Mit dem Update auf die Version 2.0 und der Veröffentlichung der ersten Erweiterung von Diablo 3, Reaper of Souls, geht das Action-RPG von Blizzard Entertainment in eine neue Runde. Ob es sich lohnt Sanctuary einen weiteren Besuch abzustatten verraten wir euch in unserem Review.

 

Nachdem unsere Helden in Diablo 3 wieder mal das Ende der Welt verhindert und Diablo in den schwarzen Seelenstein eingesperrt haben, ist es nun an ihnen den wahnsinnig gewordenen Erzengel Malthael zu stoppen. Im fünften Akt des dritten Teils von Diablo stiehlt Malthael eben diesen schwarzen Seelenstein um einen bösen und uns bis dahin noch unbekannten Plan auszuführen. Unsere Helden verschlägt es in das abgelegene Westmarch, welches von Malthael und seinen Reapern angegriffen wird.

Back to the roots

Screenshot006Mit der Schließung des Auktionshauses Ende März wagt Blizzard einen Neuanfang und greift damit zumindest teilweise das System von Diablo 2 auf. Legendäre und Set-Gegenstände sind von nun an, an den Account gebunden. Ausnahme hiervon sind Gegenstände, die in einer Gruppe von Spielern erhalten wurden. Diese sind mit den Gruppenmitgliedern bis zu 2 Stunden handelbar. Danach sind sie ebenfalls an den Account gebunden. Dies soll dem Handel von Gegenständen mit Echtgeld vorbeugen und das Gruppenspiel fördern.

Neben dem neuen System für Gegenstände wurde das maximal erreichbare Level von 60 auf 70 angehoben. Zudem ist auch die neue Klasse, der Kreuzritter, freigeschaltet. Dieser erinnert ein wenig an den Paladin aus Diablo 2 und World of Warcraft. Auch Schmied und Juwelier wurden durch ein weiteres Handwerk ergänzt. Die Mystikerin ist in der Lage eine Eigenschaft eines Gegenstandes zufällig neu zu vergeben. Hierbei wählt ihr eine nicht gewollte Eigenschaft aus und ihr bekommt dann diese und zwei alternativen zur Auswahl von denen dann eine auf den Gegenstand geschmiedet wird. Dies soll die durch die Schließung des Auktionshauses eingeschränkte Möglichkeit gute Gegenstände zu erwerben ausgleichen.

Screenshot017Mit der Einführung von Kopfgeldern und Rissen im sogenannte Abenteuer Modus versucht Blizzard das eintönige Farmen von Monstern etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Während Kopfgelder uns in die bekannten Gebiete aus Akt I bis Akt V führen um dort verschiedene Missionen zu erledigen, öffnen Risse ein Portal zu einer anderen Dimension. Hier trefft ihr auf zufallsgenerierten Karten auf verschiedene zufällig ausgewählte Monster. Sobald genug Monster erledigt wurden erscheint der Risswächter, welchen es zu besiegen gilt. Neben den verschiedenen Monstern die ihr antreffen könnt, gibt es noch die ein oder andere Überraschung, die es zu entdecken gilt. Zudem könnt ihr mit Kopfgeldern und beim erledigen von Risswächtern Blutscherben bekommen, die bei einer Händlerin gegen zufällige Ausrüstungsgegenstände eingetauscht werden können.

Im Grunde genommen, bietet Reaper of Souls in dieser Hinsicht zwar mehr Abwechslung, jedoch hat sich nichts daran geändert, dass für sehr gute Gegenstände viel Zeit investiert werden muss. Die neuen Möglichkeiten um Gegenstände zu erhalten sind zwar nett gestaltet aber dennoch keine Vereinfachung des Spiels. Wer also gehofft hat, dass er mit Reaper of Souls schneller an gute Gegenstände kommt der wird leider enttäuscht. Wie immer spielen Zufall und Glück eine große Rolle.

Die Atmosphäre

Screenshot011Neben den Änderungen in der Spielmechanik wurde das Leveldesign bezüglich dem Vorgänger starken Änderungen unterzogen. Besonders Akt IV wirkte in Diablo 3 zu kurz. Die neuen, großen Level bieten ausreichend Platz zum Erkunden. Die vielen neuen Events insbesondere in der Stadt von Westmarch sorgen für viel Abwechslung und tragen zudem zu der Geschichte bei, die dadurch noch lebendiger wirkt. Viele Events bieten neben der Verbindung zur gesamten Geschichte noch viele in sich geschlossene kleine Kurzgeschichten.

Mit Reaper of Souls besinnt sich Blizzard auf alte Stärken des Vorgängers. Der fünfte Akt von Diablo 3 beeindruckt mit einer düsteren Atmosphäre und dazu stimmiger Hintergrundmusik. Dies lässt sich leider nicht von der Geschichte sagen, die alles in allem zwar gute Ansätze bietet, aber nicht auf dem gleichen hohen Niveau ist wie Atmosphäre und Musik. Hier wurde viel Potential verschenkt. Es lohnt sich dennoch den Konversationen der Charaktere zu lauschen, da diese ebenso wie die zu findenden Tagebücher einen großen Teil der Geschichte ausmachen. 

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Alles in allem bringt Reaper of Souls viel frischen Wind in die Welt von Sanctuary. Viele kleine Events und Herausforderungen laden zum Erkunden jedes noch so kleinen Winkels der erfreulich groß ausgefallenen Gebiete ein. Neue Set-Items und der Abenteuer Modus sind eine willkommene Abwechslung zu dem sonst eintönigen Farmen von Gegenständen. Einzig und allein die etwas unstimmige Geschichte trübt den sehr guten Gesamteindruck. Wer sich aber davon nicht abhalten lässt wird mit Reaper of Souls seine Freude haben. Endlich wieder ein richtiges Diablo !
Gameplay85
Visualisierung95
Story & Integration90
Genre-Wertung100
Feedback85
Positiv
Spannende Geschichte
Stimmige Atmosphäre
Hoher Wiederspielwert durch Abenteuer
Negativ
Kann mit der Zeit etwas eintönig werden
Teils zu einfach für bestimmte Klassen
91

Über den Autor

Freund von gepflegten Strategie- und Rollenspielen sowie des sinnlosen klickens von Kreisen auf dem Bildschirm zu fernöstlichen Melodien.

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