In der neuen Serie, Cosplay – Mehr als nur verkleiden, präsentiert PlayCrits die deutsche und internationale Vielfalt der Cosplayer-Branche. In dieser Serie zeigen wir euch im regelmäßigen Takt von etwa zwei bis drei Wochen neue Cosplayer, die sich vorstellen, ihre Werke veröffentlichen und euch Informationen zu ihrer Person geben.

Wir freuen uns heute die Cosplayerin Fantastic Leo vorstellen zu können. Leo stammt aus Österreich und nimmt heute den zweiten Platz unserer Serie ein.

 

Meine Welt

Erzähl uns was von dir! Wie heißt du, wie alt bist du und woher kommst du eigentlich?

Puh, ums kurz und prägnant zu machen: Die Meisten meiner Freunde nennen mich Leo, mein richtiger Name ist aber Alex (Kurzform von Alexandra). Bin im wunderschönen Österreich zu Hause und werde dieses Jahr 23 Jahre jung.

 

Neben dem Cosplay, was machst du da so?

Um mir meine Sachen finanzieren zu können, arbeite ich in der IT Abteilung eines größeren Unternehmens. Da so ein Job ziemlich viel Zeit beanspruchen kann, habe ich gar nicht allzu viel Zeit für mehrere Hobbies. Auf was ich aber neben dem Cosplay nicht verzichten kann ist das Bogenschießen (traditionell) und allgemein das Zocken am Abend.

 

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© Greencat

Wann hast du angefangen?

Mein erstes Cosplay trug ich 2011 auf der Animagic in Bonn. Es war der Halbdämon Inuyasha aus der gleichnamigen Animeserie. So richtig gepackt hat mich das Fieber aber eigentlich erst 2012, als ich mit thermoplastischen Werkstoffen in Kontakt gekommen bin und meine erste Rüstung gebaut habe. Da war es dann um mich geschehen.

 

Wen hast du zuerst verkörpert?

Mein erstes Cosplay war wie schon gesagt Inuyasha und danach ein Jedi aus Star Wars. Die erste Rüstung die ich gebaut habe gehört zu League of Legends. Und zwar war es Riven in ihrem Redeemed Skin.

 

Was bereitet dir am Cosplay am meisten Spaß?

Ich liebe den Herstellungsprozess und all dieses Entdecken, wenn man Sachen zum ersten Mal ausprobiert. Und natürlich wenn man das ganze Kostüm dann nach monatelanger Arbeit das erste Mal am eigenen Körper trägt. Da ist man dann schon mächtig stolz auf sich selbst und all die Tränen und Nerven haben sich gelohnt.

 

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© Vincent D. Photography / Shashinkaihi-Photography

Warum das alles?

Naja ich war schon als kleines Kind unheimlich fasziniert von all den Rüstungen und Mittelaltersachen. Das Ganze jetzt auch real herzustellen und den Kreationen Leben einzuhauchen ist einfach eine wundervolle Herausforderung und Aufgabe an sich selbst. Es ist einfach ein tolles Gefühl, vom Referenzbild oder Design bis zum fertigen Kostüm seinem Lieblingscharakter nach zu eifern.

 

Was ist “Cosplay” für dich in einem Satz?

Cosplay ist für mich eine tolle Möglichkeit seine Lieblingscharaktere aus dem Spiel zum Leben zu erwecken.

 

Hast du dich jemals auf Themengebiete spezialisiert, oder verkörperst du Charaktere die dir gut gefallen?

Das eheste was ich als Thema sagen könnte wären Videospiele. Aber das liegt vielleicht eher daran, dass ich selbst mehr Spiele als Serien/Anime gucke. Persönlich cosplaye ich aber hauptsächlich Charaktere, mit denen ich mich identifizieren kann und welche ich “zu lieben gelernt” habe während dem Spiel. Egal ob Mann oder Frau.

 

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem deiner Projekte?

Unterschiedlich, wobei ich bei weitem nicht so schnell bin wie ich gerne wäre. Alles in allem plane ich durchschnittlich ca. drei Monate für ein Projekt ein. Abhängig von der Größe und den Details des Kostüms kann es natürlich schon mal mehr werden (für Uriel benötige ich nun schon gute fünf Monate). Der lange Zeitraum hängt aber eher von der Motivation und der Freizeit ab.

 

Dein tollstes Erlebnis!

Definitv die Gamescom 2013. Ich war als Tyrant Swain auf der Gamescom und ich liebe diesen Charakter einfach abgöttisch. Es war unglaublich lustig als einschüchternder Meistertaktiker die Hallen unsicher zu machen!

 

Was stellst du dir zukünftig vor?

Noch größere und tollere Kostüme zu schaffen. Mein absoluter Traum wäre einen Leoniden aus dem Kartenspiel Magic the Gathering zu cosplayen, aber dafür muss ich noch einiges an Handwerk lernen und mich mit z.B. mit Prothesen mehr beschäftigen. Toll wäre auch mal ein Besuch auf der PAX East oder einer größeren Convention im Ausland.

 

Was bewegt dich beim Cosplayen?

Seine eigenen Grenzen zu überwinden und sich einen Traum zu erfüllen.

 

Dein größer Wunsch!

Meine anstehenden Cosplays nahe der Perfektion abzuschließen und mich auch an Cosplays wie Garret aus “The Witcher” ran zu trauen.

 

Mein Handwerk

Swain war und ist mein Lieblingscharakter aus dem sehr bekannten Spiel League of Legends. Ich spiele ihn jetzt seit guten drei Jahren und da wächst einem solche eine Figur schon sehr ans Herz. Und er kann sich in eine Riesenkrähe verwandeln (ich liebe Krähen). Als dann der Tyrant Skin released wurde, war die Sache gegessen.

Alles in allem habe ich eigentlich erwartet, dass ich Swain so zwischendurch anfertigen werde, aber da hatte ich mich gewaltig getäuscht. Angefangen hatte ich mit den Rüstungsteilen (Schultern/Stab) bevor ich mich ans Nähen gewagt habe. Für das ganze Kostüm gingen doch gute fünf Monate an Arbeit drauf.

© Fantastic Leo

© Fantastic Leo

Durch die Vielfältigkeit der Materialien war ich auch ganz schön gefordert, da es mein erstes wirklich großes Kostüm war. Wir hatten einerseits das Worbla Fines Art (thermoplastischer Werkstoff) und auf der anderen Seite wieder Samt für den roten Umhang. Ichhasse Samt, aber was tut man nicht alles für sein Traumcosplay.

Meine Perfektion lies mich einige Sachen doppelt nähen und durch all die Details, welche am Anfang übersehen wurden, zog sich die Herstellung dieses Kostüms doch über einige Zeit. Das Cosplay selbst war auch nie für eine Convention gedacht, da ich durch die ganzen Kleiderschichten auch eine ziemliche Saune zu genießen hatte und zusätzlich wollte ich das Cosplay (z.B. den Samt) nicht beschädigen. Schlussendlich habe ich das Cosplay doch auf die Gamescom 2013 mitgenommen, da ich für Riot bei einer Cosplay Show mitwirkte und es war wirklich die schönste Zeit die ich bis jetzt erleben durfte. Auch wenn es superanstrengend war würde ich es sofort wieder machen!

 

Meine Inspiration

Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Projekte stehen noch genug an. Cosplay ist für mich mein zweites Leben und ich möchte es nicht wieder missen. Es ist einfach unglaublich wenn ich meine Liebe für ein Franchise oder einen Charakter in einem Kostüm ausdrücken kann. Auch gibt es noch so viel zu lernen und Techniken, welche ich an meinen nächsten Kostümen ausprobieren möchte.

Wo ich definitv zu finden sein werde dieses Jahr:

  • AniMuc in München
  • Gamescom in Köln (kann es schon jetzt kaum erwarten, mein jährliches Highlight)
  • AniNite in Wien

Falls es den einen, oder anderen unter den Fingern juckt und ihr mehr über mich und meine Kostüme rausfinden wollt, dann könnt ihr gerne auf folgenden Seiten vorbeisehen:

Über den Autor

Profilbild von Pascal Grawinkel

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt's dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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