für seine Freunde machen würde und damit kann ich mich zu einem gewissen Teil identifizieren.

© Sachiko

© Sachiko

Am meisten Arbeit habe ich in die Perücke investiert, es hat mich ganze 3 Tage gekostet diese zu machen. Der Rest war ziemlich simpel, wobei aber auch zeitaufwendig. Kugeln kaufen, bemalen, alles zuschneiden und nähen. Ich habe hier zum ersten mal Schuhe mit Stoff bezogen, was nicht perfekt gelaufen ist aber zufriedenstellend für’s erste mal.

 

Wenn man eine Perücke in eine starre Form bringen will, sollte man eindeutig Kleber verwenden. Bei Yusei habe ich Die Haarsträhnen nach und nach mit Textilkleber an Tonpapier geklebt. Das restliche Kostüm war nichts besonderes. Das einzige nennenswerte wäre vielleicht, dass ich für die Stabilisierung der Jacke unterhalb Draht verwendet habe, mit dem es eindeutig anstrengend ist zu arbeiten.

 

Insgesamt saß ich 2 Wochen an diesem Cosplay, wobei es immer mehrere Stunden täglich waren und sehr viel Wartezeit bis alles trocken war.

 

© Sachiko

© Sachiko

 

Ich habe das Cosplay Animuc 2013 und Comicfestival 2013 getragen, zusammen mit einer wundervollen Yu-Gi-Oh!-Gruppe. Am Anfang war ich super unzufrieden mit mir, ich habe einige Fehler gemacht und irgendwie stand mir das Cosplay nicht wirklich. Nach einigen Verbesserungen, vor allem männlicherem Make-Up und noch paar weiteren Stunden an der Perücke, konnte ich es endlich glücklich tragen. Habe auch Mengen an positivem Feedback bekommen.

 

Ich werde dieses Jahr noch das Cosplay fast komplett ausbessern, der Stoff um die Kugeln wird mit Worbla ersetzt und Kleinigkeiten ausgetauscht.

 

 

Meine Inspiration
© Sachiko

© Sachiko

Cosplay ist und wird hoffentlich noch lange ein Teil meines Lebens bleiben. Ich habe so viele wundervolle Menschen dadurch kennengelernt und hoffentlich waren das nicht alle. Es ist oft anstrengender als man es gerne hätte, aber so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen, denn diese Erfahrung hat mein leben verändert.

Dieses Jahr werde ich folgende Conventions besuchen:

  • RPC
  • Dokomi
  • Animagic
  • Aninite
  • Connichi
  • evtl. AniMaCo

Meine sozialen Netzwerke:

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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