Bei einem 15 Euro Spiel sind die Erwartungen der Spieler meist nicht sonderlich hoch. Ob das auf Call of Juarez: Gunslinger auch zutrifft erfahrt ihr hier.

Schieß Greaves, schieß!

Das Hauptspiel Call of Juarez: Gunslinger spielt 1910 in Abilene, einer kleinen Stadt in Kansas. Eines Nachmittags treffen mehrere Barbesucher in der wildwestlichen Stadt auf den berühmt berüchtigten Silas Greaves, der ihnen von seinen Geschichten aus dem wilden Westen erzählt. Greaves ist ein Vertrauter des bekannten Billy the Kid, der in den amerikanischen Städten für Ruhe und Ordnung sorgte. Greaves erzählt in Gunslinger seine ganz peröhnlichen Geschichten und plaudert aus dem Nähkästchen. Der Kopfgeldjäger Greaves greift bei seinen Geschichten aber nicht immer auf die Realität zurück. Hin und wieder ändert er mitten in den Erzählungen den Ablauf und das gesamte Spielgeschehen verändert sich. So ertappen wir ihn dabei, wie er durch das Nachfragen einiger Zuhörer die Geschichte eines Banküberfalls komplett verändert, mitten im Spiel. Wir spielen nun also Silas Greaves, der von seinen Geschichten erzählt und hören bei jeder Aktion, die wir machen, seine Stimme, die die Situation beschreibt. Das Spiel wirkt dadurch unglaublich lebendig und freundlich, denn alles was er sagt verändert die Welt des Spiels.

 

800 Punkte und weg ist der Kopf!

call-of-juarez-gunslinger-pic-2Call of Juarez: Gunslinger ist ein klarer Arcade Shooter. Schlauchige Level, Gegnerhorden, Punkteeinblendungen und übertriebene Splatter-Effekte. Gunslinger setzt auf Spielspaß und das sieht man dem Ubisoft Titel auch an. Bei jedem Schuss fallen Punkte aus den Körpern der Verschiedenen und extreme Bluteffekte splattern über den gesamten Bildschirm. Es macht ziemlich viel Spaß Gegner mit einem Hüftschuss den Boden unter den Füßen weg zu hauen und dabei im Zeitlupeneffekt die digitalen Körper zu Boden fliegen zu sehen. Ob mit Doppelpistole, Gewehr oder im Nahkampf, die Gegneranimationen sehen toll aus.

Dennoch trübt die weniger brilliante KI der Gegner das Spielgeschehen leicht. Gegner suchen zwar hin und wieder Deckung, ganz klug scheinen sie aber trotzdem nicht. Am eigentlichen Gameplay ändert diese Tatsache aber wenig, denn darauf zielt Gunslinger nunmal nicht. Vielmehr dient der Arcade Shooter für Spaß am wilden Westen und actionreichen Schusswechseln. Neben dem bereits angesprochenen Zeitlupeneffekt der auftritt, wenn ein Gegner das Zeitliche segnet, können wir anhand eines Pistolensymbols in der oberen Linken Ecke auch eine längere Bullettime auslösen, die uns mehrere Gegner hintereinander im Zeitupeneffekt ausschalten lässt. Die Fähigkeiten werden durch ein einfaches und simples Skillsystem erweitert, bei dem wir uns für drei verschiedene Skillklassen entscheiden können. Dabei stehen der Revolverheld, der Ranger und der Trapper zur verfügung, die jeweils besondere Fähigkeiten haben. Der Ranger beispielsweise kämpft mit zwei Revolvern und kann zwischen Einzel und Doppelbetrieb wechseln. Ranger und Trapper sind jeweils auf Fern- und Nahkampf ausgelegt.

Die durch das ganze Spiel verteilten Duellaktionen bringen eine tolle Vielfalt in Gunslinger. So treten wir hin und wieder gegen böse Banditen an und vordern diese zu einem Schussduell heraus. Wir stellen uns gegenüber, laufen einige Schritte zurück, betrachten den Gegner und warten auf seine Reaktion. Bei der kleinsten Bewegung zücken wir unseren Revolver und befördern ihn ins Jenseits. Schießen wir ihn über den Haufen bevor er nur ein Haar krümmte, so ist unser Duellant zwar tot, wir bekommen aber weniger Punkte und verlieren an Ansehen und Ehre.

 

Bin ich denn hier im Comic?

call-of-juarez-gunslinger-pic-2Gunslinger sticht durch seine leicht gemalte Comicgrafik sofort in Auge. Die Texturen wirken hübsch und zeitgemäß, sind aber Triple A Spielen weit unterlegen. Trotzdem passt diese Grafik hervorragend zum Spiel und lässt den Spieler in die Szenerie eintauchen. Die Objekte im Spiel sind mit leichten, schwarzen Umrandungen bestückt, die den Comic-Effekt hervorheben. Meist sind diese Texturen gestochen scharf, dennoch entdecken wir an der ein oder anderen Stelle schwammige Texturen, die dem Spielprinzip aber in keinster Weise schlecht zuspielen.

Auch für die Ohren bietet Gunslinger einiges. Die Sounds sind klar, wirken grandios und haben ordentlich Wumps.

 

In der Spielelandschaft gibt es nicht viele Titel aus dem wilden Westen. Nach dem verkorksten Vorgänger Call of Juarez: The Cartel bringt Techland nun aber einen würdigen Nachfolger, der der Reihe treu bleibt aber die Fehler aus The Cartel gnadenlos ausmerzt. Anders wie Red Dead Redemption legt Gunslinger den Fokus auf actionreiche Schießereien und Wellen von Gegnern. Es macht Spaß durch das alte Texas zu spazieren und Banditen das Handwerk zu legen. Neben Far Cry 3 - Blooddragon ist Gunslinger nun das zweite Downloadspiel in kurzer Zeit und dennoch ein absoluter Kauf wert, wenn ihr Spaß am wilden Westen und einem Arcade Shooter habt.
Gameplay80
Visualisierung80
Story & Integration80
Genre-Wertung90
Feedback80
Positiv
Toller Humor, schnelle Kämpfe
Spannende Geschichte
Gute Synchronsprecher
Negativ
Schlechte KI
Könnte länger sein
82

Über den Autor

2009 habe ich mit und für euch PlayCrits gegründet. Seither informieren wir über die Welt der modernen Videospiele. Von mir gibt’s dabei die Portion Action, Online und Roleplay. Allerdings nur auf dem PC. Sorry, Masterrace.

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