Vor einiger Zeit berichtet wir über die vermeintliche Abzocke von Spielern durch das Spiel Infestation: Survivor Storys, das vorab als TheWarZ bekannt war. Nun versucht Publisher OP Productions ein neues Spiel zu vermarkten, mit Blick auf einem Ziel: Geld.

TheWarZ hatte keinen guten Start. Nachdem bekannt wurde, dass hinter dem Namen der Entwickler bereits ein bekanntes Team steckte, welches das Spiel WarInc vermarktete wurde bekannt, das große Teile der beinhalteten Grafiken schon verwendet wurden. Charaktermodelle, Strukturen und Texturen wurden vom Vorgängerprojekt WarInc in das neue Spiel TheWarZ übernommen. Nicht zuletzt die Namen der Forenmitglieder verrieten die Parallel zum Multiplayer Shooter, vielmehr die Arbeit des bereits bekannten Sergej Titov und dem ebenfalls beteiligten Steven Bercu ließen Vermutungen nahelegen, dass TheWarZ nur eine einfache Modifikation von WarInc war, die lediglich zum Herstellen von Geld gedacht war.

Die immer gleiche Geschichte

Nachdem TheWarZ im Frühjahr 2013 Einzug in den Steamstore fand war das Entsetzen vieler Spieler groß. Gebrochene Versprechen, geklaute Promotionbilder von Cosplayern und fehlerhafte Artikelbeschreibungen machten die Community stutzig. Kurz später folgte der Eklat. Valve sperrte kurzerhand das Projekt auf Steam und Hammerpoint Interactive sowie OP Productions hatten die maßgeblichen Geldmöglichkeiten am Spiel vorerst verloren. Erst durch das Ausbügeln von den benannten Fehlern entschied sich Valve das Spiel erneut auf der Onlinestoreplattform anzubieten.

Kurze Zeit später leistete sich TheWarZ den nächsten Faupax. Durch ungewollte Fehler im Spiel war es den Spielern möglich große Mengen an Items zu produzieren. Da TheWarZ hauptsächlich auf einen Ingamestore baute entstand ein Schaden im mehrstelligen Millionenbereich. Nach einer Zeit ohne großartige Aufmerksamkeit sollte sich der Name des am DayZ angelehnten Hypes schlagartig ändern. Paramount Pictures sicherte sich schon vor Jahren den Namen des neuesten Zombie Films, mit Brad Pit in der Protagonistenrolle, World War Z, der sich zum Nachteil von TheWarZ deutlich ähnlich anhörte.

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OP Productions war gezwungen den Namen in den aktuellen umzubenennen. Aus TheWarZ entstand das Spiel Infestation: Survivor Storys, das bis heute den Namen trägt. An dieser Stelle kommt der besagte Steven Bercu ins Spiel, der aktueller Namenseigner des Projektes ist. Neben Namen wie War of Mechs oder Likecard befinden sich auf seiner Patentliste auch zwei weitere Namen. Infestation: Survivor Storys und Nether, sowie die Slogans des neuen Survival MMOs Prey or Pray.

 

Die Grafik

Die These eines Zusammenhanges zwischen Nether und Infestation liegt also ziemlich nahe. Weitere Beobachtungen zeigen, dass neben der Patentgleichheit auch Spielelemente bekannt vor kommen. Ähnlich wie Infestation besitzt Nether die gleichen Storemöglichkeiten. Dazu gehört beispielsweise das globale Shopsystem, das Menü, Texturen und Eigenschaften der Spieldynamik. Was in dieser Listung besonders hervor sticht sind die benannten Grafiken. Auch in Nether sind erneut Texturen der Vorgänger wiederzufinden. In diesem Fall aber deutlich versteckter als es noch bei WarInc der Fall war, OP Productions hat anscheinend dazu gelernt.

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Wer sich in Infestation auskennt wird deutliche Parallel zu Nether feststellen können, besonders in vermeintlichen Gameplay Videos. Im oben stehenden Screenshot werden die Ähnlichkeiten zwischen Nether (links) und Infestation (rechts) klar. Besonderen Blick sollte man dabei auf Steine und Pflanzen an Häuserwänden gelegt werden, die nahezu identisch wirken. Gleiches gilt für Charakteranimationen, sowie die Modifikationen des Charakters im Menü.

Die Investoren

infestationnethervergleich2Um der Vermutung einer parallel Spielentwicklung entgegenzuwirken stellte Entwickler Phosphor Games schon früh eine Vorstellung einzelner Teammitglieder auf ihre Internetpräsenz. Hinter den genannten Namen sollte allerdings neben neuen Teilnehmern eine Gruppe von Investoren stecken, die schon an WarInc und auch Infestation beteiligt waren. Derartige Parallel sind beispielsweise auch in dessen neuer Namensgebung zu finden. Die Verbindung zwischen OP Productions LLC und Nether Productions LLC ist unverkennbar.

Es wird hierbei also vermutet, dass das grundsätzliche Produktionsteam von Nether schon vor dem Release des Spiels darauf zielte bewährte Eigenschaften in Nether einzubauen, die schon in Infestation fruchteten. Dau gehört mitunter die Möglichkeit seinen Charakter nur durch Echtgeld an enorme Stärke zu bringen und so möglichst viel Geld mit den Produktionen zu machen. Der Aufwand solch ein Spiel zu erstellen ist dabei deutlich geringer als die Neuschaffung eines Titels. Texturen und Mechaniken werden Kopiert und zu einem neuen Spiel gemacht.

 

Das Ende vom Lied

Am Ende der Kette steht ein Name, Konsument. Der Käufer des Spiels entscheidet über den Verlauf des Spiels und somit über den Erfolg. Sollten alle Anschuldigungen richtig sein, so liegen wir mit den gezeigten Parallel goldrichtig und hinter all dem versteckt sich nur eine weitere Methode Geld zu machen. Eine Methode die funktioniert hat und auch wieder funktionieren wird.

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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